
Sieben der 18 Hochschulen mit Sporteignungstest in dieser Übersicht nennen Handball ausdrücklich als eine von mehreren Sportspiel-Optionen: die Universität Münster, die Bergische Universität Wuppertal, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die Universität Tübingen, die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, die bayerischen Hochschulen über BaySpET und die Universität Potsdam. An neun weiteren, darunter die Deutsche Sporthochschule Köln und die Ruhr-Universität Bochum, steht in der Prüfungsordnung nur „Mannschaftsspiel nach Wahl“, ohne dass Handball auf der offiziellen Seite namentlich auftaucht. An der Universität Hildesheim ist die Mannschaftsspiel-Position fest auf Basketball gelegt, Handball kommt dort im Sporteignungstest nicht vor. Sporteignungstest Handball bedeutet also fast überall dasselbe Grundgerüst: Prellen, Passen, Werfen und eine kurze Spielform, bewertet nach Technik statt nach Stoppuhr.
Was geprüft wird
Handball taucht in keinem der geprüften Sporteignungstests als eigenständige Zeit- oder Weitenmessung auf. Bewertet wird die Bewegungsausführung: Ballkontrolle im Lauf, Zusammenspiel mit einem Partner oder einer kleinen Gruppe und die Umsetzung typischer Handballtechniken unter Zeitdruck. Die TU Dortmund beschreibt die Sportspiel-Station in der Datenbasis mit den Begriffen „Technik“ und „Taktik“, das deckt sich mit dem, was auch an anderen Hochschulen in dieser Kategorie üblich ist: ein Technikteil und eine kurze Spielform, bewertet durch die Prüfenden nach Kriterien statt durch eine Stoppuhr. In Mainz entscheidest du dich für 3 von 4 Sportspielen (Basketball, Fußball, Handball, Volleyball), an anderen Hochschulen wählst du genau ein Sportspiel für die gesamte Mannschaftsspiel-Position. Ein öffentlich einsehbares Punkteschema für die Handball-Station veröffentlicht keine der geprüften Hochschulen. Alle weiteren geprüften Mannschafts- und Rückschlagspiele zeigt die Übersicht der Prüfungsdisziplinen.
Anforderungen im Vergleich
Handball im Überblick
Die Tabelle zeigt, welche Rolle Handball an jeder Hochschule aus dieser Übersicht spielt, auf Basis der Datenbasis und, wo dort keine Angabe stand, der offiziellen Prüfungsseite.
| Hochschule | Bundesland | Rolle von Handball |
|---|---|---|
| Deutsche Sporthochschule Köln | Nordrhein-Westfalen | Mannschaftsspiel frei wählbar, Handball auf der Prüfungsseite nicht namentlich genannt |
| Ruhr-Universität Bochum | Nordrhein-Westfalen | Mannschaftsspiel als Oberbegriff, Handball nicht namentlich genannt |
| Universität Münster | Nordrhein-Westfalen | eine von vier Sportspiel-Optionen (Fußball, Basketball, Handball, Volleyball) |
| Bergische Universität Wuppertal | Nordrhein-Westfalen | Sportspiel nach Wahl, Handball eine von vier Optionen (Fußball, Handball, Basketball, Volleyball) |
| TU Dortmund | Nordrhein-Westfalen | Sportspiel mit Technik- und Taktikbewertung, konkrete Sportarten auf der Prüfungsseite nicht gefunden |
| Johannes Gutenberg-Universität Mainz | Rheinland-Pfalz | 3 von 4 Sportspielen Pflicht (Basketball, Fußball, Handball, Volleyball), Handball eine mögliche Wahl |
| Universität Kassel | Hessen | Sportspiele als Oberbegriff, Handball nicht namentlich genannt |
| Universität Tübingen | Baden-Württemberg | Handball als eigener Prüfungsteil gelistet, getrennt von der zusätzlichen Teamsport-Station |
| Universität Freiburg | Baden-Württemberg | Ballspiele in vier Varianten, welche Sportarten dazuzählen, auf der Prüfungsseite nicht einzeln gefunden |
| Pädagogische Hochschule Ludwigsburg | Baden-Württemberg | Ballspiele (Fußball, Handball, Basketball, Volleyball), Details zur Auswahl in der Datenbasis unvollständig |
| Pädagogische Hochschule Karlsruhe | Baden-Württemberg | Ballspiele als Oberbegriff, Handball nicht namentlich genannt |
| TU München (BaySpET) | Bayern | Sportspiele (Basketball, Fußball, Handball, Volleyball) oder ersatzweise ein Rückschlagspiel |
| Universität Potsdam | Brandenburg | Wahl-Spielsport, Handball eine von vier Optionen (Fußball, Volleyball, Handball, Basketball) |
| Universität Vechta | Niedersachsen | Ballspiel- und Mitspielfähigkeit als Sammelbegriff, Handball nicht namentlich genannt |
| Universität Hildesheim | Niedersachsen | Mannschaftsspiel-Position fest auf Basketball gelegt, Handball kein Bestandteil des Tests |
| TU Chemnitz | Sachsen | Mannschaftsballspiel als Oberbegriff, Handball nicht namentlich genannt |
| Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg | Sachsen-Anhalt | Sportspiele als Oberbegriff, Handball nicht namentlich genannt |
| Universität Bielefeld | Nordrhein-Westfalen | kein Aufnahmetest, Mannschaftsspiele nur begleitend im Sportmotorischen Propädeutikum während des Studiums |
Bei neun Hochschulen steht in der Datenbasis nur ein Sammelbegriff wie „Sportspiele“, „Ballspiele“ oder „Mannschaftsballspiel“. Für Köln, Bochum, Freiburg und Dortmund wurde zusätzlich die offizielle Prüfungsseite geprüft, Stand August 2026: Köln und Bochum bestätigen dort nur die freie Wahl des Mannschaftsspiels, für Freiburg und Dortmund haben wir keine öffentlich einsehbare Liste der einzelnen Sportspiele gefunden. Das schließt Handball an diesen Hochschulen nicht aus, bestätigt es aber auch nicht.
Technik: worauf die Prüfer achten
- Prellen: kontrollierte Ballführung im Lauf, Blick nach vorn statt auf den Ball, Handwechsel ohne Tempoverlust.
- Fangen und Passen: sicherer Fang aus unterschiedlichen Höhen, Pass in Bewegung statt aus stehender Position, präziser Zielpunkt beim Partner.
- Sprungwurf: Anlauf mit klarer Schrittfolge, Absprung vom nicht wurfarmigen Bein, Oberkörperrotation während der Flugphase.
- Torwurf: Zielgenauigkeit auf vorgegebene Zonen, Wurfgeschwindigkeit und eine saubere Wurfauslösung ohne Zusatzschritte.
- Spielform: Positionsspiel, Abwehrverhalten und Entscheidungsgeschwindigkeit in einer kleinen Spielsituation, meist 3 gegen 3 oder 4 gegen 4.
Ein technisch sauberer Sprungwurf zählt meist mehr als reine Wurfhärte: Prüfende achten auf den Bewegungsablauf, nicht auf die Geschwindigkeit des Balls.
Training: Aufbau über 8 bis 12 Wochen
In den ersten drei bis vier Wochen stehen Ballgewöhnung und Grundtechnik im Vordergrund: Prellen im Lauf, Passen und Fangen zu zweit, dazu allgemeine Koordinationsübungen. In den Wochen 5 bis 8 kommt die Wurftechnik dazu, zunächst der Sprungwurf aus stehender Position, später mit Anlauf, ergänzt durch Torwurf auf feste Zielzonen. In den letzten drei bis vier Wochen vor dem Termin rückt die Spielform in den Mittelpunkt: kleine Spielformen wie 3 gegen 3 üben Entscheidungsgeschwindigkeit und Zusammenspiel, der Trainingsumfang sinkt zum Ende hin, damit du ausgeruht antrittst.
| Wochen | Schwerpunkt |
|---|---|
| 1 bis 4 | Ballgewöhnung, Prellen im Lauf, Passen und Fangen zu zweit |
| 5 bis 8 | Sprungwurf und Torwurf, erst aus stehender Position, dann mit Anlauf |
| 9 bis 12 | kleine Spielformen (z. B. 3 gegen 3), Trainingsumfang zum Ende reduziert |
Diese Angaben sind allgemeine Orientierung und kein individueller Trainingsplan. Sie ersetzen keine sportärztliche Untersuchung, die vor der Sporteignungsprüfung ohnehin Pflicht ist. Ein Training im Handballverein oder Hochschulsport-Kurs mit Trainerbegleitung hilft besonders beim Sprungwurf, weil sich Anlauf und Absprungtiming allein nur schwer korrigieren lassen.
Typische Fehler am Prüfungstag
- Schrittfehler beim Prellstopp: mehr als drei Schritte mit dem Ball in der Hand ohne erneutes Prellen wird meist als technischer Fehler gewertet.
- Wurf ohne Sprung: ein Sprungwurf, der flach aus stehender Position statt aus der Flugphase geworfen wird, wirkt technisch unsauber und kostet Punkte in der Bewertung.
- Falsches Tempo in der Spielform: zu zurückhaltendes Spiel wirkt passiv, zu hektisches Spiel führt zu Fehlpässen und Ballverlusten.
- Unpassende Ausrüstung: Straßenschuhe statt Hallenschuhe mit heller, nicht abfärbender Sohle sind in den meisten Sporthallen nicht zugelassen.
- Fehlende Reihenfolge im Kopf: wer den Ablauf der Station, also Technikteil vor Spielform, nicht kennt, verliert Zeit für das Aufwärmen dazwischen.
Verwandte Begriffe
Shuttle-Run: Pendellauf im Takt zwischen zwei Linien mit steigendem Tempo, an manchen Hochschulen Teil des Ausdauerblocks, nicht der Handball-Station. Cooper-Test: Lauftest über 12 Minuten zur Ausdauermessung, für Handball nicht üblich. Ausschlusszeit: Zeitgrenze in Zeitdisziplinen wie dem Ausdauerlauf, deren Überschreiten die gesamte Prüfung nicht bestehen lässt, für die qualitativ bewertete Handball-Station gibt es dieses Konzept in der Regel nicht. Richtwert: von einer Hochschule genannte Zielgröße für eine Teildisziplin, bei Handball meist ein Bewertungskriterium wie eine saubere Wurfausführung statt einer Zeit oder Weite.
Häufige Fragen
Muss ich bei jeder Hochschule Handball wählen können?
Nein. Nur an sieben der 18 Hochschulen aus dieser Übersicht steht Handball ausdrücklich als Option in der Sportspiel-Liste. An den übrigen entscheidet die jeweilige Prüfungsordnung über die zulässigen Sportarten oder legt, wie in Hildesheim, ein anderes Mannschaftsspiel fest.
Zählt bei der Handball-Station nur die Technik oder auch das Spiel?
Beides. Die TU Dortmund beschreibt die Sportspiel-Station ausdrücklich mit Technik und Taktik. An anderen Hochschulen ist ein ähnlicher Aufbau aus Technikteil und kurzer Spielform üblich, auch wenn nicht jede Prüfungsordnung das im Detail veröffentlicht.
Was passiert, wenn ich noch nie Handball gespielt habe?
An Hochschulen mit freier Sportspielwahl kannst du in der Regel ein anderes Mannschaftsspiel wie Basketball, Fußball oder Volleyball wählen, sofern die jeweilige Prüfungsordnung das vorsieht. Welche Sportspiele konkret zur Wahl stehen, zeigt die Tabelle weiter oben.
Gibt es feste Zeiten oder Punktzahlen, die ich für Handball erreichen muss?
Nein, dafür liegt keine öffentlich einsehbare Angabe vor. Anders als beim Ausdauerlauf mit fester Zielzeit bewerten die Prüfenden die Handball-Station über die Ausführungsqualität von Technik und Spielform, ein Punkteschema veröffentlicht keine der geprüften Hochschulen offen.
Kann ich Handball mit einem anderen Sportspiel kombinieren?
Meist nicht, die Sportspiel-Position ist an den meisten Hochschulen mit genau einer Sportart zu besetzen. Eine Ausnahme ist Mainz: Dort sind 3 von 4 Sportspielen Pflicht, Handball kann eine der drei gewählten Sportarten sein.
Wo finde ich verbindliche Angaben zu meiner Hochschule?
Verbindlich ist immer die offizielle Prüfungsseite deiner Hochschule, zum Beispiel die Eignungstest-Seite der Deutschen Sporthochschule Köln. Werte und Sportspiel-Listen können sich zwischen Prüfungsterminen ändern, prüfe die Seite vor deiner Anmeldung erneut.