
Der Schlagwurf ist ein Wurf über den Kopf mit Ausholbewegung, Rumpfrotation und einer peitschenartigen Armbewegung, wie er im Handball beim Torwurf und in der Leichtathletik beim Schlagballweitwurf vorkommt. Im Sporteignungstest zählt er dort zu den geprüften Disziplinen, wo eine Hochschule die leichtathletische Wurftechnik isoliert abfragt, statt sie nur innerhalb eines Sportspiels zu bewerten.
Was der Begriff bedeutet
Beim Schlagwurf holt der werfende Arm über eine seitliche Rückführung aus, während sich der Oberkörper gegen die Hüfte verdreht. Die Kraft kommt aus der Beinarbeit, wird über die Rumpfrotation an die Schulter weitergegeben und endet in einer schnellen Streckung des Arms. Im Handball trifft diese Bewegung den Ball aus dem Sprung oder aus dem Stand auf das Tor, in der Leichtathletik beschleunigt sie Schlagball oder Wurfball über einen Anlauf von mehreren Schritten. Der Deutsche Leichtathletik-Verband beschreibt die Grundform des Schlagwurfs für den Nachwuchsbereich mit Wurfauslage, Stemmbeineinsatz und Impulsübertragung vom Anlauf auf das Wurfgerät. Dieselben Elemente prüft eine Hochschule in der Eignungsprüfung, auch ohne festen Wettkampfball.
Rolle im Sporteignungstest
An der Technischen Universität Dortmund gehört der Schlagwurf zu den acht Einzeldisziplinen der Eignungsprüfung für alle Lehramtsstudiengänge Sport, von der Grundschule bis zur Sonderpädagogik. Er steht dort im leichtathletischen Teil neben Hochsprung und Ausdauerlauf. Rechnerisch reicht das Bestehen von sieben der acht Disziplinen, ein Ausfall ist also erlaubt. Einen Normwert für den Schlagwurf nennt die Hochschule auf ihrer Prüfungsseite nicht, das liegt uns zum Stand August 2026 nicht vor.
Als eigene Disziplin taucht der Schlagwurf an den anderen Hochschulen aus unserer Hochschulübersicht nicht auf. Wer in Münster, Mainz oder Wuppertal antritt, wählt Handball meist als eines von drei bis vier Sportspielen zur Auswahl, dort zählen Spielfähigkeit und Balltechnik im Zweikampf, nicht die isolierte Wurfbewegung. Für Lehramt Grundschule und Sonderpädagogik prüft Münster zusätzlich den Medizinballwurf, eine verwandte, aber andere Koordinationsübung mit einem schwereren Gerät. Köln, Bochum und Koblenz führen in ihren Disziplinenlisten weder Schlagwurf noch Medizinballwurf.
Technik und typische Fehler
Zwei Fehler tauchen in der Vorbereitung am häufigsten auf. Der erste ist ein zu tiefer Ellbogen in der Ausholbewegung: Der Arm sinkt unter Schulterhöhe ab, die Streckung setzt zu früh ein, und die peitschenartige Endbeschleunigung fehlt. Der zweite ist ein fehlender Stemmschritt: Das vordere Bein bremst den Anlauf nicht aktiv ab, dadurch geht die Anlaufgeschwindigkeit nicht in Wurfweite über, sondern verpufft seitlich. Beide Fehler lassen sich mit langsamen Wiederholungen ohne Anlauf korrigieren, bevor Tempo dazukommt.
Verwandte Begriffe
Der Schlagwurf braucht vor allem Schnellkraft in Schulter und Rumpf, dieselbe Grundfähigkeit, die auch beim Kugelstoßen über eine andere Wurftechnik zum Tragen kommt. Mehr zur muskulären Grundlage erklärt der Begriff Schnellkraft. Als Teil eines Sportspiels wie Handball ist der Schlagwurf außerdem eine von mehreren Techniken, die eine Hochschule in Spielsituationen statt isoliert bewertet. Weitere Fachbegriffe rund um Wurf- und Sprungdisziplinen erklärt die Lexikon-Übersicht.