
Ausdauer bezeichnet die Fähigkeit, eine körperliche Belastung über einen längeren Zeitraum durchzuhalten und sich danach zügig zu erholen, ohne dass Tempo oder Bewegungsqualität stark abfallen. Im Sporteignungstest wird sie fast immer über einen Lauf geprüft, je nach Hochschule zwischen 2000 und 3000 Metern.
Was der Begriff bedeutet
In der Sportwissenschaft unterscheidet man mehrere Ausdauerformen. Die Grundlagenausdauer, auch aerobe Ausdauer genannt, beschreibt die Fähigkeit, eine Belastung mittlerer Intensität über mehrere Minuten bis Stunden durchzuhalten, weil der Körper die Energie überwiegend mit Sauerstoff bereitstellt. Sie unterscheidet sich von der Schnelligkeitsausdauer, die bei kurzen, intensiven Belastungen wie einem 30-Meter-Sprint gefragt ist, und von der Kraftausdauer, die bei wiederholten Kraftbelastungen wie Klimmzügen oder Liegestütz zählt. In den Sporteignungsprüfungen der Hochschulen ist praktisch immer die Grundlagenausdauer gemeint, geprüft als Lauf über eine feste Strecke und bewertet nach Zeit oder nach dem Bestehen einer Mindestanforderung.
Rolle im Sporteignungstest
Ausdauer taucht in unserer Hochschulübersicht in unterschiedlicher Form auf: als eigene Pflichtdisziplin, als benannter Teil der Leichtathletik-Wertung oder als einer von mehreren Wahlbereichen.
An der Ruhr-Universität Bochum ist der Ausdauerlauf ausdrücklich als Pflichtteil ausgewiesen. Von den 13 (Männer) beziehungsweise 12 (Frauen) geforderten Einzeltests darf der Ausdauerlauf nicht durch eine andere Leistung ersetzt werden. Die vollständige Prüfungsordnung dazu veröffentlicht die Hochschule auf ihrer Prüfungsseite zum Sporteignungstest.
An der Universität Duisburg-Essen und der Bergischen Universität Wuppertal wird die Streckenlänge mit 2000 Metern konkret benannt. An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Universität Koblenz und bei der RPTU Kaiserslautern-Landau gehört ein 3000-Meter-Lauf zur Konditionsprüfung, an der RPTU wahlweise auch ein Shuttle-Run. Die Justus-Liebig-Universität Gießen veröffentlicht für ihren 3000-Meter-Lauf feste Zeitvorgaben für Männer und Frauen. An der Universität Hildesheim zählt Ausdauer zu den sechs geprüften Bereichen, neben Leichtathletik, Turnen, Schwimmen sowie einem Mannschafts- und einem Rückschlagspiel. Bei der Technischen Universität München fließt der Ausdauerlauf über die bayerische BaySpET-Prüfung in die leichtathletische Wertung ein, mit unterschiedlicher Streckenlänge für Frauen und Männer. In Kassel, Potsdam, Vechta, Bern, Jena und Rostock ist Ausdauer jeweils einer von mehreren Testbereichen, ohne dass die Prüfungsseiten dazu eine eigene Zeitvorgabe veröffentlichen.
An vielen Hochschulen liegt der Ausdauerlauf am Ende des Prüfungstags, nach den kraft- und schnelligkeitsbetonten Disziplinen wie Sprint, Sprung, Wurf und Turnen.
Zahlen und Normwerte
| Hochschule | Ausdauertest | Wert |
|---|---|---|
| Ruhr-Universität Bochum | Ausdauerlauf | Pflichtbestandteil, Streckenlänge auf der Prüfungsseite nicht beziffert |
| Universität Duisburg-Essen | Lauf | 2000 Meter |
| Bergische Universität Wuppertal | Lauf | 2000 Meter |
| Johannes Gutenberg-Universität Mainz | Lauf | 3000 Meter |
| Universität Koblenz | Ausdauerlauf | 3000 Meter |
| RPTU Kaiserslautern-Landau | Lauf oder Shuttle-Run | 3000 Meter (alternativ Shuttle-Run) |
| Justus-Liebig-Universität Gießen | 3000-Meter-Lauf | Männer 13:25 Min, Frauen 15:16 Min |
| Technische Universität München (BaySpET) | Ausdauerlauf | Frauen 2000 Meter, Männer 3000 Meter |
| Universität Vechta | Lauf | 3000 Meter |
| Universität Bern | Lauf | 2000 Meter |
Werte laut unserer Hochschulübersicht, Stand August 2026. Wo Ausdauer zwar geprüft wird, aber keine Zeit oder Distanz auf der Prüfungsseite steht, etwa in Kassel, Potsdam, Jena und Rostock, fehlt in der Tabelle die entsprechende Zeile.
Verwandte Begriffe
VO2max, auch maximale Sauerstoffaufnahme genannt, gibt an, wie viel Sauerstoff der Körper pro Minute maximal aufnehmen und für die Energiebereitstellung nutzen kann. Ein höherer Wert hängt eng mit einer besseren Grundlagenausdauer zusammen.
Die Laktatschwelle markiert die Belastungsintensität, ab der der Körper mehr Laktat bildet, als er gleichzeitig abbauen kann. Oberhalb dieser Schwelle lässt sich ein Tempo nur noch kurz durchhalten, was für die Tempowahl beim Ausdauerlauf im Test relevant ist.
Intervalltraining wechselt Belastungs- und Erholungsphasen in festgelegten Abständen, etwa mehrere Minuten Laufen im höheren Tempo gefolgt von langsamen Erholungsphasen. Es gilt als eine von mehreren Trainingsformen, mit denen sich die Ausdauerleistung über Wochen aufbauen lässt.
Weitere Fachbegriffe rund um die Prüfung erklären wir in unserem Lexikon zum Sporteignungstest.