Hochsprung im Sporteignungstest: Anforderungen je Hochschule und Training

KI-generiertes Symbolbild: Athlet im Bogen über die Hochsprunglatte, Thema Hochsprung
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Athlet im Bogen über die Hochsprunglatte

Hochsprung taucht nicht an jeder Hochschule im Sporteignungstest auf. In den Prüfungsdaten, die für dieses Portal ausgewertet wurden, nennen die TU Dortmund und die Universität Tübingen die Disziplin ausdrücklich als eigenen Prüfungsteil. An beiden Standorten zählt Hochsprung zu den Leichtathletik-Einzeldisziplinen der Sporteignungsprüfung beziehungsweise Sporteingangsprüfung, konkrete Höhenvorgaben für Männer und Frauen veröffentlichen aber weder Dortmund noch Tübingen öffentlich zugänglich. Viele andere Hochschulen setzen im Leichtathletik-Teil stattdessen auf Weitsprung oder Standweitsprung, weil dafür keine Hochsprunganlage mit Matte und Latte nötig ist.

Was geprüft wird

An der TU Dortmund ist Hochsprung eine von acht Einzeldisziplinen aus Leichtathletik, Turnen und Sportspiel. Geprüft werden außerdem Schlagwurf und Ausdauerlauf aus der Leichtathletik, dazu Boden, Reck und Pferd im Turnen sowie Technik und Taktik im Sportspiel. Bestanden ist die Sporteignungsprüfung, wenn mindestens sieben der acht Disziplinen erfüllt sind, ein einziger Ausfall ist also erlaubt.

An der Universität Tübingen ist Hochsprung eine von neun Teildisziplinen der Sporteingangsprüfung, zusammen mit 100-Meter-Lauf, leichtathletischem Wurf, Bodenturnen, Handball, Gerätturnen, Schwimmen, Teamsport sowie Gymnastik und Tanz. Der Haupttermin liegt Anfang Juni, ein Nachtermin Anfang Juli.

Geprüft wird an beiden Standorten die Grundtechnik des Sprungs: Anlauf, Absprung und Überquerung der Latte in einer sauberen Bewegungsfolge, nicht die reine Höhe eines Spitzensportlers.

Anforderungen im Vergleich

Hochschule Hochsprung im Test? Konkrete Anforderung Quelle
TU Dortmund Ja, eine von 8 Einzeldisziplinen, mindestens 7 von 8 bestanden Höhe nach Geschlecht haben wir auf der offiziellen Seite zum Stand August 2026 nicht gefunden Prüfungsseite der TU Dortmund
Universität Tübingen Ja, eine von 9 Teildisziplinen Höhe nach Geschlecht haben wir auf der offiziellen Seite nicht gefunden Sporteingangsprüfung der Universität Tübingen
Ruhr-Universität Bochum Auf der offiziellen Übersichtsseite nicht als eigene Einzeldisziplin benannt, nur allgemein Leichtathletik entfällt, keine Angabe auf der Übersichtsseite Sporteignungstest-Seite der Ruhr-Universität Bochum
DSHS Köln Auf der offiziellen Seite nicht ersichtlich, dort stehen nur fünf Prüfungssportarten ohne Einzelaufzählung entfällt, keine Angabe auf der Übersichtsseite Eignungstest-Seite der DSHS Köln

Bei Bochum und Köln lässt sich mit den öffentlich zugänglichen Übersichtsseiten also nicht klären, ob Hochsprung überhaupt Teil des Tests ist. Wer an einer dieser beiden Hochschulen antritt, klärt die genaue Disziplinliste über das jeweilige Prüfungsamt oder das verlinkte Reglement, nicht über die Übersichtsseite.

Technik: worauf die Prüfer achten

Die Flop-Technik (Fosbury-Flop) ist der Standard bei nahezu allen Sporteignungstests, weil sie die höchste Sprunghöhe bei vertretbarem technischem Aufwand ermöglicht. Bewertet werden typischerweise vier Phasen:

Die Anlaufkurve führt in einem J-förmigen Bogen von der Seite auf die Latte zu, die letzten drei bis vier Schritte laufen bewusst gebogen und beschleunigt, damit der Körper beim Absprung eine Rückwärtsrotation aufbaut. Prüfer achten hier auf einen gleichmäßigen Rhythmus statt auf Tempo um jeden Preis.

Der Absprung erfolgt mit dem äußeren Bein (bei Anlauf von rechts also das linke), der Fuß setzt aktiv und mit gestrecktem Knie auf, nicht bremsend. Aus dem Absprung entsteht der Schwung für die Rotation über die Latte.

Bei der Lattenüberquerung liegt der Körper in Rückenlage über der Latte, Kopf und Schultern zuerst, das Becken wird aktiv nach oben gedrückt (Bogenspannung), die Beine folgen erst nach dem Passieren der Latte mit den Hüften.

Die Landung erfolgt auf dem oberen Rücken in der Matte, kontrolliert und nicht auf Kopf oder Nacken.

Training: Aufbau über 8 bis 12 Wochen

Ein Trainingsaufbau für Hochsprung im Sporteignungstest kombiniert vier Bausteine, die sich über 8 bis 12 Wochen steigern lassen: Sprungkraft (Beinpressen, Kniebeugen, Ausfallschritte, später einbeinige Sprungübungen), Anlauftraining (die J-Kurve isoliert einüben, erst langsam, dann mit Tempo), Rumpf- und Hüftstabilität (für die Bogenspannung über der Latte) sowie Beweglichkeit in Hüfte und Schultern.

In den ersten drei bis vier Wochen steht die Anlaufkurve im Mittelpunkt, ohne Latte, nur die Bewegung und der Absprungfuß werden gefestigt. In der mittleren Phase kommt eine niedrige Latte oder ein Gummiband dazu, die Rückenlage über der Latte wird geübt. In den letzten Wochen vor dem Prüfungstermin wird die volle Bewegung mit Anlauf, Absprung und Landung wiederholt, bei sinkendem Übungsumfang, damit der Körper am Prüfungstag frisch ist.

Dieser Trainingsaufbau ist eine allgemeine Orientierung, kein individueller Plan. Wer Vorerkrankungen, Gelenkbeschwerden oder frühere Verletzungen an Knie, Sprunggelenk oder Rücken hat, bespricht das Training vorab mit einem Sportarzt, unabhängig von der sportärztlichen Untersuchung, die für die Zulassung zum Sporteignungstest ohnehin Pflicht ist.

Typische Fehler am Prüfungstag

Zu schnelle Anlaufkurve: Wer die letzten Schritte überhastet, verliert die Kontrolle über den Absprungwinkel und springt seitlich statt über die Latte.

Falsches Schuhwerk: Hallenturnschuhe mit zu viel Dämpfung erschweren den aktiven, gestreckten Absprung. Übliche Hallensportschuhe mit fester Sohle reichen für den Test, Spikes sind bei Hallenanlagen meist nicht zugelassen und sollten vorher beim Prüfungsamt erfragt werden.

Ungünstige Reihenfolge am Prüfungstag: Wer Hochsprung direkt nach einer Ausdauerdisziplin absolviert, springt mit ermüdeter Beinmuskulatur. Wo der genaue Ablauf und die Reihenfolge der Disziplinen am Prüfungstag geregelt sind, steht im Überblick zum Sporteignungstest-Ablauf.

Zu hoch angesetzte erste Höhe: Wer die erste Höhe zu ambitioniert wählt, riskiert einen ungültigen ersten Versuch und damit unnötigen Druck für die folgenden Sprünge.

Verwandte Begriffe

Weitsprung und Standweitsprung sind die häufigeren Alternativen zum Hochsprung im Leichtathletik-Teil vieler Sporteignungstests. Der Shuttle Run prüft Schnelligkeitsausdauer über Pendelläufe, der Cooper-Test die Grundlagenausdauer über zwölf Minuten Laufzeit. Als Ausschlusszeit oder Ausschlusswert bezeichnen Prüfungsordnungen die Grenze, unterhalb derer eine Einzelleistung nicht mehr als bestanden gilt, während ein Richtwert eher als Orientierungsgröße ohne bindende Wirkung dient.

Häufige Fragen

Prüfen alle Hochschulen Hochsprung im Sporteignungstest?

Nein. Von den Hochschulen, deren Prüfungsdaten hier ausgewertet wurden, nennen nur die TU Dortmund und die Universität Tübingen Hochsprung ausdrücklich als Einzeldisziplin. Andere Hochschulen setzen im Sprungteil auf Weitsprung oder Standweitsprung.

Wie hoch muss ich beim Sporteignungstest springen?

Konkrete Höhenvorgaben nach Geschlecht für Dortmund und Tübingen haben wir auf den offiziellen Prüfungsseiten nicht gefunden. Die genaue Vorgabe für das jeweilige Prüfungsjahr klärst du am besten direkt mit dem Prüfungsamt der Hochschule, an der du antrittst.

Welche Technik wird beim Hochsprung im Sporteignungstest erwartet?

Geprüft wird in der Regel die Flop-Technik mit gebogener Anlaufkurve, Absprung mit dem äußeren Bein und Rückenlage über der Latte. Eine perfekte Wettkampftechnik wird nicht vorausgesetzt, eine saubere Grundbewegung schon.

Wie bereite ich mich auf den Hochsprung im Sporteignungstest vor?

Ein Aufbau über 8 bis 12 Wochen mit Sprungkraft-, Anlauf- und Rumpfstabilitätstraining deckt die wichtigsten Elemente ab. Einen vollständigen Trainingsplan für alle Disziplinen des Sporteignungstests findest du im Trainingsplan für den Sporteignungstest.

Was passiert, wenn ich Hochsprung nicht bestehe?

Das hängt von der Prüfungsordnung der jeweiligen Hochschule ab. An der TU Dortmund reichen sieben von acht bestandenen Einzeldisziplinen, ein Ausfall bei Hochsprung ist dort also rechnerisch verkraftbar. Details zur Anmeldung und zu Fristen für einen möglichen Nachtermin stehen im Überblick zur Sporteignungstest-Anmeldung.

Einen Überblick über alle geprüften Einzeldisziplinen des Sporteignungstests bietet die Übersicht der Disziplinen.