
Sportmedizin ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit Diagnostik, Prävention, Leistungsdiagnostik und Betreuung von Sportlerinnen und Sportlern befasst, und zugleich eine Teildisziplin der Sportwissenschaft. Für Ärztinnen und Ärzte ist Sportmedizin keine eigene Grundausbildung, sondern eine Zusatzbezeichnung, die erst nach abgeschlossenem Medizinstudium und ärztlicher Weiterbildung erworben wird.
Was der Begriff bedeutet
Der Begriff steht für zwei unterschiedliche Dinge, die im Alltag oft vermischt werden. Zum einen die ärztliche Zusatzbezeichnung Sportmedizin, die eine Landesärztekammer nach zusätzlicher Weiterbildungszeit und Prüfung verleiht. Strebst du diesen Weg an, brauchst du zuerst einen Studienplatz in Humanmedizin, dessen Zulassung über den NC für Medizin läuft, nicht über einen eigenen NC für Sportmedizin. Einen grundständigen Bachelor- oder Diplomstudiengang mit dem Titel Sportmedizin gibt es an den DACH-Hochschulen nicht, weder in Deutschland noch in Österreich, auch nicht in Graz.
Zum anderen bezeichnet Sportmedizin die sportmedizinische Forschung und Lehre innerhalb sportwissenschaftlicher Institute. Studierst du dagegen Sportwissenschaft, kommst du mit sportmedizinischen Inhalten in Kontakt, etwa Trainingsphysiologie, Leistungsdiagnostik oder Sportverletzungen, ohne dass daraus eine ärztliche Qualifikation entsteht. Die Studiendauer und Zulassungsvoraussetzungen für Sportwissenschaft regeln die einzelnen Hochschulen selbst, mit dem Sporteignungstest als einer der häufigsten Hürden vor deiner Zulassung. Einen Überblick über weitere Fachbegriffe rund um den Test gibt der Lexikon-Bereich.
Rolle im Sporteignungstest
Ein sportärztliches Attest verlangen viele Hochschulen in unserer Übersicht von dir, bevor du am Sporteignungstest teilnimmst. Es bestätigt deine körperliche Belastbarkeit für die geprüften Disziplinen, ersetzt aber nicht die fachliche Vorbereitung auf Leichtathletik, Schwimmen, Turnen oder Sportspiele. Ob du dafür einen Facharzt für Sportmedizin brauchst oder eine Bescheinigung vom Hausarzt reicht, legt jede Hochschule in ihrer Prüfungsordnung selbst fest. Fristen, Formulare und die je nach Hochschule unterschiedliche Gültigkeitsdauer findest du auf der Seite zum sportärztlichen Attest für den Sporteignungstest.
Das Attest gehört zu den Unterlagen, die du zusammen mit der Anmeldung zum Sporteignungstest einreichst, meist innerhalb der jeweiligen Anmeldefrist der Hochschule. Fehlt es, drohen dir Nachfristen oder der Ausschluss vom Termin. An sportwissenschaftlichen Instituten wie der Deutschen Sporthochschule Köln, an der Sportmedizin auch Forschungsschwerpunkt ist, prüft in der Regel nicht das Institut selbst, sondern das Prüfungsamt die Vollständigkeit deiner ärztlichen Unterlagen.
Kannst du wegen einer Verletzung, chronischen Erkrankung oder Schwangerschaft nicht in vollem Umfang antreten, klärst du das über das Prüfungsamt der Hochschule und deine behandelnde Ärztin oder deinen behandelnden Arzt, nicht über eine sportmedizinische Selbstauskunft. Die Optionen für diesen Fall stehen auf der Seite zum Sporteignungstest mit Verletzung oder Krankheit.
Verwandte Begriffe
Ärztliches Attest: die Bescheinigung, mit der ein Arzt oder eine Ärztin die gesundheitliche Eignung für den Sporteignungstest bestätigt. Details zu Frist, Form und Gültigkeit stehen auf der Attest-Seite.
DGSP: die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention ist der größte sportmedizinische Fachverband in Deutschland, organisiert in Landesverbänden, mit eigener Fachzeitschrift und Fortbildungsangeboten für Ärztinnen und Ärzte.
Sportwissenschaft: das akademische Fach, das Trainingslehre, Bewegungswissenschaft, Sportmedizin und weitere Teilgebiete verbindet und an dessen Zulassung an vielen Hochschulen der Sporteignungstest hängt.