Rollwende: Bedeutung im Sporteignungstest

KI-generiertes Symbolbild: Schwimmer bei der Rollwende an der Beckenwand, Thema Rollwende
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Schwimmer stößt sich bei der Rollwende von der Wand ab

Die Rollwende ist die Wende beim Kraulschwimmen: Kurz vor der Beckenwand rollst du dich unter Wasser vorwärts ein und stößt dich mit den Füßen von der Wand ab. Sie ersetzt beim Kraulen die technisch einfachere Kippwende, die beim Brustschwimmen vorgeschrieben ist, weil du dort die Wand mit beiden Händen berühren musst.

Was der Begriff bedeutet

Die Rollwende gehört zur Gruppe der tiefen Wenden. Du steuerst Kopf und Oberkörper unter Wasser in die neue Bewegungsrichtung, statt dich wie bei der Kippwende oberhalb der Wasseroberfläche zu drehen. Der Ablauf in kurzen Schritten: Etwa eine Körperlänge vor der Wand beendest du den letzten Armzug, rollst Kopf und Rumpf nach vorne unter Wasser ein, bringst die Füße an die Wand und stößt dich in Rückenlage ab, bevor du dich zurück in die Bauchlage drehst und die Gleitphase mit dem ersten Beinschlag beendest.

Weil du bei der Rollwende nicht abbremst, um die Wand mit den Händen zu berühren, ist sie schneller als die Kippwende. Den Vorteil hast du aber nur, wenn die Rolle sitzt. Wer sie noch übt, verliert am Anschlag oft mehr Zeit, als er durch das schnellere Abstoßen gewinnt.

Beim Brustschwimmen ist die Rollwende nicht zulässig, dort gilt die Kippwende mit beidhändigem Anschlag an der Wand.

Trainiert wird die Rollwende, etwa in den Schwimmkursen der DLRG, üblicherweise in zwei Schritten: erst die Kippwende, weil sie koordinativ einfacher ist, danach die Rollwende als schnellere, aber anspruchsvollere Variante. Die Rolle selbst übst du zunächst ohne Anschwimmen im flachen Wasser, erst danach mit Tempo aus dem vollen Zug.

Rolle im Sporteignungstest

Wie viele Wenden eine Schwimmstrecke im Sporteignungstest enthält, hängt von der Beckenlänge ab. Bei 100 Metern im 25-Meter-Becken sind das rechnerisch vier Bahnen und damit drei Wenden, im 50-Meter-Becken zwei Bahnen und eine Wende.

Schwimmen gehört an vielen Hochschulen aus unserer Hochschulübersicht zur Prüfung, Stand August 2026. Ausdrücklich eine 100-Meter-Strecke nennen unter anderem die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die RPTU Kaiserslautern-Landau und die Universität Koblenz. Bei anderen Hochschulen, etwa der Deutschen Sporthochschule Köln oder der Ruhr-Universität Bochum, steht in den Prüfungsordnungen nur „Schwimmen“ ohne Streckenangabe. Die Bergische Universität Wuppertal prüft stattdessen Streckentauchen und Zeitschwimmen, dort geht es also nicht um eine feste 100-Meter-Strecke mit einer festen Wendenzahl.

Ob die Prüfungsordnungen eine bestimmte Schwimmtechnik oder ausdrücklich die Rollwende verlangen, geht aus unserer Hochschulübersicht nicht hervor. Vorgeschrieben ist die Rollwende demnach nirgends. In der Praxis schwimmen die meisten Teilnehmer die Prüfungsstrecke trotzdem Kraul mit Rollwende, weil sie beim Zeitschwimmen die schnellere Variante ist.

Zahlen und Normwerte

Eine eigene Normzeit für die Rollwende, etwa eine maximale Wendezeit, liegt uns für keine der Hochschulen vor. Bewertet wird bei Mainz, der RPTU Kaiserslautern-Landau und Koblenz jeweils die Gesamtzeit über 100 Meter, nicht die einzelne Wende. Die Rolle selbst zählt also nur indirekt, über die Zeit, die sie kostet oder spart.

Verwandte Begriffe

Die Rollwende gehört technisch zum Kraulschwimmen und wird dort neben Armzug, Beinschlag und Atmung trainiert. Beim Schwimmen im Sporteignungstest ist sie einer von mehreren Bausteinen, die über die Zeit auf der 100-Meter-Strecke entscheiden, neben dem Startsprung vom Beckenrand.