
Das Deutsche Schwimmabzeichen Gold ist die höchste der drei DLRG-Stufen Bronze, Silber und Gold: 30 Minuten Schwimmen, mindestens 800 Meter Gesamtstrecke und Kenntnisse zu Bade-, Boots- und Eisunfällen. Im Sporteignungstest taucht der Begriff dort auf, wo eine Hochschule ihn als Zulassungsnachweis neben oder anstelle der sportpraktischen Prüfung verlangt, so wie es die Universität Hamburg ab dem Wintersemester 2026/27 tut.
Was der Begriff bedeutet
Die DLRG vergibt die Schwimmabzeichen in drei aufsteigenden Stufen. Jede Stufe verlangt eine längere Schwimmzeit, eine größere Strecke und zusätzliche Fertigkeiten: Bronze prüft 15 Minuten Schwimmen über 200 Meter mit Kopfsprung und Baderegeln, Silber 20 Minuten über 400 Meter mit Streckentauchen und Wissen zur Selbstrettung, Gold 30 Minuten über 800 Meter mit drei Schwimmtechniken, Tieftauchen und Wissen zu Rettungssituationen an Land und im Eis.
Das Schwimmabzeichen ist kein Rettungsschwimmabzeichen. Bronze, Silber und Gold weisen Ausdauer, Technik und allgemeines Sicherheitswissen im Wasser nach, das Rettungsschwimmabzeichen dagegen die Fähigkeit, andere Menschen aus dem Wasser zu retten. Die TU Darmstadt lässt deshalb ausdrücklich das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Bronze als Ersatz für den Schwimmteil ihrer eigenen Prüfung gelten, nicht das einfache Schwimmabzeichen. Auch das Deutsche Sportabzeichen ist ein eigener Nachweis: Es prüft Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination in mehreren Disziplinen, Schwimmen ist dabei nur eine von vielen. Die Europa-Universität Flensburg nennt das Sportabzeichen Gold als mögliche Alternative zur eigenen Prüfung, unabhängig vom Schwimmabzeichen.
Rolle im Sporteignungstest
Die Universität Hamburg hat den sportpraktischen Eignungstest 2023 abgeschafft. Ab dem Wintersemester 2026/27 verlangt sie stattdessen das Deutsche Sportabzeichen Silber, ein ärztliches Attest, den Nachweis von neun Stunden Erste-Hilfe-Ausbildung und das Deutsche Schwimmabzeichen Gold oder einen gleichwertigen Nachweis.
An Hochschulen mit eigener Prüfung ersetzt das Schwimmabzeichen den Test meist nicht, ergänzt ihn aber. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg lässt für die Zulassung wahlweise die eigene Eignungsprüfung, eine anerkannte Prüfung einer anderen Hochschule, das Sportabzeichen oder eine Trainerlizenz ab Stufe C gelten, verlangt aber in jedem Fall zusätzlich einen Schwimmnachweis Silber, der höchstens zwei Jahre alt sein darf. Die Leibniz Universität Hannover führt einen digitalen Prüfungsteil mit ärztlicher Bescheinigung und Schwimmnachweis, welche Stufe dabei zählt, nennt die Hochschule auf ihrer Seite nicht (Stand August 2026).
Die Justus-Liebig-Universität Gießen geht den umgekehrten Weg: Sie erkennt weder das Sportabzeichen noch das Schwimmabzeichen als Ersatz für ihre Eignungsprüfung an. Anerkannt werden dort nur gleichwertige Prüfungen anderer Hochschulen, das Abitur-Leistungsfach Sport ab 11 Punkten oder ein Kaderstatus.
Zahlen und Normwerte
Diese Werte nennt die DLRG in ihrer Übersicht zu den Schwimmabzeichen:
| Stufe | Schwimmzeit | Gesamtstrecke | Weitere Anforderungen |
|---|---|---|---|
| Bronze | 15 Minuten | 200 m (150 m Bauch-/Rückenlage, 50 m andere Lage) | Kopfsprung, rund 2 m Tieftauchen, Baderegeln |
| Silber | 20 Minuten | 400 m (300 m Bauch-/Rückenlage, 100 m andere Lage) | 10 m Streckentauchen, Sprung aus 3 m, Wissen zur Selbstrettung |
| Gold | 30 Minuten | 800 m (650 m Bauch-/Rückenlage, 150 m andere Lage) | 25 m Kraul, 50 m Brust unter 1:15 Minuten, 50 m Rücken, 50 m Transportschwimmen, Wissen zu Bade-, Boots- und Eisunfällen |
Diese Werte gelten für das Schwimmabzeichen selbst, nicht für die Schwimmdisziplinen im Sporteignungstest: Dort zählen andere Streckenlängen und Zeiten je Hochschule, zusammengestellt für die Disziplin 100 m Schwimmen.
Verwandte Begriffe
Rettungsschwimmabzeichen (Bronze, Silber, Gold): eigenständiger DLRG-Nachweis für Rettungsfähigkeit, an mehreren Hochschulen als Ersatz für den Schwimmteil anerkannt.
Deutsches Sportabzeichen: Mehrkampf-Nachweis über mehrere Sportarten, kein reiner Schwimmnachweis.
Weitere Fachbegriffe rund um den Sporteignungstest stehen im Lexikon.