
Der Sit-and-Reach-Test ist ein Beweglichkeitstest für die Rumpf-, Hüft- und Beinrückseite: Du sitzt mit gestreckten Beinen auf dem Boden und schiebst die Hände so weit wie möglich über die Fußsohlen hinaus nach vorne. Gemessen wird in Zentimetern über oder unter dem Niveau der Fußsohlen.
Was der Begriff bedeutet
Für den Test setzt du dich mit durchgestreckten Knien vor eine Messbox oder einen Kasten, dessen Vorderkante auf Höhe der Fußsohlen liegt und eine Zentimeterskala trägt. Mit gestreckten Armen und ohne Schwung schiebst du die übereinandergelegten Hände langsam so weit wie möglich nach vorne und hältst die Endposition kurz. Abgelesen wird der Skalenwert an den Fingerspitzen: Reichst du über die Fußsohlenlinie hinaus, zählt der Wert positiv, bleibst du dahinter zurück, negativ.
Geprüft wird vor allem die Dehnfähigkeit der Oberschenkelrückseite und der unteren Rückenmuskulatur. Von der ähnlich benannten Variante Stand-and-Reach unterscheidet sich der Sit-and-Reach-Test durch die Ausgangsposition: Sit-and-Reach läuft im Sitzen auf dem Boden ab, Stand-and-Reach im Stehen auf einer erhöhten Kante.
Für ein belastbares Ergebnis zählen zwei Punkte: Die Bewegung läuft langsam und ohne Schwung oder Wippen ab, und beide Knie bleiben während der gesamten Bewegung durchgestreckt und liegen flach auf. Wer die Knie anwinkelt oder ruckartig nach vorne federt, verfälscht den Messwert nach oben, ohne tatsächlich beweglicher zu sein.
Rolle im Sporteignungstest
Als allgemeiner Fitnesstest ist der Sit-and-Reach-Test breit verbreitet, etwa im Schulsport oder bei Eignungstests für Polizei und Feuerwehr. Innerhalb der Sporteignungsprüfungen für ein Sportstudium ist er dagegen die Ausnahme: Von den Hochschulen in unserer Übersicht nennt ihn nur eine ausdrücklich als eigene Teilprüfung.
Namentlich taucht der Sit-and-Reach-Test in unserer Hochschulübersicht bei der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg auf. Dort ist er einer von mehreren Teilbereichen der Sporteignungsprüfung, neben Cooper-Test, Dreier-Hopp und Hindernislauf. Der Prüfungstermin 2026 liegt am 12. Juni, Anmeldeschluss ist der 12. Mai 2026, die Teilnahmegebühr beträgt 35 Euro und wird nicht erstattet, Stand August 2026. Einen eigenen Punkte- oder Zentimeter-Grenzwert allein für den Sit-and-Reach-Test nennt die Prüfungsseite der Universität Magdeburg nicht, er fließt als einer von mehreren Teilbereichen in die Gesamtbewertung ein.
Bei den anderen Hochschulen aus unserer Übersicht, etwa der Deutschen Sporthochschule Köln, der Ruhr-Universität Bochum oder der Universität Münster, kommt der Begriff Sit-and-Reach-Test nicht namentlich vor. Beweglichkeit wirkt dort indirekt in andere Disziplinen hinein: in den Turnelementen an Boden und Reck, die mehrere Hochschulen prüfen, und in Gymnastik-Übungen mit Sprungseil oder Bewegungskombinationen. Wie diese Elemente einzeln bewertet werden, liegt uns nicht für jede Hochschule vor. Einen Überblick, welche Disziplin an welcher Hochschule zählt, geben die Sporteignungstest Anforderungen im Überblick.
Verwandte Begriffe
Beweglichkeit ist eine der motorischen Grundeigenschaften neben Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Koordination, die Sporteignungsprüfungen insgesamt abdecken wollen.
Cooper-Test prüft die Ausdauer über zwölf Minuten Dauerlauf und steht in Magdeburg im selben Prüfungsblock wie der Sit-and-Reach-Test.
Stand-and-Reach-Test ist die Ausführung derselben Rumpfbeuge im Stehen statt im Sitzen, mit Messung an einer erhöhten Kante statt am Boden.
Dreier-Hopp und Hindernislauf sind die weiteren Teilbereiche der Magdeburger Sporteignungsprüfung, in der der Sit-and-Reach-Test steht.
Weitere Fachbegriffe rund um den Sporteignungstest sammeln wir in unserem Lexikon.