
VO2max bezeichnet die maximale Sauerstoffmenge, die der Körper bei höchster Ausdauerbelastung pro Minute aufnehmen und in den Muskeln verwerten kann. Die Kenngröße wird in Milliliter Sauerstoff pro Minute und Kilogramm Körpergewicht (ml/min/kg) angegeben und gilt in der Sportmedizin als wichtigster Einzelwert für die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit.
Was der Begriff bedeutet
Gemessen wird VO2max per Spiroergometrie: Eine Atemmaske erfasst Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe während einer stufenweise gesteigerten Belastung, meist auf Laufband oder Fahrradergometer, bis zur individuellen Ausbelastung. Der Wert bildet ab, wie gut Herz, Lunge, Blut und Muskulatur zusammenspielen, um Sauerstoff aufzunehmen, zu transportieren und zu verbrauchen. Je höher VO2max, desto mehr Energie kann der Körper über den aeroben Stoffwechsel bereitstellen, bevor er auf die anaerobe Energiegewinnung mit schneller Ermüdung umschalten muss. Der Wert ist individuell, teils genetisch bedingt und durch Ausdauertraining veränderbar.
Rolle im Sporteignungstest
Keine der Hochschulen prüft VO2max direkt. Eine Spiroergometrie mit Atemmaske gehört nicht zum Ablauf der Sporteignungsprüfung, dafür fehlen an einem Prüfungstermin mit vielen Teilnehmenden sowohl das Gerät als auch die Zeit für eine Einzelmessung. Geprüft wird die Ausdauerleistungsfähigkeit stattdessen indirekt über Zeitläufe, die näherungsweise mit VO2max zusammenhängen. Der Cooper-Test schätzt die Ausdauer über die in zwölf Minuten zurückgelegte Strecke und dient als Feldmethode dort, wo eine Labormessung fehlt. An der Universität Koblenz und an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist der 3000-m-Lauf Teil der Prüfung, Stand August 2026. An der Ruhr-Universität Bochum ist der Ausdauerlauf laut Prüfungsordnung sogar Pflichtdisziplin: Wer ihn nicht besteht, kann die restliche Punktzahl nicht ausgleichen. Wer die Zeitvorgabe eines solchen Ausdauerlaufs kennt, bekommt darüber eine grobe Einordnung der eigenen Ausdauerleistung, ohne dass eine Hochschule den VO2max-Wert selbst ausweist. An der Technischen Universität Dortmund zählt der Ausdauerlauf zu acht Einzeldisziplinen für die Lehramtsstudiengänge Sport, von denen mindestens sieben bestanden werden müssen. An der Universität Münster kommt für Lehramt Grundschule und Sonderpädagogik zusätzlich zu Schwimmen, Sportspielen, Leichtathletik und Turnen ein eigener Ausdauerteil hinzu, für die übrigen Schulformen dagegen nicht.
Praxis
Grundlagenausdauertraining, also längere Belastungen im lockeren bis mittleren Tempo, verbessert die aerobe Leistungsfähigkeit allgemein und wirkt sich auf Zeiten in Ausdauerläufen wie dem 3000-m-Lauf aus. Wie viele Einheiten pro Woche dafür sinnvoll sind, hängt vom aktuellen Fitnesszustand und von der verbleibenden Zeit bis zum Prüfungstermin ab; ein Trainingsplan für den Sporteignungstest gibt dafür eine Orientierung. Die Hinweise in diesem Abschnitt sind allgemeine Orientierung ohne individuellen Trainingsplan und ersetzen keine sportärztliche Untersuchung vor der Prüfung.
Verwandte Begriffe
Laktatschwelle: die Belastungsintensität, ab der sich Laktat im Blut schneller anhäuft, als der Körper es abbauen kann. Sie liegt unterhalb von VO2max und markiert praktisch die Grenze zwischen einem Tempo, das sich lange durchhalten lässt, und einem, bei dem die Ermüdung schnell einsetzt. Wie eine Leistungsdiagnostik mit Laktatmessung abläuft, beschreibt die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention.
Ausdauer: die Fähigkeit, eine Belastung über längere Zeit durchzuhalten, ohne dass die Leistung stark abfällt. VO2max ist eine von mehreren Kenngrößen dafür, daneben zählen unter anderem Laktatschwelle und Bewegungsökonomie.
Intervalltraining: eine Trainingsform mit wechselnden Belastungs- und Erholungsphasen, die häufig gezielt zur Verbesserung von VO2max eingesetzt wird, weil kurze intensive Reize den Sauerstofftransport stärker fordern als ein gleichmäßiges Tempo.
Weitere Fachbegriffe rund um den Sporteignungstest erklärt das Lexikon.