
Der Sporttest der Berufsfeuerwehr Hamburg prüft Kraft, Ausdauer und Koordination in neun Disziplinen, von 3000-Meter-Lauf und Liegestütz bis zur Personenrettung mit einer Übungspuppe. Insgesamt sind mindestens 46 Punkte nötig, seit einer Umstellung im Oktober 2024 lässt sich eine schwächere Disziplin durch eine stärkere ausgleichen, sofern kein K.O.-Wert unterschritten wird. Mit dem Sporteignungstest für ein Sportstudium hat das nichts zu tun: Die Universität Hamburg hat ihre eigene Sporteignungsprüfung bereits 2023 abgeschafft, seit dem Wintersemester 2026/27 zählen dort laut der Übersicht zu Hochschulen ohne Eignungstest stattdessen ein Sportabzeichen in Silber, ein ärztliches Attest und ein Rettungsfähigkeitsnachweis. Grundlage für die Zahlen zum Feuerwehr-Sporttest ist die offizielle Karriereseite der Feuerwehr Hamburg, Stand 2026.
Sporttest Feuerwehr Hamburg im Überblick
Der physische Eignungstest findet in einer Sporthalle statt und unterscheidet nur nach Alter, nicht nach Geschlecht oder angestrebter Laufbahn. Jede Disziplin bringt bis zu 10 Punkte, zusätzlich gilt für jede Übung ein K.O.-Wert.
| Übung | Anforderung laut Feuerwehr Hamburg | Quelle |
|---|---|---|
| 3000-Meter-Lauf | Volljährige: bis 13:00 Minuten volle Punktzahl, K.O. ab 17:00 Minuten. Minderjährige: bis 14:00 Minuten volle Punktzahl, K.O. ab 18:00 Minuten | Feuerwehr Hamburg, Physischer Eignungstest |
| Liegestütz (Metronom, 4 Sekunden je Wiederholung) | Volljährige: ab 16 Wiederholungen volle Punktzahl, K.O. bei 7 oder weniger. Minderjährige: ab 14 Wiederholungen, K.O. bei 5 oder weniger | Feuerwehr Hamburg, Physischer Eignungstest |
| Wechselsprünge (30 Sekunden seitlich über eine Leine) | ab 54 Sprüngen volle Punktzahl, K.O. bei 29 oder weniger. Leinenhöhe 33 Zentimeter bei Volljährigen, 15 Zentimeter bei Minderjährigen | Feuerwehr Hamburg, Physischer Eignungstest |
| Beugehang | Volljährige: ab 60 Sekunden volle Punktzahl, K.O. bei 27 Sekunden oder weniger. Minderjährige: ab 40 Sekunden, K.O. bei 20 Sekunden oder weniger | Feuerwehr Hamburg, Physischer Eignungstest |
| Seitlicher Medizinballwurf (4 Kilogramm) | ab 9,5 Metern volle Punktzahl, K.O. bei 5,4 Metern oder weniger | Feuerwehr Hamburg, Physischer Eignungstest |
| CKCU-Test (15 Sekunden) | ab 29 Wiederholungen volle Punktzahl, K.O. bei 16 oder weniger | Feuerwehr Hamburg, Physischer Eignungstest |
| Kasten-Bumerang-Test | bis 14 Sekunden volle Punktzahl, K.O. ab 20,1 Sekunden | Feuerwehr Hamburg, Physischer Eignungstest |
| Personenrettung (Übungspuppe) | bis 54 Sekunden volle Punktzahl, K.O. ab 76 Sekunden. Puppengewicht 75 Kilogramm bei Volljährigen, 56 Kilogramm bei Minderjährigen | Feuerwehr Hamburg, Physischer Eignungstest |
| Höhentauglichkeitstest | Leiter sicher und zügig hinauf und hinabsteigen, ohne veröffentlichte Zeitvorgabe | Feuerwehr Hamburg, Physischer Eignungstest |
Insgesamt zählen mindestens 46 Punkte über alle Disziplinen. Ein K.O.-Wert in einer einzigen Übung beendet den Test sofort, unabhängig davon, wie hoch die Gesamtpunktzahl in den übrigen acht Disziplinen liegt.
3000-Meter-Lauf: verwandt mit dem Cooper-Test, aber eigene Streckenlänge
Der Ausdauerlauf ist die einzige Zeitmessung über eine feste Distanz statt über eine feste Zeit. Er ist mit dem klassischen Cooper-Test verwandt, misst aber die Zeit für 3000 Meter statt die Strecke in 12 Minuten. Wer die vollen 10 Punkte erreichen will, braucht als Volljährige oder Volljähriger eine Zielzeit von 13:00 Minuten, das entspricht rechnerisch etwa 1:44 Minuten je 400-Meter-Runde.
Kraft und Koordination: Liegestütz, Wechselsprünge, Beugehang, CKCU
Vier der neun Disziplinen laufen unter Zeitdruck. Der Liegestütz-Test wird per Metronom im festen Vier-Sekunden-Takt ausgeführt, reines Schnelltempo bringt also keinen Vorteil. Der Beugehang ist eine Haltedisziplin, ähnlich dem Prinzip hinter dem Klimmhang, der in anderen Sporttests als eigenständige Übung geführt wird. Wechselsprünge und der 15 Sekunden lange CKCU-Test prüfen dagegen Schnellkraft und Reaktionsfähigkeit über kurze Zeitfenster.
Höhentauglichkeit und Personenrettung: praxisnahe Elemente
Der Höhentauglichkeitstest verlangt einen sicheren, zügigen Gang beim Hinauf- und Hinabsteigen einer Leiter, eine konkrete Zeitgrenze veröffentlicht die Feuerwehr Hamburg dafür nicht. Bei der Personenrettung wird eine Übungspuppe über eine festgelegte Strecke gezogen, das Gewicht liegt bei 75 Kilogramm für Volljährige und 56 Kilogramm für Minderjährige. Beide Übungen bilden reale Einsatzsituationen ab, anders als die eher sportmotorisch orientierten Disziplinen wie Medizinballwurf oder Wechselsprünge.
Bewertungsschema: Punkte statt Alles-oder-nichts
Bis zur Umstellung führte das Nichtbestehen einer einzigen Disziplin zum sofortigen Ausscheiden, selbst wenn alle vorherigen Übungen erfolgreich absolviert waren. Seit einer Ankündigung im Oktober 2024 gilt stattdessen ein Punktesystem: Eine schwächere Leistung in einer Disziplin lässt sich durch eine stärkere in einer anderen ausgleichen, solange kein K.O.-Wert unterschritten wird. Die Feuerwehr Hamburg orientiert sich dabei an Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren und der Deutschen Sporthochschule Köln, die selbst für Sportstudierende eine eigene Sporteignungsprüfung durchführt, fachlich aber unabhängig vom Feuerwehr-Sporttest ist.
Ablauf des Auswahlverfahrens
Das Auswahlverfahren für die Berufsfeuerwehr Hamburg besteht aus vier zeitlich versetzten Teilen, die nicht am selben Tag stattfinden. Zuerst folgt ein Online-Leistungstest zu Konzentration, logischem Denken und Textverständnis. Danach steht der Sporttest mit den neun Disziplinen aus der Tabelle oben an. Es folgt ein persönliches Gespräch zu Motivation und Kompetenzen, den Abschluss bildet eine personalärztliche Tauglichkeitsuntersuchung durch den Personalärztlichen Dienst der Stadt Hamburg.
Nachweise vor dem Sporttest: Schwimmabzeichen, kein gesondertes Attest
Wer sich bewirbt, braucht bis zum Sporttest bereits ein Schwimmabzeichen Silber, das nicht älter als zwei Jahre sein darf, dazu einen Nachweis über Masern-Impfschutz oder Immunität. Ein eigenes sportärztliches Attest verlangt die Feuerwehr Hamburg für den Sporttest selbst nicht, die gesundheitliche Eignung klärt stattdessen die personalärztliche Untersuchung als eigener, späterer Verfahrensschritt. Das Schwimmabzeichen ist damit eine Bewerbungsvoraussetzung, aber keine eigene Disziplin unter den neun Sporttest-Übungen in der Halle: Schwimmen selbst kommt im Sporttest der Feuerwehr Hamburg nicht vor.
Vorbereitung: was allgemein sinnvoll ist
Neun Disziplinen mit K.O.-Werten bedeuten: Die schwächste Übung entscheidet mit, ein Training, das nur die Lieblingsdisziplin verbessert, hilft wenig. Sinnvoll ist ein Aufbau, der Ausdauer, Kraft und Koordination über mehrere Wochen kombiniert und gezielt die eigenen K.O.-Risikodisziplinen mit einschließt, etwa den Beugehang oder die Wechselsprünge. Der allgemeine Trainingsplan für den Sporteignungstest ist ursprünglich für den Hochschul-Sporteignungstest geschrieben, die Trainingsbereiche Ausdauer, Kraft und Koordination lassen sich aber sinngemäß auf den Feuerwehr-Sporttest übertragen.
Was der Sporttest nicht leistet
Die Angaben zu den neun Disziplinen ersetzen keine sportärztliche Untersuchung und sind allgemeine Orientierung, kein individueller Trainingsplan und kein Bestehensversprechen. Ob die genannten Punktgrenzen erreichbar sind, hängt vom eigenen Trainingszustand und möglichen Vorerkrankungen ab, das klärt die personalärztliche Untersuchung im Verfahren selbst.
Häufige Fragen
Muss ich beim Sporttest der Feuerwehr Hamburg schwimmen können?
Im Sporttest selbst nicht, dort kommen keine Schwimmübungen vor. Das Schwimmabzeichen Silber ist aber eine Voraussetzung für die Bewerbung und muss bis zum Sporttest vorliegen, es darf nicht älter als zwei Jahre sein.
Was passiert, wenn ich eine Disziplin nicht schaffe?
Kommt es zu einem K.O.-Wert, etwa weniger als 7 Liegestütz bei Volljährigen, endet der Test sofort, unabhängig von der Gesamtpunktzahl in den übrigen Disziplinen. Liegt die Leistung über dem K.O.-Wert, aber unter der vollen Punktzahl, lässt sich das seit Oktober 2024 durch stärkere Leistungen in anderen Disziplinen ausgleichen.
Worin unterscheidet sich der Sporttest von der Sporteignungsprüfung für ein Sportstudium?
Der Sporteignungstest an Hochschulen wie der Deutschen Sporthochschule Köln prüft sportfachliche Vielseitigkeit in Leichtathletik, Turnen, Schwimmen und Spielsport für ein Studium. Der Feuerwehr-Sporttest in Hamburg prüft dagegen körperliche Grundfähigkeiten für den Einsatzdienst mit praxisnahen Elementen wie Personenrettung und Höhentauglichkeit. Eine eigene Sporteignungsprüfung für das Sportstudium gibt es an der Universität Hamburg seit 2023 ohnehin nicht mehr.
Gilt der Sporttest auch für Rettungsdienst oder Polizei in Hamburg?
Nein, jede Laufbahn hat ein eigenes Verfahren. Wie sich die Anforderungen beim Sporttest Rettungsdienst unterscheiden, zeigt der zugehörige Ratgeber, eine gegenseitige Anerkennung zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei findet nicht statt. Einen Vergleich der Polizei-Sporttests nach Bundesland liefert die Übersicht aller Bundesländer, wie andere Berufsfeuerwehren ihren Sporttest gestalten, zeigt der Städtevergleich Sporttest Feuerwehr. Eine Gesamtübersicht zu allen Sporttests im Rettungs- und Sicherheitsbereich steht unter Sporttest.
Kann ich den Sporttest wiederholen, wenn ich nicht bestehe?
Zu einer möglichen Wiederholung veröffentlicht die Feuerwehr Hamburg auf den geprüften Seiten keine Angabe. Wer sich dazu informieren will, findet die aktuellen Regeln nur direkt beim Karriereportal der Feuerwehr Hamburg.
Wie bereite ich mich am besten auf den Sporttest vor?
Allgemein sinnvoll ist ein mehrwöchiges Training, das Ausdauer, Kraft und Koordination kombiniert und gezielt die eigenen Schwächen unter den neun Disziplinen einschließt, ergänzt um eine sportärztliche Untersuchung vorab. Wie ein solcher Trainingsaufbau grundsätzlich funktioniert, zeigt der Trainingsplan für den Sporteignungstest, auch wenn er ursprünglich für den Hochschultest geschrieben ist.