Kippe: Bedeutung im Sporteignungstest

KI-generiertes Symbolbild: Turner bei der Kippe am Reck, Thema Kippe
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Turner bei der Kippe am Reck in der Sporthalle

Die Kippe ist ein Element am Reck oder Barren, bei dem du dich aus dem Hang oder aus dem Schwung mit einer schnellen Hüftstreckung in den Stütz bringst. Gängige Formen sind die Schwungkippe aus der laufenden Bewegung und der Kippaufschwung aus dem ruhigen Hang, beide enden in derselben gestreckten Stützposition auf der Stange.

Was der Begriff bedeutet

Der Name kommt von der Hüftstreckung, die den Körper regelrecht kippt: Aus einer offenen Körperposition presst du dich aktiv gegen die Stange und richtest dich in einer schnellen Bewegung auf. Turnerisch unterscheidet man drei Wege dorthin. Bei der Schwebekippe erreichst du die offene Position am Ende des Vorschwungs, bei Lauf- und Schwungkippe passiert das unter der Stange, die Grundbewegung bleibt gleich. Entscheidend für eine saubere Ausführung ist die Stemmkraft in Armen und Schultern. Fehlt sie, rutscht der Körper an der Stange ab, statt sich in den Stütz aufzurichten.

Rolle im Sporteignungstest

Sechs der Hochschulen aus unserer Hochschulübersicht nennen Reck ausdrücklich als Turngerät in der Sporteignungsprüfung: Ruhr-Universität Bochum, Bergische Universität Wuppertal, TU Dortmund, Universität Mainz, RPTU Kaiserslautern-Landau und Universität Koblenz. Welches Element am Reck konkret verlangt wird, veröffentlichen diese Prüfungsordnungen meist nicht namentlich, sie nennen das Gerät, nicht die einzelne Übung. Turnerisch gilt die Kippe als anspruchsvolleres Reckelement als der einfachere Hüftaufzug, weshalb sie eher in Kürübungen für eine höhere Punktzahl auftaucht als in einer knappen Pflichtvariante. Wer sich auf das Reck als Disziplin vorbereitet, sollte deshalb nicht ohne Weiteres davon ausgehen, dass eine Hochschule genau die Kippe verlangt. Maßgeblich ist die jeweilige Prüfungsordnung der Hochschule, nicht eine allgemeine Turnnorm.

Technik und typische Fehler

Die Bewegung beginnt in gestreckter Körperspannung mit einem Vorschwung, in dem sich Hüfte und Schultern öffnen. Aus dieser offenen Position folgt das Anreißen: Beine und Hüfte ziehen zügig zur Stange, während Arme und Schultern aktiv gegenpressen, damit der Oberkörper nicht unter die Stange durchsackt. Häufige Fehler sind eine zu geringe Öffnung im Vorschwung, zu wenig Stemmkraft in den Armen, sodass die Bewegung an der Stange hängen bleibt, und ein zu spätes Umgreifen der Hände in der aufgerichteten Position, wodurch der Stütz instabil wird. Eine ausführliche Technikbeschreibung mit Bildreihen bietet mobilesport.ch, die Plattform des Schweizer Bundesamts für Sport. Für den Sporteignungstest zählt an den meisten Hochschulen weniger die Ästhetik als die vollständige, kontrollierte Ausführung bis in den geschlossenen Stütz.

Verwandte Begriffe

Der Hüftaufzug ist die einfachere Vorstufe zur Kippe, ebenfalls aus dem Stütz oder Hang, aber ohne die schnelle Hüftstreckung. Der Felgaufschwung baut turnerisch auf der Kippe auf und führt aus dem Stütz über die Felge wieder in den Stütz zurück. Wer diese drei Elemente unterscheiden kann, versteht die übliche Reihenfolge im Gerätturnen am Reck von der Grundstufe bis zur Kürübung. Mehr zu Ablauf und Bewertung am Gerät liefert der Ratgeber Turnen im Sporteignungstest, weitere Fachbegriffe stehen im Lexikon zum Sporteignungstest.