
Ein Sporttherapie Studium ist an Universitäten meist ein eigener Bachelor oder ein Schwerpunkt der Sportwissenschaft, der Bewegung gezielt für Prävention und Rehabilitation einsetzt, oft mit Sporteignungstest, wo die Hochschule ihn verlangt. An privaten und dualen Hochschulen läuft es häufiger ohne sportpraktischen Test. Von Physiotherapie unterscheidet sich der Weg dadurch, dass Physiotherapie ein eigener reglementierter Gesundheitsberuf mit Ausbildung an einer Berufsfachschule ist und keinen Sporteignungstest kennt, von Sportmedizin dadurch, dass Sportmedizin kein eigenständiger Studiengang, sondern eine Zusatzbezeichnung nach dem Medizinstudium ist. Stand August 2026.
Sporttherapie Studium an Universitäten: mit Eignungstest
An der Universität Potsdam heißt der Bachelor „Sporttherapie und Prävention“, ein Ein-Fach-Bachelor mit 180 Leistungspunkten über 6 Semester. 78 der 180 Leistungspunkte, rechnerisch 43 Prozent des Studiums, entfallen auf den Kernbereich Sporttherapie und Prävention, 36 Leistungspunkte auf Sportwissenschaft, 24 auf Theorie und Praxis der Sportarten, der Rest auf Schlüsselqualifikationen und die Bachelorarbeit. Zugangsvoraussetzung ist eine bestandene Sporteignungsprüfung, nicht älter als 2 Jahre, mit den Disziplinen Leichtathletik, Schwimmen, Gymnastik/Tanz, Turnen und einer Ballsportart (Sporttherapie und Prävention an der Universität Potsdam). Das entspricht im Kern der allgemeinen Sporteignungsprüfung der Universität Potsdam für die anderen sportwissenschaftlichen Studiengänge am Studienort.
An der Universität Leipzig führt der Bachelor „Bewegung-Gesundheit-Rehabilitation“ zum gleichen 10-teiligen Mehrkampf, den auch Bewerber für Sportwissenschaft in Leipzig ablegen: Gesamtkoordination, Standweitsprung, Hüftaufzug, Schlagkoordination, Stützel, Slalom-Dribbel, Rudertest, 30-Meter-Sprint, Medizinball-Druckwurf und 1500-Meter-Lauf, dazu ein Schwimmnachweis. Die Prüfung gilt 3 Jahre und wird unter anderem von der DSHS Köln, Bochum, Freiburg, Heidelberg, Stuttgart und Tübingen aus unserer Hochschulübersicht anerkannt. Zum Studium gehören außerdem zwei Fachpraktika mit zusammen 90 Stunden, rechnerisch reichlich zwei Vollzeitwochen, ein Vorpraktikum von 3 Wochen im präventiven oder rehabilitativen Bereich sowie ein Numerus clausus von 2,4. Wer nach einem ersten Abschluss vertiefen will, kann in Leipzig anschließend den aufbauenden Master Rehabilitation und Prävention studieren, die genauen Zulassungsregeln dafür nennt die Studiengangsseite gesondert.
Sporttherapie Studium ohne Eignungstest: private und duale Hochschulen
Private Hochschulen bieten Sporttherapie meist als duales Studium an, ohne sportpraktischen Test. Die DHfPG (Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement) führt den Bachelor „Sport- und Bewegungstherapie“ über 7 Semester beziehungsweise 42 Monate, mit insgesamt 72 Tagen Lehrveranstaltungen laut eigener Studiengangsseite. Auf die Studienzeit verteilt sind das rechnerisch weniger als zwei Präsenztage im Monat, den Rest absolvierst du im Ausbildungsbetrieb, der laut Studiengangsseite in der Regel auch die monatlichen Studienkosten von 420 Euro übernimmt. Einen sportpraktischen Eignungstest nennt die Seite nicht. Wer stattdessen komplett per Fernstudium oder berufsbegleitend einsteigen will, findet einen Überblick unter Fernstudium Sport; eine Liste von Hochschulen, an denen der klassische Sporteignungstest ganz entfällt, steht unter Sport studieren ohne Eignungstest.
Sporttherapie, Physiotherapie, Sportmedizin: die Abgrenzung
Physiotherapie ist ein eigener, bundesweit reglementierter Gesundheitsberuf. Die Ausbildung läuft über eine Berufsfachschule oder, an einzelnen Hochschulen, grundständig akademisch, geregelt durch das Masseur- und Physiotherapeutengesetz. Einen Sporteignungstest gibt es dafür nicht, die Zulassung läuft über den Schulabschluss und teils ein Vorpraktikum. Sportmedizin wiederum ist kein eigener Studiengang, sondern eine Zusatzbezeichnung nach dem Medizinstudium, mehr zum Begriff steht im Lexikoneintrag Sportmedizin. Ein Sporttherapie Studium siedelt sich dazwischen an: ein wissenschaftliches Studium, das Bewegung als Werkzeug für Prävention und Rehabilitation einsetzt, näher an der Sportwissenschaft als an einer medizinischen Heilbehandlung. Eine Einordnung aller Wege im Sportstudium insgesamt steht unter Sport studieren, einen Überblick über das gesamte Studienfeld bietet der Sportstudium-Bereich.
| Weg | Hochschulart | Eignungstest | Abschluss |
|---|---|---|---|
| Sporttherapie und Prävention, Universität Potsdam | Universität | ja, sportpraktisch, max. 2 Jahre alt | B.A., 6 Semester (180 LP) |
| Bewegung-Gesundheit-Rehabilitation, Universität Leipzig | Universität | ja, 10-teiliger Mehrkampf, 3 Jahre gültig | B.Sc., 6 Semester (180 LP) |
| Sport- und Bewegungstherapie, DHfPG (dual) | Private Hochschule | auf der Studiengangsseite nicht genannt | B.A., 7 Semester / 42 Monate |
| Physiotherapie, Berufsfachschule bzw. Hochschule | Berufsfachschule / vereinzelt Hochschule | nein, andere Zulassungsregeln | Staatliche Prüfung bzw. B.Sc. |
Was im Studium passiert
Anatomie und Physiologie, Trainingslehre, Bewegungsdiagnostik und Rehabilitationskonzepte für verschiedene Indikationen bilden den fachlichen Kern, dazu Grundlagen der Sportwissenschaft und Praxis einzelner Sportarten. In Leipzig geht es konkret um Trainingsanpassungen des Stütz- und Bewegungsapparats sowie des Herz-Kreislauf-Systems, dazu höhere Semester mit fachwissenschaftlicher Vertiefung. In Potsdam verteilen sich die 78 Leistungspunkte im Kernbereich auf Module zur sporttherapeutischen und präventiven Verfahrenslehre mit anschließenden Praxisphasen, ergänzt um 36 Leistungspunkte klassische Sportwissenschaft und 24 Leistungspunkte Theorie und Praxis der Sportarten. Diagnostik wird dabei allgemein unterrichtet, als Werkzeug zur Einschätzung von Belastbarkeit und Trainingsfortschritt, nicht als ärztliche Diagnosestellung. Wer stärker Richtung reiner Grundlagenforschung will, findet die entsprechenden Module eher im allgemeinen Studiengang Sportwissenschaft, der ohne den sporttherapeutischen Praxisanteil auskommt.
Berufsfelder nach dem Sporttherapie Studium
Reha- und Kurkliniken, Krankenhäuser, Facharztpraxen für Sportmedizin, Reha- und Therapiezentren, Gesundheitszentren, Sportverbände und Krankenkassen zählen laut den Studiengangsseiten aus Potsdam und Leipzig zu den typischen Arbeitgebern, dazu Pflegeeinrichtungen, Sportvereine, kommunale Verwaltung, betriebliche Gesundheitsförderung und Fitnessstudios sowie freiberufliche Trainings- und Betreuungstätigkeiten. Einen breiteren Überblick über Berufswege nach dem Sportstudium liefert die Seite Sportstudium: Berufe. Wer zusätzlich die DVGS-Zusatzqualifikation erwirbt, kann außerdem eigenständig Kurse für die Zentrale Prüfstelle Prävention der Krankenkassen anbieten, ein Feld, das rein akademisch ausgebildeten Absolventinnen und Absolventen ohne diese Qualifikation in der Regel verschlossen bleibt. Ein Sporttherapie Studium qualifiziert für die Arbeit mit Bewegung in Prävention und Rehabilitation, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose oder Behandlung, medizinische Entscheidungen bleiben bei Ärztinnen, Ärzten und dem Behandlungsteam.
Zusatzqualifikation Sport-/Bewegungstherapie DVGS
Die Zusatzqualifikation „Sport-/Bewegungstherapie DVGS“ ist eine freiwillige Weiterbildung mit einem Stufenmodell (Stufe II und III) und mehreren Indikationsschwerpunkten, darunter Orthopädie, Neurologie, Onkologie, Psychiatrie/Psychosomatik/Sucht und internistische Erkrankungen (Zusatzqualifikation Sport-/Bewegungstherapie DVGS). Eine feste Vorbedingung wie ein abgeschlossenes Sportstudium nennt die Fachseite nicht, jeder Antrag wird einzeln auf anrechenbare Module geprüft. Praktisch relevant wird sie über die Abrechnung: Mit den erworbenen Fortbildungslizenzen können Mitglieder bewegungsbezogene Leistungen im Gesundheitswesen anbieten und abrechnen. Die DHfPG kombiniert ihren Bachelor Sport- und Bewegungstherapie direkt mit dieser Zusatzqualifikation in den Indikationsbereichen internistische Erkrankungen, Orthopädie/Rheumatologie/Traumatologie und Neurologie.
Häufige Fragen
Braucht ein Sporttherapie Studium immer einen Sporteignungstest?
Nein. An Universitäten wie Potsdam oder Leipzig gehört eine sportpraktische Prüfung zur Zulassung. Auf der Studiengangsseite der DHfPG als privater, dualer Hochschule ist von einem solchen Test dagegen nicht die Rede.
Was unterscheidet Sporttherapie von Physiotherapie?
Physiotherapie ist ein eigener reglementierter Gesundheitsberuf mit Ausbildung an einer Berufsfachschule und behandelt im ärztlichen Auftrag. Sporttherapie ist ein wissenschaftliches Studium, das Bewegung für Prävention und Rehabilitation einsetzt, ohne denselben rechtlichen Behandlungsstatus.
Welche Berufe stehen nach dem Sporttherapie Studium offen?
Reha- und Kurkliniken, Krankenhäuser, Reha- und Therapiezentren, Gesundheitszentren, Sportverbände, Krankenkassen und Sportvereine gehören laut den Studiengangsseiten aus Potsdam und Leipzig zu den typischen Arbeitgebern.
Ist die Zusatzqualifikation DVGS für den Beruf Pflicht?
Nein, sie ist eine freiwillige Weiterqualifikation. Für die Abrechnung bewegungsbezogener Leistungen im Gesundheitswesen und für die Anerkennung mancher Reha-Einrichtungen ist sie in der Praxis aber häufig gefragt.
Gibt es ein duales Sporttherapie Studium?
Ja, etwa der Bachelor Sport- und Bewegungstherapie der DHfPG über 7 Semester, kombiniert mit einer Tätigkeit im Ausbildungsbetrieb und optional der DVGS-Zusatzqualifikation.
Kann man nach dem Bachelor noch einen Master in Rehabilitation und Prävention studieren?
An der Universität Leipzig gibt es dafür einen aufbauenden Master. Die genauen Zulassungsvoraussetzungen dafür nennt die dortige Studiengangsseite gesondert von denen des Bachelors.