Brustschwimmen: Bedeutung im Sporteignungstest

KI-generiertes Symbolbild: Schwimmer in der Gleitphase beim Brustschwimmen, Thema Brustschwimmen
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Schwimmer in der Gleitphase beim Brustschwimmen im Becken

Brustschwimmen ist die Schwimmlage, bei der Arme und Beine gleichzeitig und spiegelsymmetrisch bewegt werden: Zugphase der Arme unter Wasser, Grätschbeinschlag, dazwischen eine kurze Gleitphase mit ausgestreckten Armen. Bei Wende und Anschlag müssen nach dem allgemeinen Schwimmreglement beide Hände zugleich die Wand berühren, das unterscheidet die Lage von Kraul oder Rücken. Im Sporteignungstest gehört Brustschwimmen zu den am häufigsten verlangten oder zugelassenen Schwimmtechniken.

Was der Begriff bedeutet

Ein Brustschwimmzyklus läuft in vier Phasen ab: Armzug nach außen und unten, kurzer Atemzug mit dem Kopf über Wasser, Beinbeugung mit den Fersen Richtung Gesäß, danach der Grätschstoß, der den größten Teil des Vortriebs liefert. Weil der Kopf regelmäßig auftaucht, lässt sich die Technik leichter kontrollieren und erlernen als Kraul, bei dem das Gesicht meist im Wasser bleibt. Der Bewegungsablauf bleibt über die gesamte Strecke gleichmäßig, deshalb eignet sich Brustschwimmen für längere Distanzen und für Aufgaben wie Streckentauchen oder das Ziehen einer zweiten Person. Über 100 Meter ist Brustschwimmen im Vergleich zu Kraul die langsamere Technik, dafür ökonomischer im Krafteinsatz.

Rolle im Sporteignungstest

Wie stark Brustschwimmen zählt, hängt von der Hochschule ab. An der Universität Duisburg-Essen ist die Schwimmdisziplin fest in zwei Abschnitte geteilt: 50 Meter Brust und 50 Meter Kraul ergeben zusammen die 100-Meter-Prüfung, Brustschwimmen ist dort Pflichtteil und keine Option.

Die Universität Potsdam verlangt beim Schwimmteil eine Wahl aus zwei Techniken, dazu Start und Streckentauchen. Welche zwei Stile zur Auswahl stehen, nennt die Prüfungsseite nicht.

An anderen Hochschulen ist Brustschwimmen indirekt Thema, weil dort Freistil gefordert wird und Freistil im Schwimmsport jeden Stil erlaubt, nicht nur Kraul. In Gießen gilt für den 100-Meter-Freistil-Test eine Zeitnorm von 2:00 Minuten für Männer und 2:10 Minuten für Frauen, in Darmstadt sind es 200 Meter Freistil ohne veröffentlichte Zeitvorgabe. Wer dort Brust statt Kraul schwimmt, schwimmt regelkonform, muss die Zeitnorm aber mit der langsameren Technik erreichen, rechnerisch ein Nachteil.

Auch beim Rettungsschwimmen ist Brustschwimmen die Basistechnik: Wer über lange Strecken schwimmen, eine Person transportieren oder tauchen muss, braucht eine kraftsparende, gut kontrollierbare Lage. In der Ausbildung zum Rettungsschwimmabzeichen steht die Brustlage deshalb im Mittelpunkt. Darmstadt erkennt das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Bronze als Ersatz für den eigenen Schwimmteil an.

Zahlen und Normwerte

Nur wenige Hochschulen nennen für den Brust- oder Freistilteil konkrete Werte, mit Stand August 2026 stehen diese fest:

Hochschule Disziplin Vorgabe Quelle
Duisburg-Essen 100 m Schwimmen 50 m Brust + 50 m Kraul, keine Zeitvorgabe veröffentlicht Hochschulübersicht
Gießen 100 m Freistil Stil frei wählbar, M 2:00 min / F 2:10 min Hochschulübersicht
Darmstadt 200 m Freistil Stil frei wählbar, keine Zeitvorgabe veröffentlicht Hochschulübersicht
Potsdam Schwimmen, 2 Techniken Auswahl der Stile nicht veröffentlicht Hochschulübersicht

Bei den übrigen Hochschulen aus unserer Übersicht steht in den Prüfungsunterlagen nur „Schwimmen“ ohne Stilangabe, dort ist Brustschwimmen eine mögliche, aber nicht zwingend genannte Option.

Verwandte Begriffe

Kraul ist die zweite Standardtechnik im Sporteignungstest, meist schneller als Brust, aber mit höherem Krafteinsatz der Arme. Wo Hochschulen konkrete Streckenlängen wie 100 Meter verlangen, entscheidet die Kombination aus Zeitnorm und erlaubtem Stil, ob Brust oder Kraul die bessere Wahl ist, mehr dazu in der Übersicht zu den Anforderungen beim 100 m Schwimmen. Rettungsschwimmen baut auf der Brusttechnik auf und wird von einzelnen Hochschulen wie Darmstadt als Ersatznachweis anerkannt, die Grundlagen dazu vermittelt die DLRG-Ausbildung zum Rettungsschwimmabzeichen. Weitere Fachbegriffe rund um den Test stehen im Lexikon zum Sporteignungstest.