Streckentauchen im Sporteignungstest: Anforderungen je Hochschule und Training

KI-generiertes Symbolbild: Schwimmer in Gleitposition unter Wasser, Thema Streckentauchen
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Schwimmer in Gleitposition unter Wasser

Streckentauchen ist Teil der Schwimmprüfung an mehreren Hochschulen in unserer Übersicht aller geprüften Disziplinen. Eine konkrete Distanz nennt bislang nur eine davon: die Universität Potsdam mit 18 Metern, Startsprung vom Block, ohne Schwimmbrille oder Tauchmaske. Die Bergische Universität Wuppertal führt Streckentauchen als eigenen Abschnitt neben dem Zeitschwimmen, ohne veröffentlichte Distanz. Die Goethe-Universität Frankfurt am Main prüft eine verwandte Aufgabe unter dem Namen „Tauchen/Gleiten“, allerdings nur für Lehramtsstudierende. Stand August 2026.

Was geprüft wird

Streckentauchen prüft, ob du eine festgelegte Strecke unter Wasser zurücklegst, ohne aufzutauchen, mit sauberem Start und kontrollierter Atmung. Anders als beim Zeitschwimmen zählt nicht in erster Linie die Geschwindigkeit, sondern die technische Ausführung: Abstoß, Gleitphase und Zugtechnik unter Wasser. Für den Studiengang ist das relevant, weil Wassersicherheit und Tauchkompetenz Grundvoraussetzungen für den späteren Schulsport und Vereinsbetrieb sind, insbesondere für Schwimmunterricht und Aufsichtspflichten. An der Goethe-Universität Frankfurt am Main betrifft diese Anforderung ausschließlich das Lehramt Sport (L1 bis L4); der Bachelor Sportwissenschaft kommt dort mit Sportabzeichen Bronze oder einem anerkannten externen Test aus.

Anforderungen im Vergleich

Hochschule Anforderung und Normwert Quelle
Universität Potsdam 18 m Streckentauchen mit Startsprung vom Block, ohne Schwimmbrille oder Tauchmaske; Startsprung und Brusttauchzug fließen als eigene Kriterien in die Bewertung ein. Zeitvorgabe nicht genannt. Prüfungsseite Potsdam
Bergische Universität Wuppertal Streckentauchen als Teil des Schwimmblocks neben Zeitschwimmen. Distanz und Zeit nennt die Prüfungsseite nicht, sie verweist auf ein PDF mit Leistungsanforderungen. Prüfungsseite Wuppertal
Goethe-Universität Frankfurt am Main „Tauchen/Gleiten“ als Teilaufgabe der Wasserbewegung, nur für Lehramt Sport. Distanz und Zeit nennt die Prüfungsseite nicht, sie verweist auf ein Anleitungsvideo. Prüfungsseite Frankfurt

Bei allen drei Hochschulen ist Streckentauchen an eine weitere Wasserdisziplin gekoppelt, in Potsdam und Wuppertal an das Zeitschwimmen, in Frankfurt an das 100-m-Zeitschwimmen im selben Wasserbewegungsblock. Wo die Prüfungsseite keine Distanz nennt, gilt sie als nicht veröffentlicht, nicht als „es gibt keine Anforderung“.

Technik: worauf die Prüfer achten

An der Universität Potsdam fließen Startsprung und Brusttauchzug ausdrücklich als eigene Bewertungskriterien ein, nicht nur die reine Zeit unter Wasser. Der Abstoß vom Block oder von der Wand entscheidet, wie viel Strecke ohne Armzug zurückgelegt wird, bevor der erste Zug einsetzt. Direkt danach folgt die Gleitphase: Körper gestreckt, Kopf zwischen den Armen, Beine geschlossen, damit der Wasserwiderstand klein bleibt, solange der Schwung reicht. Der Brustzug unter Wasser unterscheidet sich vom Brustschwimmen über Wasser: Der Armzug reicht bis zu den Oberschenkeln durch, der Beinschlag folgt erst danach, damit der Körper möglichst lange gestreckt bleibt statt früh zu bremsen.

Vor dem Abtauchen zählt die Atemvorbereitung. Ein bis zwei ruhige, tiefe Atemzüge reichen aus. Hyperventilation, also mehrfaches schnelles Ein- und Ausatmen vor dem Tauchgang, senkt den CO2-Spiegel im Blut und verzögert den natürlichen Atemreiz, ohne den Sauerstoffvorrat zu erhöhen. Das steigert die Gefahr einer Bewusstlosigkeit unter Wasser und gehört deshalb weder ins Training noch an den Prüfungstag. Streckentauchen trainierst du deshalb nie allein, sondern nur mit einer zweiten Person am Beckenrand oder im Wasser, die im Notfall sofort eingreifen kann.

Training: Aufbau über 8 bis 12 Wochen

Ein Trainingsaufbau für Streckentauchen lässt sich grob in drei Phasen gliedern. In den ersten zwei bis drei Wochen steht die Wassergewöhnung ohne Zeitdruck im Vordergrund: kurze Tauchstrecken von 5 bis 8 Metern, Fokus auf Abstoß und Gleitphase, keine maximale Anstrengung. In den folgenden vier bis sechs Wochen verlängert sich die Strecke schrittweise in Zwei-Meter-Schritten, immer mit Pause zwischen den Versuchen und mit Aufsicht am Beckenrand. In den letzten zwei bis drei Wochen vor dem Termin folgen vollständige Versuche über die Prüfungsdistanz, bei Potsdam also 18 Meter mit Startsprung wie am Prüfungstag, ohne Schwimmbrille oder Tauchmaske. Diese Angaben sind allgemeine Orientierung, kein individueller Trainingsplan, und ersetzen nicht die sportärztliche Untersuchung vor dem Test.

Typische Fehler am Prüfungstag

Der häufigste Fehler ist zu hohes Tempo in den ersten Metern: Wer die Strecke im Sprinttempo beginnt, verbraucht Sauerstoff, der für die zweite Hälfte fehlt, und muss vorzeitig auftauchen. Zweitens unterschätzen viele die Startposition: Ein flacher Eintauchwinkel bremst die Gleitphase ab, bevor der erste Zug überhaupt einsetzt. Drittens zählt die Ausrüstung: An der Universität Potsdam sind Schwimmbrille und Tauchmaske für den Streckentauchen-Teil ausdrücklich nicht erlaubt, wer sie trotzdem aufsetzt, riskiert eine Bewertung als nicht bestanden. Viertens hilft es, den Ablauf des Prüfungstages zu kennen, also Reihenfolge der Einzelleistungen, Aufruf nach Startnummer und Pause zwischen den Versuchen. Wer den Ablauf nicht kennt, verliert Konzentration, die für einen einzelnen Tauchversuch fehlt. Wer sich vorab zum gesamten Prüfungstag orientieren will, findet den Ablauf des Sporteignungstests und den passenden Trainingsplan für den Sporteignungstest.

Verwandte Begriffe

100 m Schwimmen ist die zweite Wasserdisziplin im Sporteignungstest, oft in derselben Prüfungseinheit wie Streckentauchen, aber als Zeitmessung über Wasser statt als Tauchstrecke. Rettungsschwimmen, etwa das Rettungsschwimmabzeichen der DLRG, prüft zusätzlich das Befreien aus Trage- und Rettungsgriffen sowie das Bergen einer simulierten Person. Beide Nachweise bauen auf ähnlicher Grundtechnik wie Streckentauchen auf, ersetzen den Streckentauchen-Teil der Sporteignungsprüfung aber nur dort, wo eine Hochschule das ausdrücklich zulässt.

Häufige Fragen

Wie weit muss ich beim Sporteignungstest tauchen?

Das hängt von der Hochschule ab. Die Universität Potsdam nennt 18 Meter mit Startsprung vom Block. Wuppertal und Frankfurt am Main führen Streckentauchen beziehungsweise Tauchen/Gleiten ebenfalls als Prüfungsteil, eine Distanz nennen die Prüfungsseiten dort nicht.

Darf ich beim Streckentauchen eine Taucherbrille tragen?

An der Universität Potsdam nicht: Die Prüfungsseite nennt ausdrücklich den Verzicht auf Schwimmbrille und Tauchmaske als Teil der Anforderung. Für Wuppertal und Frankfurt am Main liegt uns dazu keine veröffentlichte Regelung vor.

Zählt Streckentauchen an der Goethe-Universität Frankfurt für alle Studiengänge?

Nein. Der Studierfähigkeitstest mit dem Bestandteil „Tauchen/Gleiten“ betrifft nur das Lehramt Sport. Der Bachelor Sportwissenschaft ist davon nicht betroffen, dort genügt das Sportabzeichen Bronze oder ein anerkannter externer Test.

Was passiert, wenn ich vor Ende der Strecke auftauche?

Dazu liegt uns für Wuppertal, Frankfurt am Main und Potsdam keine veröffentlichte Regelung vor. Wer unsicher ist, klärt das vor dem Termin direkt beim Prüfungsamt der jeweiligen Hochschule, am besten zusammen mit der Anmeldung zum Sporteignungstest.

Wie trainiere ich Streckentauchen sicher?

Steigere die Distanz in kleinen Schritten, beginne mit ruhiger Atmung ohne Hyperventilation, und trainiere nie allein. Eine zweite Person am Beckenrand oder im Wasser muss im Notfall eingreifen können.

Ist Streckentauchen an jeder Hochschule Teil des Sporteignungstests?

Nein. In unserer Hochschulübersicht führen aktuell die Universität Potsdam, die Bergische Universität Wuppertal und, in Form von Tauchen/Gleiten, die Goethe-Universität Frankfurt am Main diese Anforderung. Andere Hochschulen prüfen im Schwimmteil ausschließlich Zeitschwimmen.