Sportmotorische Tests: Bedeutung im Sporteignungstest

KI-generiertes Symbolbild: Halle mit mehreren sportmotorischen Teststationen, Thema Sportmotorische Tests
KI-generiertes Bild (Symbolbild). Sporthalle mit mehreren sportmotorischen Teststationen

Sportmotorische Tests sind standardisierte Aufgaben, mit denen sich einzelne motorische Fähigkeiten wie Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Beweglichkeit messen lassen. Im Sporteignungstest bilden sie den praktischen Kernteil: Hochschulen prüfen darüber, ob Bewerber für ein Sportstudium körperlich vorbereitet sind, meist ergänzt um sportartspezifische Aufgaben aus Leichtathletik, Turnen, Schwimmen und Sportspielen.

Was sportmotorische Tests bedeuten

Damit ein Testergebnis vergleichbar ist, muss die Aufgabe unter gleichen Bedingungen ablaufen und unabhängig von der prüfenden Person zum selben Ergebnis führen. Sportwissenschaftlich heißen diese Anforderungen Objektivität, Reliabilität und Validität, zusammengefasst als Testgütekriterien. Nur wenn eine Hochschule sie einhält, lassen sich Ergebnisse verschiedener Prüfungstermine oder Jahrgänge überhaupt vergleichen.

Vier Aufgaben tauchen in Prüfungsordnungen besonders oft auf. Der Cooper-Test misst mit einem 12-Minuten-Lauf die aerobe Ausdauer über die zurückgelegte Strecke. Der Shuttle Run (Pendellauf) prüft Schnelligkeit und Wendigkeit über wiederholte Sprints zwischen zwei Linien im steigenden Tempo. Der Sit-and-Reach-Test erfasst die Rumpf- und Hüftbeweglichkeit beim Vorbeugen im Sitz. Der Standweitsprung misst die Schnellkraft der Beine aus dem Stand. Alle vier Aufgaben zählen auch zu den Disziplinen des Deutschen Sportabzeichens, das dieselben vier Bereiche Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination prüft.

Rolle im Sporteignungstest

An vielen Hochschulen ist die Prüfung eine Mischung aus sportmotorischen und sportartspezifischen Aufgaben. An der Deutschen Sporthochschule Köln zählen Leichtathletik, Schwimmen, Turnen sowie je eine Aufgabe aus Mannschaftsspiel und Rückschlagspiel zu den 19 Einzelleistungen. Die Ruhr-Universität Bochum verlangt zusätzlich Gerätturnen an Sprung, Boden und Reck, Bewerberinnen und Bewerber müssen 12 von 13 beziehungsweise 13 von 14 Einzeltests bestehen. An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz besteht der Konditionsteil aus Bankdrücken, Sprint, Sprungkraft und einem 3000-Meter-Lauf, ergänzt um Sportspiele und Gerätturnen am Reck.

Andere Hochschulen setzen eigene Testbatterien zusammen, Stand August 2026. Die Universität Leipzig lässt Bewerber einen Mehrkampf mit zehn Teilen absolvieren, von Gesamtkoordination über Standweitsprung und Slalom-Dribbel bis zum 1500-Meter-Lauf. Die Universität Magdeburg kombiniert Cooper-Test, Sit-and-Reach-Test, Dreier-Hopp und Hindernislauf. Die Universität Bern prüft Koordination über den Wiener Koordinationsparcours und einen eigenen Berner Ballparcours, dazu einen 2000-Meter-Lauf und 100 Meter Schwimmen. Die Europa-Universität Flensburg testet Pendellauf, Standweitsprung, Seilspringen und einen 2850-Meter-Lauf.

Sportmotorische Tests sind von sportartspezifischen Prüfungen zu unterscheiden. Ein 30-Meter-Sprint oder ein Standweitsprung misst eine allgemeine motorische Fähigkeit, unabhängig von der späteren Sportart. Eine Übung am Reck oder ein Spiel wie Basketball oder Volleyball prüft dagegen erlernte Technik in einer konkreten Sportart. Die meisten Prüfungsordnungen mischen beide Anteile, die Anforderungen im Überblick zeigen, welche Hochschule welchen Schwerpunkt setzt.

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nennt ihre Prüfung offiziell sportmotorische Eignungsprüfung. Der Name macht deutlich, dass motorische Testaufgaben den Kern bilden, in Kiel ergänzt um Gerätturnen und Gymnastik/Tanz.

Verwandte Begriffe

Sporteignungsprüfung und Sporteingangsprüfung bezeichnen denselben Vorgang, Hochschulen verwenden je nach Bundesland einen der drei Begriffe. Konditionelle Fähigkeiten (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit) und koordinative Fähigkeiten bilden zusammen die Sportmotorik, die die Tests erfassen. Weitere Begriffe rund um die Prüfung stehen in der Begriffsübersicht.