Maximalkraft: Bedeutung im Sporteignungstest

KI-generiertes Symbolbild: Athlet bei der Kniebeuge mit Langhantel, Thema Maximalkraft
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Athlet bei der Kniebeuge mit Langhantel im Kraftraum

Maximalkraft ist die höchste Kraft, die das neuromuskuläre System willkürlich gegen einen Widerstand aufbringen kann, meist gemessen als das Gewicht, das sich bei genau einer vollständigen Wiederholung noch bewegen lässt (1 Repetition Maximum, 1RM). Im Sporteignungstest spielt sie eine Nebenrolle, weil kaum eine Hochschule ein reines Maximalkraft-Format wie ein 1RM-Bankdrücken abfragt.

Was der Begriff bedeutet

In der Trainingswissenschaft steht Maximalkraft über den anderen Kraftformen, weil sie deren Obergrenze markiert. Schnellkraft ist die Fähigkeit, einen möglichst hohen Kraftstoß in möglichst kurzer Zeit zu entwickeln, etwa beim Absprung oder beim Wurf. Sie hängt von der Maximalkraft ab, entscheidet sich aber vor allem über die Kontraktionsgeschwindigkeit, nicht über die maximal mögliche Last. Kraftausdauer ist das Gegenteil: die Fähigkeit, eine mittlere Kraft über viele Wiederholungen oder längere Zeit gegen Ermüdung durchzuhalten, etwa bei wiederholten Liegestütz oder Klimmzügen. Ein Testformat mit vielen Wiederholungen bei mittlerer Last prüft also Kraftausdauer, nicht Maximalkraft, selbst wenn beide Werte zusammenhängen.

Rolle im Sporteignungstest

Maximalkraft wird so gut wie nie als eigenständige, isolierte Prüfgröße abgefragt. Am nächsten kommt ihr die Bankdrücken-Station an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Koblenz: Mainz führt sie als Teil der Konditionsstation neben Sprint, Sprungkraft und 3000-Meter-Lauf, Koblenz als eigene Station neben Sprint, Sprungtest, Reck, Ballsportarten und Ausdauerlauf. Ob dort das Gewicht, die Wiederholungszahl oder beides bewertet wird, veröffentlichen beide Prüfungsseiten nicht (Stand August 2026). Die Station liegt damit näher an einer allgemeinen Kraft- und Konditionsprüfung als an einem klassischen 1RM-Test.

Deutlich häufiger tauchen Schnellkraft-Elemente auf: der Sprungtest in Koblenz und bei der RPTU Kaiserslautern-Landau, Hochsprung und Schlagwurf in Dortmund, Weitsprung in Wuppertal, Sprungkraft in Mainz. Auch die Stützkraft im Turnen ist relevanter als reine Maximalkraft. Am Reck verlangen unter anderem Mainz, Koblenz, die Ruhr-Universität Bochum, Wuppertal und Dortmund Halte- und Stützelemente, die vor allem Rumpf- und Schulterkraft unter Körpergewicht statt unter Zusatzlast prüfen. Die dazugehörigen Übungen stehen im Trainingsplan für den Sporteignungstest und in der Übersicht zum Turnen im Sporteignungstest. Maximalkrafttraining nah am Wiederholungsmaximum birgt ohne Anleitung durch Trainer oder Sportlehrkraft ein erhöhtes Verletzungsrisiko, besonders an Schulter und unterem Rücken.

Zahlen und Normwerte

Ein Wiederholungsmaximum ist nach der Definition der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) das maximale Gewicht, das sich bei einer einzigen vollständigen Bewegung bewältigen lässt, genau der Wert, der Maximalkraft praktisch messbar macht. Gesundheitsorientiertes Krafttraining setzt die DGSP-Empfehlung bei 60 bis 75 Prozent dieses 1RM-Werts an, deutlich unterhalb der 80 bis 100 Prozent, mit denen echtes Maximalkrafttraining im Leistungssport arbeitet.

Für das Bankdrücken in Mainz und Koblenz liegt uns kein veröffentlichter Kilogramm- oder Wiederholungswert vor. Eine Bestehensgrenze in Zahlen nennen beide Prüfungsseiten nicht, anders als etwa bei Lauf- oder Schwimmzeiten in unserer Hochschulübersicht.

Verwandte Begriffe

Schnellkraft und Kraftausdauer sind die beiden Kraftformen, gegen die sich Maximalkraft am häufigsten abgrenzen lässt, siehe oben. Die Reaktivkraft kommt als dritte Form dazu: die Fähigkeit, nach einer schnellen Dehnung des Muskels, etwa bei der Landung nach einem Sprung, sofort wieder kräftig zu kontrahieren, wichtig für Sprung- und Sprintdisziplinen.

Stützkraft bezeichnet die isometrische Kraft, mit der ein Körperteil das eigene Körpergewicht gegen die Schwerkraft hält, etwa im Stütz am Boden oder am Reck. Weitere Fachbegriffe rund um die Prüfung erklären wir in unserem Lexikon zum Sporteignungstest.