Stützel: Bedeutung im Sporteignungstest

KI-generiertes Symbolbild: Athlet bei der Kraftübung Stützel am Boden, Thema Stützel
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Athlet bei der Kraftübung Stützel auf der Matte

Stützel ist eine Kraft- und Haltungsübung im Stütz: Aus dem Liegestütz werden die Beine angehockt oder das Gesäß hochgedrückt, wahlweise auch als kurzes Stützkraft-Element am Boden oder Barren. An der Universität Leipzig zählt Stützel zu den zehn Teilaufgaben im Mehrkampf der Eignungsfeststellungsprüfung (Stand August 2026).

Was der Begriff bedeutet

Der Begriff beschreibt eine Übung, bei der das Körpergewicht über die gestreckten oder leicht gebeugten Arme getragen wird, während Rumpf und Beine zwischen zwei Positionen wechseln, meist vom Liegestütz in eine angehockte Stützhaltung und zurück. Im Geräteturnen gehört diese Bewegungsfamilie zur Stützkraftentwicklung: Übungen, die Schultergürtel, Rumpf und Armstrecker so kräftigen, dass der Körper das eigene Gewicht im Stütz halten und bewegen kann. Eine Übersicht zu Trainingsformen der Stützkraft im Geräteturnen beschreibt verwandte Formen wie das Stützeln am Barren, bei dem sich der Körper im gehaltenen Stütz mit kleinen Schritten oder Schwüngen fortbewegt. In Prüfungs- und Testkontexten ist der Begriff enger gefasst und meint meist eine einzelne, kurze Kraft-Halte-Übung, keine Fortbewegung über mehrere Meter.

Rolle im Sporteignungstest

Bei der Eignungsfeststellungsprüfung der Universität Leipzig ist Stützel eines von zehn Teilen im Mehrkampf, neben Gesamtkoordination, Standweitsprung, Hüftaufzug, Schlagkoordination, Slalom-Dribbel, Rudertest, 30-m-Sprint, Medizinball-Druckwurf und 1500-m-Lauf. Der Mehrkampf prüft damit mehrere motorische Grundfähigkeiten in kurzen Einzelaufgaben statt einer einzigen sportartspezifischen Disziplin.

Stützkraft ist außerdem Voraussetzung für Boden- und Reckelemente, die in mehreren Sporteignungsprüfungen vorkommen. Sieben von neun Hochschulen mit Sporteignungsprüfung prüfen Turnelemente mit ausdrücklichem Boden- oder Reckanteil, darunter Bochum (Sprung, Boden, Reck), Wuppertal (Boden, Reck), Dortmund (Boden, Reck, Pferd), Duisburg-Essen (Bodenturnen) und Koblenz (Gerätturnen am Reck). Wer im Turnabschnitt des Sporteignungstests unsicher im Stütz ist, hat meist auch beim Handstand oder beim Stütz am Reck Schwierigkeiten, weil beide Elemente dieselbe Grundkraft in Schultern und Rumpf voraussetzen.

Ausführung und typische Fehler

In der Grundform startet Stützel aus dem Liegestütz mit gestreckten Armen und gerader Körperlinie von den Schultern bis zu den Fersen. Aus dieser Position ziehen sich die Knie unter den Körper, bis das Gesäß über den Schultern steht, danach kehrt der Körper in die Liegestützposition zurück. Die Arme bleiben während der gesamten Bewegung annähernd gestreckt, die Kraft kommt aus Schultern und Rumpf, nicht aus einem Schwung der Beine.

Häufige Fehler sind ein Durchhängen der Hüfte, weil Bauch- und Rückenmuskulatur die Körperspannung nicht halten, ein Einknicken der Ellbogen unter der Last sowie ein Hochziehen der Schultern zu den Ohren, was die Übung ineffizient macht und die Schultergelenke unnötig belastet. Wer die angehockte Position nicht sauber erreicht, sollte die Bewegung verlangsamen statt mit Schwung auszuführen, denn Schwung ersetzt die eigentliche Stützkraft in der Übung, statt sie zu trainieren.

Verwandte Begriffe

Der Liegestütz ist Ausgangs- und Endposition von Stützel und trainiert für sich genommen vor allem Armstrecker und Rumpfstabilität. Der Handstand verlangt dieselbe Stützkraft in Schultern und Rumpf, zusätzlich aber Balance über den Händen als Unterstützungsfläche. Maximalkraft beschreibt die höchstmögliche Kraft, die ein Muskel einmalig aufbringen kann, während Stützel eher die Haltekraft über mehrere Wiederholungen oder Sekunden beansprucht als eine einmalige Maximalleistung. Wer sich gezielt auf Stützkraftelemente vorbereiten will, findet Übungsvorschläge im Trainingsplan für den Sporteignungstest. Weitere Fachbegriffe rund um Disziplinen und Prüfungsteile stehen im Lexikon.