
Ein Trainingsplan für den Sporteignungstest ist eine strukturierte Wochen- oder Phasenplanung, die Ausdauer, Kraft und die technischen Disziplinen Turnen und Schwimmen zusammenführt und in eine Tapering-Phase vor dem Prüfungstermin mündet. Trainingswissenschaftlich gliedert sich die Vorbereitung in einen Makrozyklus, den gesamten Zeitraum bis zur Prüfung, und mehrere Mesozyklen, also mehrwöchige Blöcke mit jeweils eigenem Schwerpunkt.
Was der Begriff bedeutet
Ein Trainingsplan legt fest, was in welcher Woche trainiert wird und in welcher Reihenfolge sich die Belastung aufbaut. Am Anfang steht meist ein Block, der die Grundlagenausdauer und die allgemeine Kraft aufbaut, danach folgt ein Block, der die geforderten Disziplinen gezielt übt, etwa Sprint, Sprung, Wurf, Gerätturnen an Boden und Reck sowie die Schwimmtechnik über die geforderte Strecke. In diesem Technikblock geht es um einzelne Elemente, etwa den Ansprung am Sprungtisch, die Beinarbeit beim Kraulschwimmen oder den sicheren Stand nach der Rolle vorwärts, nicht um allgemeines Konditionstraining. Die letzten ein bis zwei Wochen vor dem Termin heißen Tapering: Der Trainingsumfang sinkt, die Intensität bleibt, damit der Körper erholt statt müde zum Prüfungstag antritt. Diese Abfolge aus Grundlagen-, Aufbau- und Taperingblock nennt die Trainingswissenschaft Periodisierung. Der Makrozyklus bildet dabei den gesamten Vorbereitungszeitraum ab, ein Mesozyklus einen einzelnen Block von meist drei bis sechs Wochen mit einem klaren Ziel, etwa Ausdaueraufbau oder Techniktraining Turnen.
Rolle im Sporteignungstest
Als übliche Orientierung gilt eine Vorbereitungszeit von acht bis zwölf Wochen, je nachdem, wie weit Grundlagenausdauer und Technik bereits entwickelt sind. Rechnerisch entspricht das rund zwei bis drei Monaten Vorlauf vor dem Prüfungstermin, ausgehend vom Beginn der Anmeldefrist der jeweiligen Hochschule lässt sich der Starttermin für den Plan rückwärts abzählen. Was ein Plan inhaltlich abdecken muss, ergibt sich aus den Disziplinen der jeweiligen Hochschule, nicht aus einer allgemeinen Vorlage. An der Deutschen Sporthochschule Köln zählen 19 Einzelleistungen aus Leichtathletik, Schwimmen, Turnen sowie einem Mannschafts- und einem Rückschlagspiel an einem einzigen Prüfungstag, ein Plan muss hier mehrere Sportarten parallel vorbereiten, nicht nacheinander. An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zählen dagegen Kondition (Bankdrücken, Sprint, Sprungkraft, 3000-Meter-Lauf), drei von vier Sportspielen, Turnen am Reck und 100 Meter Schwimmen, ein anderer Zuschnitt mit eigenem Schwerpunkt auf Kraft. An der Technischen Universität Dortmund reichen rechnerisch 7 von 8 Einzeldisziplinen aus Leichtathletik, Turnen und Sportspiel, ein Ausfall ist also einkalkulierbar.
Einen vollständigen Wochenplan über zwölf Wochen mit Aufbau-, Trainings- und Taperingphase findest du im Trainingsplan für den Sporteignungstest (12 Wochen). Was hier und dort steht, ist allgemeine Orientierung, kein individueller Trainingsplan und kein Ersatz für die vor der Prüfung ohnehin verlangte sportärztliche Untersuchung. Strukturierte, nicht wettkampfbezogene Trainingsempfehlungen für unterschiedliche Zielgruppen veröffentlicht auch die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention.
Zahlen und Normwerte
Drei Beispiele aus unserer Hochschulübersicht zeigen, wie unterschiedlich der Umfang ausfällt, den ein Trainingsplan abdecken muss:
| Hochschule | Umfang der Prüfung | Was ein Plan abdecken muss |
|---|---|---|
| Deutsche Sporthochschule Köln | 19 Einzelleistungen | Leichtathletik, Schwimmen, Turnen, ein Mannschaftsspiel, ein Rückschlagspiel |
| Ruhr-Universität Bochum | 12 von 13 (Frauen) bzw. 13 von 14 (Männer) | Leichtathletik, Gerätturnen, Schwimmen, Mannschafts- und Rückschlagspiel |
| Technische Universität Dortmund | mindestens 7 von 8 | Leichtathletik, Turnen, Sportspiel |
Stand August 2026. Für alle anderen Hochschulen gilt die jeweils eigene Prüfungsordnung, ein Trainingsplan sollte sich immer an der Disziplinliste der Zielhochschule orientieren und nicht an einem allgemeinen Muster.
Verwandte Begriffe
Sporteignungstest, Sporteignungsprüfung und Sporteingangsprüfung bezeichnen dasselbe Prüfungsverfahren, welche Bezeichnung eine Hochschule offiziell verwendet, ist unterschiedlich. Tapering bezeichnet die letzte, umfangreduzierte Trainingsphase vor dem Termin. Intervalltraining, der Wechsel aus kurzen intensiven Belastungen und Erholungspausen, gehört in den meisten Plänen zum Ausdauerblock. Wer keinen eigenen Plan erstellen will, findet unter Vorbereitungskurse für den Sporteignungstest eine Übersicht zu Anbietern. Weitere Fachbegriffe rund um den Sporteignungstest erklärt das Lexikon.