
Weitsprung mit echtem Anlauf prüfen drei der fünf Hochschulen in diesem Vergleich: die Bergische Universität Wuppertal, die TU Darmstadt und die Universität Potsdam. Eine konkrete Mindestweite nennt davon nur die TU Darmstadt, 4,75 Meter für Männer und 3,60 Meter für Frauen. Flensburg und Leipzig verlangen stattdessen den Standweitsprung, eine eigene Disziplin ohne Anlauf. Stand August 2026. Die vollständige Liste aller geprüften Disziplinen im Sporteignungstest zeigt, wo Weitsprung sonst noch vorkommt.
Was geprüft wird
Weitsprung im Sporteignungstest bedeutet an Wuppertal, Darmstadt und Potsdam einen Sprung mit Anlauf, nicht den Sprung aus dem Stand. An der TU Darmstadt ist er eine von zwei wählbaren Leichtathletik-Übungen neben 100-Meter-Lauf und Kugelstoßen. In Wuppertal steht er im Leichtathletik-Block neben dem 2000-Meter-Lauf, in Potsdam neben Kugelstoß und Ausdauerlauf. Gewertet wird jeweils die Weite vom Absprungpunkt bis zum ersten Bodenkontakt in der Sprunggrube.
Der Standweitsprung, den Flensburg und Leipzig verlangen, ist eine eigene Disziplin: Der Absprung erfolgt beidbeinig aus dem Stand, ohne Anlauf. In Leipzig ist er einer von zehn Teilen eines Mehrkampfs, in Flensburg eine von fünf Einzelleistungen neben 2850-Meter-Lauf, Pendellauf, Seilspringen und Schwimmen. Wer sich auf den Weitsprung mit Anlauf vorbereitet, trainiert damit nicht automatisch für den Standweitsprung, die Bewegungsmuster unterscheiden sich in Anlaufrhythmus und Absprungwinkel deutlich.
Anforderungen im Vergleich
| Hochschule | Anforderung / Normwert | Quelle |
|---|---|---|
| Wuppertal | Weitsprung im Leichtathletik-Block mit 2000-m-Lauf, konkrete Weite auf der Prüfungsseite nicht ausgewiesen | uni-wuppertal.de |
| TU Darmstadt | eine von zwei wählbaren Übungen (neben 100 m, Kugelstoßen), Mindestweite 4,75 m (Männer) / 3,60 m (Frauen) | sport.tu-darmstadt.de |
| Potsdam | Weitsprung im Leichtathletik-Block mit Kugelstoß und Ausdauerlauf, konkrete Weite auf der Startseite der Prüfungsanforderungen nicht ausgewiesen | uni-potsdam.de |
| Bochum | Weitsprung als Wahlmöglichkeit neben Hochsprung genannt, konkrete Weite nicht gefunden | studium.ruhr-uni-bochum.de |
| Flensburg | prüft Standweitsprung statt Weitsprung mit Anlauf | uni-flensburg.de |
| Leipzig | prüft Standweitsprung statt Weitsprung mit Anlauf, Teil des 10-teiligen Mehrkampfs | spowi.uni-leipzig.de |
Wuppertal und Potsdam verweisen auf eigene Anforderungsdokumente statt auf eine Meterzahl im Fließtext, Bochum führt Weitsprung nur als Wahlmöglichkeit auf; eine veröffentlichte Mindestweite haben wir für diese drei Hochschulen zum Stand August 2026 nicht gefunden. Die vollständigen Werte der TU Darmstadt stehen auf der Eignungsprüfungsseite der TU Darmstadt. Für Wuppertal gilt zusätzlich: Ohne Anerkennung durch eine der beiden anderen NRW-Prüfungen (DSHS Köln, Ruhr-Uni Bochum) läuft der Weg über eine Einzelfallprüfung. An der TU Darmstadt endet die Einschreibung in sportwissenschaftliche Studiengänge zum 31.12.2026, der Institutsbetrieb wird im Zuge des Hessischen Hochschulpakts eingestellt.
Technik: worauf die Prüfer achten
Der Anlauf läuft mit steigendem Tempo auf eine feste Absprungzone zu, die letzten Schritte werden kürzer und schneller, damit der Absprung nicht abgebremst wird. Wer die Absprungzone verfehlt oder übertritt, springt ungültig. Der Absprung selbst erfolgt einbeinig, nahezu senkrecht nach oben mit Vorwärtsschwung, das Schwungbein und die Arme unterstützen die Flugbahn. In der Flugphase halten die meisten Prüflinge die Beine im Schritt oder ziehen sie kurz vor der Landung an, entscheidend ist eine kontrollierte Streckung nach vorne. Bei der Landung kommt es auf zwei Punkte an: beide Füße gleichzeitig aufsetzen und das Körpergewicht nach vorne durch die Landung tragen, ein Zurückfallen auf die Hände kostet Zentimeter, die bei der Weite abgezogen werden.
Training: Aufbau über 8 bis 12 Wochen
In den ersten zwei bis drei Wochen stehen Grundlagen im Vordergrund: Sprint-ABC, Sprungkraftübungen wie Strecksprünge und Ausfallschritte, dazu Rumpfstabilität für die Landung. Ab Woche vier folgt die Technikarbeit am eigentlichen Anlauf, zunächst mit kurzem Anlauf über 6 bis 8 Schritte, um den Absprungrhythmus zu treffen, danach mit dem vollen Anlauf über 30 bis 40 Meter. In den Wochen 8 bis 10 wird das Anlauftempo gesteigert und die Zahl der Sprünge pro Einheit erhöht, in den letzten ein bis zwei Wochen vor dem Prüfungstermin reduziert sich die Intensität, damit die Beine am Tag der Prüfung frisch sind.
Dieser Trainingsaufbau ist eine allgemeine Orientierung, kein individueller Plan, und ersetzt nicht die sportärztliche Untersuchung, die vor der Prüfung ohnehin Pflicht ist. Einen vollständigen Wochenplan für alle Disziplinen des Sporteignungstests bietet der Trainingsplan für den Sporteignungstest (12 Wochen).
Typische Fehler am Prüfungstag
Übertreten ist der häufigste Grund für einen ungültigen Sprung: Wer die Absprungzone auch nur mit der Schuhspitze überschreitet, bekommt den Versuch nicht gewertet. Ein zu kurzer, nicht eingemessener Anlauf ist der zweite Klassiker, wer die eigene Schrittzahl vorher nicht auf der Anlaufbahn geprobt hat, trifft die Absprungzone selten sauber. Dazu kommt die Reihenfolge am Prüfungstag: Weitsprung liegt oft zwischen Ausdauer- und Kraftdisziplinen, wer sich für die vorherige Übung komplett verausgabt, hat für den Anlauf keine Frische mehr. Der genaue Ablauf des Prüfungstags mit Reihenfolge und Pausen steht im Beitrag zum Sporteignungstest-Ablauf.
Verwandte Begriffe
Standweitsprung: Sprung aus dem Stand ohne Anlauf, eigene Disziplin, an Flensburg und Leipzig geprüft statt des Weitsprungs mit Anlauf. Absprungzone: markierter Bereich, aus dem der Absprung erfolgen muss, ohne ihn zu übertreten. Übertreten: Fehlversuch durch Überschreiten der Absprungzone, der Sprung zählt nicht. Ausschlusszeit und Richtwert: allgemeine Begriffe der Prüfungsordnungen für die Grenze, ab der ein Versuch nicht mehr gewertet wird beziehungsweise als Orientierung gilt.
Häufige Fragen
Ist Weitsprung an jeder Hochschule Teil des Sporteignungstests?
Nein. Von den fünf Hochschulen in diesem Vergleich prüfen ihn nur Wuppertal, Darmstadt und Potsdam mit Anlauf. Flensburg und Leipzig verlangen stattdessen den Standweitsprung, eine eigene Disziplin.
Was unterscheidet Weitsprung von Standweitsprung?
Beim Weitsprung führt ein Anlauf zum einbeinigen Absprung, beim Standweitsprung erfolgt der Absprung beidbeinig aus dem Stand ohne Anlauf. Beide Disziplinen werden in unterschiedlichen Prüfungsordnungen getrennt gewertet.
Zählt ein Übertreten als Fehlversuch?
Ja. Wird die Absprungzone überschritten, gilt der Sprung als ungültig und wird nicht gewertet.
Wie viele Versuche hat man beim Weitsprung in der Prüfung?
Eine feste Versuchszahl nennen die geprüften Prüfungsseiten von Wuppertal, Darmstadt und Potsdam nicht öffentlich, das regelt die jeweilige Prüfungsordnung der Hochschule.
Muss ich eine bestimmte Weite schaffen, um zu bestehen?
An der TU Darmstadt gelten 4,75 Meter für Männer und 3,60 Meter als Mindestweiten. Wuppertal und Potsdam veröffentlichen auf ihren Prüfungsseiten keine Meterzahl, dort zählt der Sprung im Gesamtbild der Leichtathletik-Disziplinen.
Kann ich mich mit Standweitsprung-Training auf den Weitsprung vorbereiten?
Nur bedingt. Anlaufrhythmus und Absprungwinkel unterscheiden sich, ein Trainingsplan für den Weitsprung mit Anlauf deckt die spezifische Technik des Standweitsprungs nicht ab.