
Der Sporteignungstest Sprint 30 m prüft die reine Beschleunigung aus der Ruheposition, ohne Startblock und mit elektronischer Zeitmessung per Lichtschranke. In unserer Hochschulübersicht kommt die 30-Meter-Distanz an der RPTU Kaiserslautern-Landau, der Universität Koblenz und der Universität Leipzig vor, in Leipzig als eine von zehn Teilaufgaben im sportmotorischen Mehrkampf, nicht als eigenständige Einzeldisziplin. An der RPTU und in Koblenz gilt zum Stand August 2026 derselbe Richtwert: 4,35 Sekunden für Männer, 4,95 Sekunden für Frauen. Wer 60 oder 100 Meter sprinten muss, findet die passenden Werte auf der Seite zum Sprint über 60 und 100 Meter.
Was geprüft wird
Über 30 Meter zählt fast ausschließlich die Startbeschleunigung, weil die Strecke vorbei ist, bevor die Höchstgeschwindigkeit erreicht wird. Geprüft werden die Reaktion auf das Startsignal, die ersten drei bis fünf Antrittsschritte und die Fähigkeit, den Oberkörper aus der gebeugten Anfangsposition zügig aufzurichten, ohne dabei Tempo zu verlieren. An der RPTU startest du einen Meter hinter der Nulllinie, in Koblenz einen Meter vor der Lichtschranke, beide ohne Startblock. Die RPTU lässt bis zu zwei Versuche zu, Koblenz nur einen. An der Universität Leipzig ist der Sprint einer von zehn Teilen des Mehrkampfs, neben Aufgaben wie Hüftaufzug, Slalom-Dribbel oder Medizinball-Druckwurf, dort entscheidet die Gesamtpunktzahl aller Teile über das Bestehen, nicht die einzelne Sprintzeit. Alle drei Hochschulen verlangen den Test für den Zugang zu sportbezogenen Studiengängen, an der RPTU für Lehramt Sport und den Bachelor Sportwissenschaft und Gesundheit, in Koblenz für Sportwissenschaft einschließlich Lehramt B.Ed., in Leipzig für mehrere Bachelorstudiengänge und das Lehramt Kernfach Sport im Staatsexamen. Der 30-Meter-Sprint ist eine von mehreren Disziplinen des Sporteignungstests und steht meist im selben Prüfungsblock wie Sprung- oder Wurfdisziplinen.
Anforderungen im Vergleich
| Hochschule | Anforderung / Normwert | Quelle |
|---|---|---|
| RPTU Kaiserslautern-Landau | Männer 4,35 s, Frauen 4,95 s; Start 1 m hinter der Nulllinie ohne Startblock, bis zu zwei Versuche | Prüfungsseite RPTU |
| Universität Koblenz | Männer 4,35 s, Frauen 4,95 s; Start ohne Startblock ein Meter vor der Lichtschranke, ein Versuch | Prüfungsseite Koblenz |
| Universität Leipzig | Teil des zehnteiligen Mehrkampfs, keine isolierte Zeitvorgabe* | Prüfungsseite Leipzig |
\* haben wir zum Stand August 2026 nicht gefunden.
Rechnerisch bedeuten 4,35 Sekunden über 30 Meter bei den Männern eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 6,90 Metern pro Sekunde, bei den Frauen mit 4,95 Sekunden rund 6,06 Meter pro Sekunde. Auf die volle Sprintstrecke lässt sich dieses Tempo nicht hochrechnen, weil die Höchstgeschwindigkeit erst nach der Startphase erreicht wird und ein 30-Meter-Sprint fast nur aus dieser Startphase besteht.
Ein bestandener Sprinttest zählt nicht automatisch überall. Koblenz erkennt Tests aller deutschen Universitäten an, wenn sie nicht älter als zwei Jahre sind. Die RPTU akzeptiert Tests anderer deutscher Sporthochschulen, darunter Mainz und Koblenz, auf Antrag. Leipzig führt mit rund einem Dutzend Partnerhochschulen, unter anderem der DSHS Köln, Bochum und Freiburg, die längste Anerkennungsliste dieser drei Hochschulen.
Technik: worauf die Prüfer achten
Start: Beide Prüfungsordnungen mit Zeitvorgabe schreiben einen Start ohne Startblock vor, also einen Hochstart aus der Ruheposition statt des Tiefstarts mit Startblöcken, wie ihn Sprinter über 100 Meter nutzen. Die Körperposition beim Startsignal entscheidet über die ersten Zehntelsekunden, ein zu hoher Schwerpunkt kostet Zeit beim ersten Bodenkontakt.
Beschleunigung: Weil die Strecke nach 30 Metern endet, bevor die Höchstgeschwindigkeit erreicht ist, zählt praktisch der gesamte Sprint als Beschleunigungsphase. Geachtet wird auf eine flache, nach vorn gerichtete Körperhaltung in den ersten Schritten, die sich erst nach etwa 10 bis 15 Metern allmählich aufrichtet.
Frequenz: Kurze, schnelle Bodenkontakte statt langer, stampfender Schritte gelten als sauber. Eine hohe Schrittfrequenz bei aktivem Armeinsatz wiegt in der kurzen Zeit mehr als eine große Schrittlänge, die sich über 30 Meter kaum ausspielen lässt.
Zieleinlauf: Wer die letzten Meter vor der Lichtschranke abbremst oder den Blick zur Seite wendet, verliert Hundertstelsekunden, die bei einer Vorgabe wie 4,35 Sekunden über Bestehen oder Defizit entscheiden können.
Training: Aufbau über 8 bis 12 Wochen
Wochen 1 bis 3, Grundlagen: Lauf-ABC (Kniehebe-, Anfersen- und Skippingläufe), Rumpfstabilität, allgemeine Sprungkraft mit Strecksprüngen und Ausfallschritten.
Wochen 4 bis 7, Startphase: Tempoläufe über 10 bis 20 Meter aus dem Hochstart, Reaktionsstarts auf akustisches Signal, Steigerungsläufe mit vollständiger Pause zwischen den Wiederholungen.
Wochen 8 bis 10, Zieldistanz: Zeitläufe genau über 30 Meter, 4 bis 6 Wiederholungen je Einheit mit voller Erholungszeit, dazu Starts aus wechselnden Ausgangspositionen.
Wochen 11 bis 12, Reduktion: Der Trainingsumfang sinkt, die Intensität der einzelnen Sprints bleibt hoch, damit die Beine am Prüfungstag frisch sind statt ermüdet von der letzten Trainingswoche.
Ein ausführlicher Trainingsplan für den Sporteignungstest über 12 Wochen deckt neben dem Sprint auch die übrigen Disziplinen ab. Dieser Aufbau ist eine allgemeine Orientierung, kein individueller Trainingsplan, und ersetzt nicht die sportärztliche Untersuchung, die vor der Prüfung ohnehin Pflicht ist.
Typische Fehler am Prüfungstag
Zu wenig Aufwärmen vor dem ersten Versuch: Kalte Muskulatur verzögert genau die ersten Schritte, die bei 30 Metern über die gesamte Zeit entscheiden. Das wiegt besonders in Koblenz schwer, wo nur ein Versuch zählt.
Falsche Startposition: Wer sich zu hoch aufrichtet oder das Gewicht zu weit hinten lässt, verliert beim ersten Bodenkontakt wertvolle Zeit. Ein tiefer Schwerpunkt mit Gewicht auf dem vorderen Fuß bringt die ersten Schritte schneller auf Tempo.
Ungünstige Reihenfolge am Prüfungstag: Wo der Ablauf Spielraum lässt, lohnt es sich, den Sprint nicht direkt nach einer Ausdauer- oder Kraftdisziplin einzuplanen, weil müde Beine die Beschleunigung bremsen. Der Ablauf des Prüfungstags zeigt, wo dieser Spielraum besteht.
Ausrüstung: Auf den meisten Prüfungsbahnen sind Spikes nicht zugelassen, normale Laufschuhe mit gutem Grip reichen aus. Neue, ungetragene Schuhe am Prüfungstag erhöhen das Risiko für einen wackligen Start oder Blasen.
Verwandte Begriffe
Sprint 60 m und 100 m: die längeren Sprintformen, wie sie andere Hochschulen aus unserer Übersicht prüfen. Dort kommt zur Startbeschleunigung noch die Fähigkeit dazu, das Tempo über die zweite Streckenhälfte zu halten, siehe die Seite zum Sprint über 60 und 100 Meter.
Pendellauf (Shuttle Run): wiederholte Sprints über kurze Strecke mit Richtungswechsel, prüft zusätzlich zur Schnelligkeit die Wendigkeit.
Cooper-Test: zwölfminütiger Ausdauerlauftest, an anderer Stelle im Sporteignungstest relevant, kein Bestandteil der Sprintdisziplin.
Ausschlusszeit: die Zeitgrenze, ab der eine Einzelleistung als nicht bestanden zählt, unabhängig von der Gesamtpunktzahl.
Richtwert: die Orientierungsgröße einer Hochschule für eine Disziplin, die nicht in jedem Fall eine harte Bestehensgrenze ist, wie die 4,35 und 4,95 Sekunden an der RPTU und in Koblenz.
Häufige Fragen
Welche Hochschulen prüfen den 30-Meter-Sprint?
In unserer Hochschulübersicht kommt die 30-Meter-Distanz an der RPTU Kaiserslautern-Landau, der Universität Koblenz und der Universität Leipzig vor. An der RPTU und in Koblenz ist er eine eigenständige Einzeldisziplin, in Leipzig ein Teil des zehnteiligen Mehrkampfs.
Welche Zeit muss ich beim 30-Meter-Sprint schaffen?
An der RPTU und in Koblenz gilt derselbe Richtwert: 4,35 Sekunden für Männer, 4,95 Sekunden für Frauen. Die Universität Leipzig nennt für den Sprint innerhalb ihres Mehrkampfs keine isolierte Zeitvorgabe, dort zählt die Gesamtpunktzahl über alle zehn Teile.
Wie viele Versuche habe ich, und starte ich mit oder ohne Startblock?
An der RPTU sind bis zu zwei Versuche vorgesehen, in Koblenz zählt nur einer, beide ausdrücklich ohne Startblock. Für die Universität Leipzig liegt uns dazu keine Angabe vor.
Was ist der Unterschied zum Sprint über 60 oder 100 Meter?
Über 30 Meter zählt fast ausschließlich die Startbeschleunigung, weil die Strecke endet, bevor die Höchstgeschwindigkeit erreicht ist. Über 60 oder 100 Meter kommt zusätzlich die Fähigkeit dazu, das Tempo über die zweite Streckenhälfte zu halten, Details dazu stehen auf der Seite zum Sprint über 60 und 100 Meter.
Zählt ein bestandener 30-Meter-Sprint an einer anderen Hochschule?
Teilweise. Koblenz erkennt Tests aller deutschen Universitäten an, die nicht älter als zwei Jahre sind. Die RPTU akzeptiert Tests anderer deutscher Sporthochschulen, darunter Mainz und Koblenz, auf Antrag. Leipzig führt mit rund einem Dutzend Partnerhochschulen die längste Anerkennungsliste dieser drei.
Wie melde ich mich für den Sporteignungstest an?
Fristen und Unterlagen unterscheiden sich je Hochschule. Ablauf, Portale und Fristen stehen in Sporteignungstest Anmeldung: Fristen, Unterlagen, Portale.