Handstand: Bedeutung im Sporteignungstest

KI-generiertes Symbolbild: Athlet hält Handstand auf der Turnmatte, Thema Handstand
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Athlet hält den Handstand auf der Turnmatte

Der Handstand ist der Stütz auf beiden Händen bei gestrecktem Körper: Arme, Rumpf und Beine bilden eine gerade Linie senkrecht über den Handflächen. Im Sporteignungstest taucht er selten als eigene Einzeldisziplin auf, meistens als Teilelement einer komplexeren Turnübung wie dem Handstand-Abrollen, das die Justus-Liebig-Universität Gießen als eines von sechs Pflichtelementen prüft.

Was der Begriff bedeutet

Turnerisch unterscheidet sich der Handstand als gehaltene Position, der Zielhandstand mit kurzer Haltephase, von seiner Rolle als Durchgang in einer Bewegungsfolge, etwa beim Handstand-Abrollen, wo er nur der höchste Punkt vor der Rolle vorwärts ist. In beiden Fällen entscheiden drei Punkte über die Ausführung: Der Schulterwinkel muss offen sein, die Arme liegen neben statt vor den Ohren. Die Wirbelsäule bleibt lang, ohne Hohlkreuz im unteren Rücken. Und der Blick geht zwischen die Hände auf einen festen Punkt vor den Fingerspitzen, nicht in Richtung Füße.

Die häufigsten Fehler sind ein zu enger oder zu breiter Handabstand, ein hohles Kreuz durch fehlende Rumpfspannung und ein Beinschwung, der über die senkrechte Position hinausträgt statt sie zu halten. Geübt wird der Handstand deshalb meist zuerst an der Wand, mit dem Bauch oder dem Rücken zur Wand, bevor er frei stehen muss. Beim Handstand-Abrollen sichert zusätzlich eine Hilfestellung an Becken oder Bein den Übergang in die Rolle.

Der Weg zum freien Handstand läuft meist in drei Schritten: zuerst der Handstand mit den Füßen an der Wand, danach mit dem Rücken zur Wand und nur den Fersen als Kontaktpunkt, zuletzt der freie Versuch mit Hilfestellung. Zum Handstand-Abrollen wechselt erst, wer die Position mehrere Sekunden stabil hält, sonst fehlt die Kontrolle für den Übergang in die Rolle. Übungen dazu, auch für andere Turnelemente, stehen im Ratgeber zum Turnen im Sporteignungstest.

Rolle im Sporteignungstest

Am konkretesten benennt Gießen den Handstand: Das Handstand-Abrollen ist eines von sechs Pflichtelementen der Sporteignungsprüfung, neben Bewegungsformen zur Musik, Medizinballwurf, Seilspringen, dem 3000-Meter-Lauf und 100 Meter Schwimmen. Anders als bei den übrigen Elementen nennt die Prüfungsordnung der Justus-Liebig-Universität Gießen dafür keine eigene Zeit- oder Punktvorgabe: Der Medizinballwurf verlangt bei Männern 9,50 Meter und bei Frauen 6,00 Meter, der 3000-Meter-Lauf 13:25 beziehungsweise 15:16 Minuten. Beim Handstand-Abrollen zählt allein die technisch saubere Ausführung.

An anderen Hochschulen unserer Hochschulübersicht taucht der Handstand nicht als eigenständig benannter Prüfungspunkt auf, wohl aber Boden als Teil der Turn-Disziplin: Die Ruhr-Universität Bochum prüft Sprung, Boden und Reck, die Bergische Universität Wuppertal Boden und Reck, die TU Dortmund Boden, Reck und Pferd. Ob der Handstand dort ausdrücklich Teil der Bodenübung ist, nennen die Prüfungsseiten nicht (Stand August 2026). Die Deutsche Sporthochschule Köln und die Universität Münster führen in ihren Angaben nur allgemein „Turnen“ ohne Einzelelemente. Mainz, Koblenz und die RPTU Kaiserslautern-Landau prüfen im Gerätturnen ausschließlich am Reck, ein Handstand-Element steht dort nicht auf der Liste.

Welche Hochschule welche Turnelemente ansetzt, steht auf der jeweiligen Hochschulseite, einen Überblick über alle geprüften Bereiche gibt die Seite zu den Anforderungen im Sporteignungstest. Weitere Fachbegriffe rund um den Sporteignungstest erklären wir im Lexikon.

Verwandte Begriffe

Rolle vorwärts: die Bewegung, in die das Handstand-Abrollen übergeht. Aus dem Handstand kippt der Körper kontrolliert nach vorne ab und rollt über den Rücken ab, bis er wieder steht.

Rad: seitliches Element mit Durchgang durch eine handstandähnliche Position, in keinem der Prüfungsprogramme unserer Hochschulübersicht als eigenes Element gelistet.

Bodenturnen: die Gerätegruppe, zu der Handstand, Rolle vorwärts und Rad gehören, an mehreren Hochschulen unserer Übersicht Teil der Sporteignungsprüfung, etwa in Bochum, Dortmund und Wuppertal. Technische Leitbilder zur Ausführung einzelner Bodenturn-Elemente veröffentlicht der Deutsche Turner-Bund.

Weiterlesen