Swiss Olympic Card: Bedeutung im Sporteignungstest

KI-generiertes Symbolbild: Athlet trainiert auf einer Bahn vor Hügellandschaft, Thema Swiss Olympic Card
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Athlet trainiert auf einer Bahn vor sanfter Hügellandschaft

Die Swiss Olympic Card ist ein Kaderausweis, den der Dachverband Swiss Olympic in Absprache mit dem jeweiligen Sportfachverband an Athletinnen und Athleten in der Schweiz vergibt. Sie besteht in den Stufen Elite, Gold, Silber und Bronze sowie den Talent Cards National und Regional und wird jedes Jahr neu ausgestellt.

Was der Begriff bedeutet

Die Card ist personengebunden und nicht übertragbar, eine erneute Vergabe erfolgt jährlich, nicht auf Lebenszeit. Bei den Elite-Stufen unterscheidet Swiss Olympic zwischen Bronze, Silber, Gold und Elite: Bronze richtet sich an leistungsauffällige Athletinnen und Athleten aus der höchsten Nachwuchskategorie, Silber und Gold sind an Ergebnisse bei internationalen Meisterschaften (Welt- oder Europameisterschaften, Olympische Spiele) gebunden, die Elite Card an die Zugehörigkeit zum Nationalkader. Die Talent Cards National und Regional entstehen aus dem PISTE-Verfahren (Prognostische Integrative Systematische Trainer-Einschätzung), das nicht nur die aktuell besten, sondern die aussichtsreichsten Nachwuchsathletinnen und -athleten identifizieren soll. Die genauen Punkte- und Ergebnisschwellen je Stufe legt Swiss Olympic in eigenen Richtlinien und Ausführungsbestimmungen fest, die nicht im Volltext öffentlich einsehbar sind.

Stufe Zielgruppe
Elite Athletinnen und Athleten im Nationalkader
Gold internationale Spitzenresultate, etwa bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften
Silber internationale Spitzenresultate, etwa bei Europameisterschaften
Bronze leistungsauffällige Athletinnen und Athleten aus der höchsten Nachwuchskategorie
Talent Card National Nachwuchskader auf nationaler Ebene, Auswahl über das PISTE-Verfahren
Talent Card Regional Nachwuchskader auf regionaler Ebene, Auswahl über das PISTE-Verfahren

Rolle im Sporteignungstest

An der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen (EHSM) hat die Card eine konkrete Funktion: Wer eine Swiss Olympic Card besitzt, ist von Teil 1 der Eignungsabklärung befreit, dem sportmotorischen Bewegungs- und Spieltest (Turnen, Tanzen, Ballspiele, Rückschlagspiele, Rollsport, Leichtathletik). Teil 2, der Berufsfeldtest zum Textverständnis, bleibt für Card-Inhaberinnen und -Inhaber trotzdem Pflicht, eine ärztliche Dispensation von diesem Teil ist nicht möglich (Stand August 2026). An der ETH Zürich stellt sich die Frage anders: Der Bachelor Gesundheitswissenschaften und Technologie verlangt keine sportliche Eignungsprüfung, eine Swiss Olympic Card spielt beim Zugang also keine Rolle. Erst für das optionale Lehrdiplom Sport nach dem Bachelor kommen sportpraktische Auflagen hinzu, zum Zusammenspiel mit der Card liegt uns keine Angabe vor. An den übrigen hier vorgestellten Hochschulen im deutschsprachigen Raum ist die Swiss Olympic Card kein Bestandteil der veröffentlichten Zulassungsregeln, weil sie ausschließlich von Swiss Olympic und damit nur an Schweizer Kaderathletinnen und -athleten vergeben wird.

Das deutsche Gegenstück ist der Kaderstatus: Auch hier erleichtert oder ersetzt eine Kaderzugehörigkeit einzelne Teile der Sporteignungsprüfung, die Regeln legt aber jede Hochschule einzeln fest statt ein zentraler Dachverband. Giltst du für die EHSM Magglingen bereits als Kaderathletin oder Kaderathlet, klärst du die Befreiung am besten vor der Anmeldung mit deinem Sportfachverband und der Hochschule, weil die Card jährlich neu ausgestellt wird und dich ein abgelaufener Status die Befreiung von Teil 1 kosten kann.

Verwandte Begriffe

Der Kaderstatus ist die deutsche Entsprechung: Kaderathletinnen und -athleten deutscher Fachverbände können bei einzelnen Hochschulen Erleichterungen erhalten, die Kriterien unterscheiden sich aber von Hochschule zu Hochschule statt zentral geregelt zu sein. Die Sportmatura ist das österreichische Pendant im Schulbereich: Ein mit guter Note bestandenes Maturafach Bewegung und Sport kann die motorische Eignungsprüfung an manchen österreichischen Universitäten ersetzen. Details zur Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen (EHSM), zu Terminen, Anmeldefrist und Kosten der Eignungsabklärung, stehen auf der Hochschulseite. Wie ein Sportstudium ganz ohne Eignungsprüfung aussieht, zeigt die ETH Zürich. Weitere Fachbegriffe rund um den Sporteignungstest erklärt das Lexikon, Termine und Zugangsregeln aller Hochschulen listet unsere Hochschulübersicht.

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