
Tapering bezeichnet die planmäßige Reduktion des Trainingsumfangs in den letzten Tagen bis drei Wochen vor einem Wettkampf, bei der Häufigkeit und Intensität der Einheiten weitgehend erhalten bleiben. Ziel ist, angesammelte Ermüdung abzubauen, damit am Prüfungstermin die volle Leistungsfähigkeit abrufbar ist.
Was der Begriff bedeutet
Der Ansatz stammt aus der Trainingswissenschaft des Leistungssports und gilt unabhängig von der Sportart: Laufen, Schwimmen und Turnen folgen demselben Prinzip. Reduziert wird nur das Volumen, also die Zahl und Länge der Einheiten, nicht die Intensität einzelner Belastungen. Eine Übersicht der Zeitschrift für Sportmedizin beziffert die wirksame Volumenreduktion auf etwa 41 bis 60 Prozent bei gehaltener Intensität, den Effekt auf 1 bis 3 Prozent Leistungssteigerung gegenüber einem Training bis zum letzten Tag. Neben körperlichen Effekten wie besserer Regeneration und neuromuskulärer Anpassung sinkt in dieser Phase auch das subjektive Stressempfinden. Je nach Hochschule heißt der Test Sporteignungstest, Sporteignungsprüfung oder Sporteingangsprüfung, gemeint ist überall derselbe mehrteilige Ablauf aus Ausdauer-, Kraft-, Spiel- und teils Turnelementen.
Rolle im Sporteignungstest
Im Trainingsplan für den Sporteignungstest mit zwölf Wochen fällt das Tapering in Woche 12: Umfang runter, Intensität halten, keine neuen Turnelemente mehr ausprobieren. Ein neu geübtes Element am Reck oder ein ungewohnter Kombinationssprung am Boden erhöht in der letzten Woche vor allem das Verletzungsrisiko, ohne die Prüfungsleistung noch spürbar zu verbessern. Sinnvoller ist, in dieser Phase nur die bereits sicher beherrschten Elemente zu wiederholen.
Wie eng die letzten Tage getaktet sind, hängt auch von der Prüfungsform ab. An der Deutschen Sporthochschule Köln läuft der Test 2026 an zwei Terminen (24. und 25. September), der bayerische BaySpET der Landesuniversitäten ebenfalls an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Wer an zwei Tagen unterschiedliche Disziplinblöcke bestehen muss, braucht am Ende des Taperings nicht nur einen einzelnen Leistungshöhepunkt, sondern eine Form, die über beide Tage trägt. Den Ablauf des Prüfungstags und die Reihenfolge der Disziplinblöcke solltest du vor der letzten Trainingswoche kennen, damit die Tapering-Phase zur tatsächlichen Belastung am Termin passt. Wie lange vor dem Termin die gesamte Vorbereitung beginnen sollte, hängt vom Ausgangsniveau ab, das Tapering selbst betrifft aber unabhängig davon immer nur die letzte Phase davor.
Ein Trainingsplan mit Tapering-Phase ist allgemeine Orientierung, kein individueller Plan, und ersetzt nicht die sportärztliche Untersuchung vor dem Termin.
Zahlen und Normwerte
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Dauer der Tapering-Phase | 3 Wochen bis 8 Tage vor dem Termin | Zeitschrift für Sportmedizin |
| Volumenreduktion bei gehaltener Intensität | ca. 41 bis 60 Prozent | Zeitschrift für Sportmedizin |
| Mögliche Leistungssteigerung | 1 bis 3 Prozent | Zeitschrift für Sportmedizin |
| Prüfungsdauer DSHS Köln 2026 | 2 Tage (24. und 25. September) | Hochschulübersicht |
| Prüfungsdauer BaySpET | 2 aufeinanderfolgende Tage | bayspet.de |
Verwandte Begriffe
Weitere Fachbegriffe rund um Training und Prüfungstag sammelt die Begriffsübersicht im Lexikon.
Intervalltraining: Wechsel aus Belastungs- und Erholungsphasen, mit dem in den Wochen vor dem Tapering die Grundlagenausdauer aufgebaut wird. Ohne diese Vorarbeit läuft die Volumenreduktion ins Leere, weil dann noch keine Form da ist, die erhalten werden könnte.
Aufwärmen: Die kurze, intensive Aktivierung direkt vor der Prüfung, die auch während des Taperings unverändert bleibt. Die Reduktion betrifft den Trainingsumfang der Vorwochen, nicht das Einlaufen und Einturnen am Prüfungstag selbst.
Ausdauer: Die Fähigkeit, die im Sporteignungstest meist über einen Lauf oder Schwimmstrecken geprüft wird und auf die sich die Volumenreduktion im Tapering am stärksten auswirkt, weil Ausdauerumfänge in Kilometern oder Bahnen am leichtesten zu dosieren sind.