
Das Sportabitur ist die Abiturprüfung im Fach Sport, die du als Leistungskurs (Leistungsfach) oder als Grundkurs ablegst und die aus einem praktischen und einem theoretischen Teil besteht. Für den Sporteignungstest an den Hochschulen zählt eine gute Note im Sportabitur in der Regel nicht als Ersatz, du musst dich trotzdem dem eigenen Auswahlverfahren der Hochschule stellen.
Was der Begriff bedeutet
Sport ist in allen Bundesländern ein reguläres Abiturfach, die Rahmenvorgaben stehen in den Einheitlichen Prüfungsanforderungen der Kultusministerkonferenz. Als Leistungskurs beziehungsweise Leistungsfach wählst du es mit erhöhtem Stundenumfang, als Grundkurs mit weniger Wochenstunden und geringerer Prüfungstiefe. Die Prüfung besteht aus zwei Teilen: einer praktischen Prüfung in mehreren Bewegungsfeldern und einer schriftlichen oder mündlichen theoretischen Prüfung zu sportwissenschaftlichen Inhalten. Beide Teile fließen zu einer gemeinsamen Note zusammen, die genaue Gewichtung und die konkreten Prüfungsinhalte legt jedes Bundesland selbst fest, auf Grundlage der einheitlichen Prüfungsanforderungen der Kultusministerkonferenz (Stand August 2026). „Sportabitur“ ist dabei keine amtliche Bezeichnung, in den Prüfungsordnungen der Länder heißt es meist „Abiturprüfung im Fach Sport“ oder „Prüfungsfach Sport“. In der Bewerbung für ein Sportstudium ist trotzdem meist vom Sportabitur die Rede, wenn dieser Schulabschluss gemeint ist.
Rolle im Sporteignungstest
Unter den neun Hochschulen in unserer Hochschulübersicht verlangt keine, dass du für den Sporteignungstest ein Sportabitur nachweist, und keine erlässt dir die Prüfung deswegen. Die Leibniz Universität Hannover nennt das ausdrücklich in ihren Zulassungsunterlagen: Sportabzeichen, Sportabitur und Trainerscheine erkennt sie nicht als Ersatz für die eigene Eignungsfeststellung an. An der Deutschen Sporthochschule Köln, der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Münster, der Bergischen Universität Wuppertal, der TU Dortmund, der Universität Mainz, der RPTU Kaiserslautern-Landau und der Universität Koblenz gilt dasselbe Prinzip, auch wenn es dort nicht eigens im Text steht: Zulassungsvoraussetzung ist das Bestehen des jeweils eigenen Sporteignungstests, nicht die Abiturnote in Sport. Für Einzelheiten zu Ablauf, Terminen und Disziplinen der jeweiligen Prüfung gilt die Seite der Hochschule selbst als verlässlichste Quelle.
Welche Hochschule welchen fremden Test überhaupt anerkennt, ist eine andere Frage als das Sportabitur. Die einzelnen Regelungen dazu stehen unter Anerkennung: Welche Uni akzeptiert welchen Test. Wer ganz ohne praktische Prüfung Sport studieren will, findet die passenden Studiengänge unter Sport studieren ohne Eignungstest; auch dort ist ein Sportabitur keine Voraussetzung, sondern schlicht kein Kriterium des jeweiligen Studiengangs.
Für angehende Sportlehrkräfte ist die Ausgangslage gleich: Der Sporteignungstest zum Lehramt Sport verlangt eigene Nachweise unabhängig vom Abiturfach, die Unterschiede nach Schulform fasst Sporteignungstest Lehramt zusammen. Ein Leistungskurs Sport hilft trotzdem bei der Vorbereitung, weil sich die Bewegungsfelder aus dem Unterricht, Leichtathletik, Turnen, Schwimmen, Sportspiele, mit den Disziplinen im Sporteignungstest überschneiden. Die Note im Sportabitur selbst fließt in keine der neun Prüfungen ein.
Verwandte Begriffe
Die folgenden Begriffe tauchen im Zusammenhang mit dem Sportabitur häufig auf, weitere Fachbegriffe rund um den Sporteignungstest sammelt unser Lexikon.
Leistungskurs Sport (Leistungsfach Sport): die vertiefte Variante des Schulfachs Sport in der gymnasialen Oberstufe, mit höherem Stundenumfang und größerer Prüfungstiefe als der Grundkurs. Wer Sport als Leistungskurs belegt hat, bringt oft konditionelle und koordinative Grundlagen mit, die sich im Sporteignungstest wiederfinden, ein automatischer Vorteil im Auswahlverfahren einer Hochschule ist das trotzdem nicht.
Sportmatura: die österreichische Entsprechung zum Sportabitur. Matura ist in Österreich und in Teilen der Schweiz die Bezeichnung für die Reifeprüfung, das sportbezogene Wahlfach beziehungsweise die sportliche Zusatzprüfung wird entsprechend Sportmatura genannt.
Kaderstatus: die Einstufung als Kaderathletin oder Kaderathlet durch einen Landes- oder Bundesfachverband, unabhängig vom Schulfach Sport. Der Kaderstatus ist ein eigenständiges Kriterium und kein Bestandteil des Sportabiturs. Ob und wie einzelne Hochschulen ihn im Bewerbungsverfahren berücksichtigen, regelt jede Hochschule für sich, für die neun Hochschulen in unserer Übersicht liegt uns dazu keine gesonderte Regelung vor.