
Eine Sporttauglichkeitsbescheinigung ist eine ärztliche Bestätigung, dass eine Person gesundheitlich für sportliche Belastung geeignet ist. An einzelnen Hochschulen tritt sie an die Stelle des praktischen Sporteignungstests, an anderen wie Köln, der Humboldt-Universität zu Berlin und Vechta ist sie eine zusätzliche Pflichtunterlage neben dem Test.
Was der Begriff bedeutet
Die Bescheinigung ist ein kurzes ärztliches Dokument: Name, Untersuchungsdatum, Stempel und die Feststellung, dass die genannte Person sporttauglich oder uneingeschränkt sporttauglich ist. Ein Belastungs-EKG oder eine ausführliche sportmedizinische Diagnostik verlangt das Formular in der Regel nicht, darin unterscheidet sie sich von einer vollständigen sportärztlichen Untersuchung. Ausstellen kann sie der Hausarzt oder eine Sportärztin, ein fachärztlicher Nachweis ist meist nicht vorgeschrieben. An der Universität Paderborn heißt das verlangte Dokument amtlich „ärztliche Sporttauglichkeitsbescheinigung“, an anderen Hochschulen firmiert dasselbe Papier als sportärztliches Attest oder ärztliches Attest zur Sporttauglichkeit.
Rolle im Sporteignungstest
An drei Hochschulen ersetzt die Bescheinigung den praktischen Test vollständig. An der Universität Paderborn entfällt die Sporteignungsprüfung seit dem Wintersemester 2026/27, Bewerber reichen bei der Immatrikulation eine ärztliche Sporttauglichkeitsbescheinigung ein, die höchstens 12 Monate alt sein darf. An der Universität Oldenburg genügt zum Wintersemester 2026/27 ebenfalls allein eine sportärztliche Bescheinigung nach den Empfehlungen der DGSP, ausgestellt vom Hausarzt und höchstens sechs Monate alt, ein praktischer Test findet dort nicht statt. Auch an der Leuphana Universität Lüneburg ist der Eignungstest seit 2026 gestrichen, verlangt werden eine höchstens drei Monate alte Bescheinigung der uneingeschränkten Sporttauglichkeit sowie ein Erste-Hilfe-Nachweis.
An den meisten anderen Hochschulen bleibt die Bescheinigung eine zusätzliche Pflichtunterlage neben dem praktischen Test. An der Deutschen Sporthochschule Köln darf das ärztliche Attest zur Sporttauglichkeit zum Zeitpunkt der Anmeldung nicht älter als ein Jahr sein und lässt sich nach Ablauf der Anmeldefrist nicht nachreichen. An der Humboldt-Universität zu Berlin gilt für das hochschuleigene Attestformular dieselbe Jahresfrist. Die Universität Vechta nennt je nach Quelle drei oder sechs Monate (Widerspruch, Stand August 2026), verlangt die Bescheinigung aber in jedem Fall zusätzlich zum sechsteiligen Eignungstest. Formulare, Fristen und weitere Hochschulen bündelt der Eintrag zum sportärztlichen Attest.
Abgrenzung zum sportärztlichen Attest nach DGSP
Sporttauglichkeitsbescheinigung und sportärztliches Attest bezeichnen im Kern dasselbe Dokument, die Hochschulen verwenden die Begriffe uneinheitlich. Ein Unterschied liegt in der Tiefe der zugrunde liegenden Untersuchung: Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) empfiehlt Neu- und Wiedereinsteigern eine strukturierte sportärztliche Untersuchung mit Anamnese und Risikoabschätzung durch einen bei der DGSP gelisteten Arzt, auf der ein sportärztliches Attest beruht. Eine reine Sporttauglichkeitsbescheinigung, wie sie Paderborn oder Oldenburg verlangen, bestätigt dagegen meist nur pauschal die Sporttauglichkeit, ohne dass die Hochschule den vollen DGSP-Untersuchungsumfang vorschreibt. Bei einer Vorerkrankung, einer Verletzung oder in der Schwangerschaft klärt der behandelnde Arzt oder die Ärztin die Teilnahme unabhängig vom Formular individuell ab.
Verwandte Begriffe
Eng verwandt ist das sportärztliche Attest mit der ausführlichen Gültigkeits-Übersicht mehrerer Hochschulen. Wie du das passende Formular organisierst, zeigt der Ratgeber Sportärztliches Attest für den Sporteignungstest. Ob eine an einer Hochschule ausgestellte Bescheinigung auch an einer anderen zählt, klärt der Ratgeber Anerkennung: Welche Uni akzeptiert welchen Test?. Weitere Fachbegriffe rund um den Sporteignungstest sammelt das Lexikon zum Sporteignungstest.