Kraul: Bedeutung im Sporteignungstest

KI-generiertes Symbolbild: Schwimmer beim Kraularmzug im Becken, Thema Kraul
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Schwimmer beim Kraularmzug mit Atemwendung im Becken

Kraul ist eine Schwimmtechnik in Bauchlage mit wechselseitigem Armzug, durchgehendem Beinschlag und seitlicher Atmung. Sie gilt als die schnellste der vier Schwimmarten und wird deshalb in mehreren Sporteignungsprüfungen als Pflicht- oder Wahlteil der Schwimmdisziplin geprüft.

Was der Begriff bedeutet

Kraul zählt neben Brust, Rücken und Delfin zu den vier klassischen Schwimmtechniken und wird auch als Freistil bezeichnet, weil bei Freistilwettkämpfen jede Technik erlaubt ist, in der Praxis aber fast immer Kraul geschwommen wird. Der Antrieb entsteht aus dem Wechselzug der Arme: Während ein Arm unter Wasser nach hinten zieht, holt der andere über Wasser nach vorne aus. Dazu kommt ein durchgehender Beinschlag aus der Hüfte, der die Wasserlage stabilisiert, aber nur einen kleinen Teil des Vortriebs liefert. Üblich sind der 2er-, 4er- oder 6er-Beinschlag, je nachdem wie viele Beinschläge auf einen vollständigen Armzyklus fallen. Geatmet wird über die Seitatmung: Der Kopf dreht sich zur Atemseite, ohne die horizontale Körperlage zu verlassen, und taucht danach sofort wieder ein.

Rolle im Sporteignungstest

An der Universität Duisburg-Essen ist Kraul fester Bestandteil der Schwimmdisziplin: Die 100-Meter-Strecke wird als 50 Meter Brust plus 50 Meter Kraul geschwommen, zusätzlich zu den Bereichen Kraft, Ausdauer, Turnen, Koordination und Spiel. An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Universität Koblenz und der RPTU Kaiserslautern-Landau steht ebenfalls eine 100-Meter-Schwimmstrecke auf dem Programm, welche Technik dabei verlangt oder erlaubt ist, haben wir zum Stand August 2026 auf den Prüfungsseiten nicht gefunden. Wer sich auf eine dieser Hochschulen vorbereitet, klärt die zulässige Schwimmtechnik am besten direkt beim Prüfungsamt, bevor er einseitig auf Kraul trainiert.

Den vollständigen Ablauf der Schwimmdisziplin und weitere Prüfungsdetails erklären wir in der Übersicht zum Schwimmen im Sporteignungstest. Weitere Fachbegriffe rund um die Prüfung stehen in unserem Lexikon.

Technikhinweise

Die Wasserlage entscheidet über die Geschwindigkeit: Je flacher der Körper im Wasser liegt, desto weniger Widerstand entsteht. Ein häufiger Fehler ist ein zu tief hängender Kopf, der die Beine absinken lässt. Beim Armzug hilft ein hoher Ellbogen in der Wasserfassung: Die Hand setzt vorne an und drückt das Wasser nach hinten, statt früh nach unten wegzurutschen. Bei der Atmung reicht eine kurze seitliche Kopfdrehung, ein vollständiges Anheben des Kopfes bremst den Zug ab. An der Wende kommt in der Wettkampfpraxis meist die Rollwende zum Einsatz, bei der sich der Schwimmer unter Wasser um die eigene Achse dreht und sich mit den Beinen von der Wand abstößt. Ob eine Prüfung die Rollwende voraussetzt oder eine einfache Anschlagwende genügt, regelt jede Hochschule für sich.

Verwandte Begriffe

Brustschwimmen ist die zweite Technik, die in mehreren Prüfungen neben Kraul verlangt wird, etwa als erste Hälfte der 100-Meter-Strecke in Duisburg-Essen. Der Startsprung leitet die Schwimmdisziplin ein und wird bei manchen Prüfungen gesondert bewertet. Die Rollwende ist die schnellste Wendetechnik im Kraulschwimmen und wird teils zusätzlich zur reinen Zeit beurteilt. Streckentauchen verlangt statt eines durchgehenden Kraulzugs eine geschlossene Unterwasserphase und taucht als eigener Prüfungsteil auf, etwa in der Schwimmdisziplin an der Bergischen Universität Wuppertal.

Grundlegende Technikmerkmale von Kraul beschreibt der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf ihrer Seite zum Schwimmenlernen.