Hochschulzugangsberechtigung (HZB): Bedeutung im Sporteignungstest

KI-generiertes Symbolbild: Person geht mit Unterlagen über den Campus, Thema Hochschulzugangsberechtigung
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Person geht mit Bewerbungsunterlagen über den Campus

Die Hochschulzugangsberechtigung (HZB) ist der Sammelbegriff für die Schul- oder Berufsabschlüsse, die zum Studium an einer deutschen Hochschule berechtigen. Dazu zählen die allgemeine Hochschulreife (Abitur), die Fachhochschulreife, die fachgebundene Hochschulreife und die Zugangswege für beruflich Qualifizierte ohne Abitur.

Was der Begriff bedeutet

Die allgemeine Hochschulreife erlaubt grundsätzlich jeden Studiengang an jeder deutschen Hochschule, Universität wie Fachhochschule. Die fachgebundene Hochschulreife öffnet an Universitäten nur die Fächer, die im Zeugnis aufgeführt sind, an Fachhochschulen dagegen alle Studiengänge. Die Fachhochschulreife berechtigt zum Studium an Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften, für ein Universitätsstudium reicht sie in den meisten Bundesländern nicht aus. Eine ausführliche Einordnung der einzelnen Formen führt der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz.

Wer keinen dieser Schulabschlüsse hat, kann als beruflich Qualifizierte Person eine HZB erwerben, etwa mit Meisterprüfung oder vergleichbarem Aufstiegsabschluss (allgemeine HZB) oder mit einschlägiger Berufsausbildung plus Berufserfahrung (fachgebundene HZB für verwandte Studiengänge). Welche Nachweise im Einzelfall zählen, prüft das Studierendensekretariat der jeweiligen Hochschule.

Rolle im Sporteignungstest

Der Sporteignungstest und die Hochschulzugangsberechtigung sind zwei getrennte Voraussetzungen für die Zulassung zum Sportstudium. Die HZB regelt, ob du überhaupt studieren darfst, der Test prüft die sportmotorische Eignung für den gewählten Studiengang. Beide müssen vorliegen: Eine hohe Abiturnote ersetzt in der Regel nicht den Test, ein bestandener Test ersetzt nicht das Abitur.

An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gilt eine der klarsten Regelungen im Zusammenspiel beider Voraussetzungen: Wer den Test besteht und die HZB nachweist, hat die Zulassung sicher, es gibt keinen Numerus Clausus. An der Universität Magdeburg lässt sich der Test schon vor dem Abiturabschluss ablegen, das Ergebnis bleibt für die spätere Bewerbung gültig. Wann welche Hochschule prüft, zeigt die Übersicht der Sporteignungstest Termine aller Hochschulen.

An einigen Hochschulen ersetzt eine gute Sportnote im Abitur den praktischen Test ganz oder teilweise, Stand August 2026:

Hochschule Nachweis als Testersatz
Tübingen (B.Sc. Sportwissenschaft) Abitur-Leistungsfach Sport ab 9 Punkten
Duisburg-Essen Leistungskurs Sport ab 10 Punkten (Halbjahre 12 und 13)
Marburg Sport-Abiturprüfungskurs ab 11 Punkten
Gießen Abitur-Leistungsfach Sport ab 11 Punkten
Flensburg Sport-Leistungskurs ab 12 Punkten (letzte 3 Jahre)
Vechta Leistungskurs ab 8 Punkten oder 4. Abiturfach ab 11 Punkten
Berlin (Humboldt-Universität) kein eigener Test, Sportnote ab 33 Punkten aus 3 Halbjahren bzw. 30 bei Leistungskurs

Wie diese Ersatznachweise mit den offiziellen Regeln der einzelnen Hochschulen zusammenhängen, ordnet die Übersicht ein, welche Hochschule welchen Test anerkennt.

Fachhochschulreife und Sportstudium

Für ein Sportstudium an einer Universität verlangen die meisten Fachbereiche die allgemeine Hochschulreife. Die Fachhochschulreife reicht dort in der Regel nicht aus, öffnet aber Studiengänge an Fachhochschulen und vergleichbaren Einrichtungen mit sportbezogenen Angeboten wie Sportmanagement. Ob eine Hochschule die Fachhochschulreife für ein bestimmtes Sportstudium akzeptiert, klärt am zuverlässigsten das Studierendensekretariat vor Ort, die Regelungen unterscheiden sich zwischen Bundesländern und Hochschultypen. Wer ganz ohne Sporteignungstest studieren will, findet die passenden Studiengänge in der Übersicht Sport studieren ohne Eignungstest.

Verwandte Begriffe

Der Numerus Clausus (NC) begrenzt die Zulassung nach Durchschnittsnote und Wartezeit, unabhängig von der HZB. Viele Sportstudiengänge mit Eignungstest verzichten auf einen NC, weil der Test die Auswahl übernimmt. Die Sportmatura ist das österreichische Gegenstück zum Sport-Leistungskurs, ein Schwerpunkt im Reifeprüfungszeugnis mit erhöhtem Sportanteil. Der Sport-Leistungskurs selbst ist ein Kurs mit erhöhtem Anspruchsniveau im deutschen Abitur, dessen Note oder Bestehen an mehreren Hochschulen als Nachweis für den Sporteignungstest akzeptiert wird, wie die Tabelle oben zeigt. Weitere Fachbegriffe rund um Zulassung und Prüfung erklärt das Lexikon zum Sporteignungstest.