
Der Felgaufschwung ist ein Grundelement am Reck: Aus dem Langhang schwingt der Körper mit gestreckter Hüfte rückwärts um die Stange und endet im Stütz mit durchgestreckten Armen, ohne dass die Füße zwischendurch den Boden berühren. Als klassische Aufschwungvariante des Gerätturnens gehört er zu den Bewegungen, die am Reck-Teil mehrerer Sporteignungstests trainiert werden.
Was der Begriff bedeutet
Der Name geht auf die frühe Turnsprache Friedrich Ludwig Jahns zurück: Die kreisende Bewegung der Beine um die Stange erinnerte an eine drehende Radfelge, daher „Felge“. Beim Felgaufschwung startet der Turnende im Langhang mit Ristgriff, zieht die Beine über eine kurze Schwungphase nach vorn oben, ohne dass die Hüfte dabei die Stange berührt, und führt den Körper anschließend mit gestreckter Hüfte eng an der Stange entlang nach oben. Sobald die Hüfte an der Stange anliegt, richtet sich der Oberkörper auf, die Arme strecken durch, und die Bewegung endet im Stütz vorlings. Verlangt werden Schwungkoordination, Spannung in Bauch und Armen sowie das Gefühl für den richtigen Moment der Hüftstreckung.
Rolle im Sporteignungstest
Reck steht bei vielen Hochschulen aus unserer Hochschulübersicht als benanntes Turngerät in der Prüfungsordnung, darunter: An der Ruhr-Universität Bochum, der Bergischen Universität Wuppertal, der Technischen Universität Dortmund, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der RPTU Kaiserslautern-Landau und der Universität Koblenz gehört Reck zum Turnteil der Prüfung. An der Deutschen Sporthochschule Köln und der Universität Münster nennen die veröffentlichten Anforderungen nur „Turnen“ ohne Angabe einzelner Geräte.
Den Felgaufschwung als Einzelelement nennt keine der Prüfungsseiten in unserer Hochschulübersicht wörtlich. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz verlangt am Reck eine „Bewegungskombination aus Hüftaufschwung, Hüftumschwung und Felgunterschwung“, drei verwandte, aber andere Elemente. Die Prüfungsseite der Ruhr-Universität Bochum führt zum Reck-Teil kein einzelnes Element namentlich auf. Ob einzelne Prüfer den Felgaufschwung dennoch verlangen, liegt uns zum Stand August 2026 nicht vor. In Schulsport und Turnausbildung zählt er zu den gängigen Grundelementen am Reck, weshalb er beim Training für den Reck-Teil üblicherweise mittrainiert wird, auch wenn ihn keine Hochschule aus unserer Übersicht namentlich als Pflichtelement listet. Zu Pflichtelementen und dem Umgang mit Reck-Angst allgemein steht mehr im Ratgeber Turnen im Sporteignungstest.
An der Universität Koblenz gehört Gerätturnen am Reck ebenfalls zum Pflichtprogramm, auch hier ohne Nennung eines einzelnen Elements auf der Prüfungsseite.
Technik und typische Fehler
Der Bewegungsablauf gliedert sich in vier Phasen. Ausgangsposition: Langhang am Reck im Ristgriff, Körperspannung von den Schultern bis in die Fußspitzen. Schwungphase: Die Beine schwingen nach vorn oben, die Hüfte bleibt zunächst von der Stange gelöst. Felgphase: Die Hüfte nähert sich der Stange, der Oberkörper senkt sich leicht ab, während die Rückwärtsdrehung um die Stange einsetzt. Stützphase: Sobald die Hüfte an der Stange liegt, richtet sich der Oberkörper auf, die Arme strecken durch, Abschluss im Stütz vorlings.
Typische Fehler: Die Hüftstreckung setzt zu früh oder zu spät ein, dann bricht die Drehung ab. Der Abstand zwischen Körper und Stange wird in der Felgphase zu groß, die Drehachse geht verloren. Die Arme beugen sich beim Hochziehen, statt den Schwung aus der Hüfte zu nutzen. Fehlende Spannung im Rumpf lässt die Beine während der Schwungphase absinken, wodurch der nötige Schwung für die Drehung fehlt.
Hilfestellung
Beim Einüben steht eine Hilfsperson seitlich am Reck und unterstützt mit einer Hand am unteren Rücken, mit der anderen am Oberschenkel, um die Hüftstreckung im richtigen Moment einzuleiten und die Drehung abzufangen. Diese Hilfestellung ist eine Trainingsmaßnahme, im Prüfungsablauf selbst nicht vorgesehen: Der Reck-Teil des Sporteignungstests bewertet die Eigenleistung ohne Unterstützung an der Stange. Wer den Felgaufschwung noch nicht sicher beherrscht, übt ihn deshalb rechtzeitig vor dem Prüfungstermin mit Hilfestellung, bis die Bewegung ohne Hilfe gelingt.
Verwandte Begriffe
Hüftaufzug (auch Hüftaufschwung genannt): verwandte Aufschwungbewegung, bei der die Hüfte von Beginn an Kontakt zur Stange hält, ohne die freie Schwungphase des Felgaufschwungs. An der Universität Mainz Teil der geforderten Reck-Kombination.
Kippe: Aufschwung aus dem Vorschwung im Langhang, bei dem die Beine gestreckt bleiben und der Körper sich über eine Unterschwungphase in den Stütz aufrichtet, technisch anspruchsvoller als der Felgaufschwung.
Reck: das Turngerät selbst, eine waagerechte Stange in variabler Höhe, Grundgerät für Aufschwünge, Umschwünge und Abgänge. Hintergründe zu Technik und Trainingsaufbau liefert der Leitfaden für Turn-Aufgaben des Deutschen Sportabzeichens (DOSB). Weitere Fachbegriffe rund um den Sporteignungstest erklärt das Lexikon.