Barren im Sporteignungstest: Anforderungen je Hochschule und Training

KI-generiertes Symbolbild: Athlet im Stützschwung am Barren, Thema Barren
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Athlet im Stützschwung am Barren

Drei Hochschulen in unserer Sporteignungstest-Übersicht führen Barren ausdrücklich als Prüfungsgerät: die Goethe-Universität Frankfurt und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel jeweils schlicht als „Barren“, die Universität Erfurt wahlweise als Stufenbarren oder Parallelbarren neben Reck. Konkrete Einzelelemente oder Punktvorgaben veröffentlicht keine der drei Hochschulen im sichtbaren Text ihrer Prüfungsseite, alle drei verweisen stattdessen auf Video- oder PDF-Material. Stand August 2026.

Was geprüft wird

Barren prüft Stützkraft in Armen und Schultern, Rumpfspannung und die Fähigkeit, eine kurze Bewegungsfolge ohne Bodenberührung durchzuhalten. Zwei Bauformen kommen infrage. Der Parallelbarren hat zwei parallele Holme auf gleicher Höhe, meist zwischen Hüfte und Schulter, und ist das klassische Männergerät im Kunstturnen. Der Stufenbarren hat zwei ungleich hohe Holme und stammt aus dem Kunstturnen der Frauen, mit Wechseln zwischen den Holmen als eigenem technischen Element. Nur die Universität Erfurt benennt beide Bauformen ausdrücklich und lässt die Wahl zwischen Reck, Stufenbarren und Parallelbarren offen. Frankfurt und Kiel führen in ihrer Disziplinenliste allein „Barren“ auf, ohne die Bauform zu nennen, gemeint ist dort mit hoher Wahrscheinlichkeit der Parallelbarren.

In Frankfurt betrifft die Barren-Prüfung außerdem nicht automatisch jeden Bewerber: Sie ist Teil des Studierfähigkeitstests für Lehramt Sport (L1 bis L4), im Bachelor Sportwissenschaft genügt dagegen das Sportabzeichen in Bronze oder ein anerkannter externer Test.

Anforderungen im Vergleich

Hochschule Bundesland Rahmen für Barren
Goethe-Universität Frankfurt am Main Hessen Teil der Gerätebewegungen (Barren, Boden, Schaukelringe), Pflicht nur für Lehramt Sport L1 bis L4
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Schleswig-Holstein Teil des Gerätturnen-Blocks (Boden, Sprung, Barren), vollständige Disziplinliste laut Hochschule nicht auffindbar
Universität Erfurt Thüringen Wahlgerät neben Reck und Stufenbarren im Turnblock (Bodenturnen, Reck/Stufenbarren/Parallelbarren)

Für die Elemente am Gerät wurden alle drei offiziellen Prüfungsseiten gezielt durchsucht.

Hochschule Geforderte Elemente Quelle
Goethe-Universität Frankfurt im Seitentext nicht ausgeführt, verweist auf ein Demonstrationsvideo zum Barren sport.uni-frankfurt.de
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Seitentext nicht ausgeführt, verweist auf die Satzung der sportmotorischen Eignungsprüfung als PDF uni-kiel.de
Universität Erfurt im Seitentext nicht ausgeführt, verweist auf einen Normenkatalog als PDF sowie Lehrvideos zu Stufenbarren und Parallelbarren uni-erfurt.de

Konkrete Elementlisten oder Bewertungspunkte haben wir für keine der drei Hochschulen im öffentlichen Seitentext gefunden. Wer sich gezielt vorbereiten will, sollte die verlinkten PDF- und Videounterlagen der jeweiligen Hochschule direkt einsehen, bevor er ein Trainingsprogramm plant.

Technik: worauf die Prüfer achten

  • Stütz: Ausgangsposition mit gestreckten Armen auf den Holmen, Schultern über den Händen, Rumpf angespannt, Beine geschlossen.
  • Schwung: kontrolliertes Vor- und Rückschwingen aus der Hüfte heraus, ohne Nachwippen zwischen den Elementen.
  • Kehre oder Wende: Drehung um die Längsachse, bei der die Beine seitlich über einen Holm geführt werden, verlangt Timing und Körperspannung.
  • Abgang: kontrollierter Ausstieg aus dem Schwung mit sicherer Landung auf beiden Beinen, ohne Zusatzschritt oder Bodenberührung der Hände danach.

Training: Aufbau über 8 bis 12 Wochen

In den ersten vier Wochen stehen Grundlagen im Vordergrund: Stützhalte und Liegestütze auf Parallelen für die Armkraft, Rumpftraining für die Körperspannung, erste Schwungübungen im Stütz mit Hilfestellung im Verein. In den Wochen 5 bis 8 folgen einzelne Elemente wie Kehren, zunächst weiterhin mit Hilfestellung an Hüfte oder Bein, danach schrittweise ohne. In den letzten Wochen vor dem Termin steht die Verbindung mehrerer Elemente zu einer kurzen Kombination im Mittelpunkt, möglichst am selben Gerätetyp, den die Zielhochschule verwendet, Parallelbarren oder Stufenbarren. Ein ausführlicherer Trainingsplan für den Sporteignungstest über 12 Wochen legt eine Wochenstruktur über alle Disziplinen hinweg an. Diese Angaben sind allgemeine Orientierung, kein individueller Trainingsplan, und ersetzen keine sportärztliche Untersuchung, die für die Zulassung ohnehin Pflicht ist.

Schwungelemente am Barren lassen sich kaum ohne zweite Person sicher üben. Ein Turnverein oder Hochschulsport-Kurs mit Trainerbegleitung senkt das Verletzungsrisiko gegenüber dem Alleintraining deutlich.

Typische Fehler am Prüfungstag

  • Zu wenig Schwung aus der Hüfte, dadurch abgebrochene Kehren oder Wenden.
  • Verlorene Körperspannung, sichtbar an durchhängender Hüfte oder geöffneten Beinen.
  • Unsicherer Stütz mit gebeugten statt gestreckten Armen, kostet Kraft für die späteren Elemente.
  • Unsauberer Abgang mit Zusatzschritten oder Handaufsatz auf der Matte.
  • Vorbereitung nur am Parallelbarren, obwohl die Zielhochschule den Stufenbarren verlangt, oder umgekehrt.
  • Keine Hilfestellung im Training geübt, dadurch erhöhte Unsicherheit direkt am Gerät.

Verwandte Begriffe

Reck: Turngerät mit einer einzelnen Stange, an der Universität Erfurt gleichberechtigte Alternative zum Barren. Boden: Bewegungsverbindung aus Rolle, Handstand und vergleichbaren Elementen auf der Matte, an der Goethe-Universität Frankfurt Teil derselben Gerätebewegungen wie Barren. Sprung: Element über ein Sprunggerät wie Kasten oder Bock, an der Christian-Albrechts-Universität Kiel Teil desselben Gerätturnen-Blocks wie Barren.

Einen Überblick über alle geprüften Disziplinen bietet die Übersicht der Disziplinen im Sporteignungstest.

Häufige Fragen

Welche Hochschulen prüfen Barren im Sporteignungstest?

In unserer Übersicht führen die Goethe-Universität Frankfurt, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und die Universität Erfurt Barren ausdrücklich als Prüfungsgerät. In Erfurt zählt er als Wahlgerät neben Reck und Stufenbarren.

Was ist der Unterschied zwischen Parallelbarren und Stufenbarren?

Der Parallelbarren hat zwei gleich hohe Holme und ist das klassische Männergerät. Der Stufenbarren hat zwei ungleich hohe Holme und stammt aus dem Kunstturnen der Frauen, mit Holmwechseln als zusätzlichem Element. Nur die Universität Erfurt nennt beide Bauformen ausdrücklich.

Muss ich im Bachelor Sportwissenschaft in Frankfurt auch Barren zeigen?

Nein. Die Barren-Prüfung gehört dort zum Studierfähigkeitstest für Lehramt Sport L1 bis L4. Im Bachelor Sportwissenschaft genügt das Sportabzeichen in Bronze oder ein anerkannter externer Test.

Wie lange sollte ich für Barren trainieren?

Ein Aufbau über 8 bis 12 Wochen mit regelmäßigem Training und Hilfestellung deckt Grundlagen, Elementübung und Kombinationstraining ab. Wie viel Zeit tatsächlich nötig ist, hängt von der individuellen Vorerfahrung im Gerätturnen ab.

Brauche ich einen Verein für die Vorbereitung?

Nicht zwingend, aber sinnvoll. Schwungelemente am Barren lassen sich kaum ohne Hilfestellung sicher üben, ein Turnverein oder Hochschulsport-Kurs mit Trainerbegleitung senkt das Verletzungsrisiko gegenüber dem Alleintraining.

Welche konkreten Elemente verlangen die Hochschulen am Barren?

Das haben wir für Frankfurt, Kiel und Erfurt im öffentlichen Seitentext der Prüfungsseiten nicht gefunden, alle drei verweisen auf Video- oder PDF-Material. Am sichersten klärst du die genaue Elementliste direkt beim Prüfungsamt der Zielhochschule.