
Der Hüftaufzug ist eine turnerische Grundübung am Reck: Aus dem Hang ziehst du die Hüfte an die Stange und kommst in den Stütz. Im Sporteignungstest gehört er zu den Elementen, mit denen Hochschulen Grundfertigkeiten im Gerätturnen prüfen, an der Universität Leipzig sogar als eigens benannter Einzelposten im Mehrkampf.
Was der Begriff bedeutet
Der Bewegungsablauf hat drei Phasen. Aus dem Langhang an der Reckstange ziehst du die Beine an und schwingst sie nach vorne. Die Hüfte streckt sich Richtung Stange, während die Arme gleichzeitig ziehen und drücken. Am Ende liegen Becken und Schultern über der Stange, die Arme sind gestreckt, das ist der Stütz. Beansprucht werden vor allem Bauch-, Hüftbeuge- und Armmuskulatur, weniger reine Kraft als das Timing zwischen Beinschwung und Armzug.
Typische Fehler sind ein zu früher Armzug, bevor die Hüfte die Stange erreicht hat, eine fehlende Hüftstreckung, sodass der Körper am Bauch klemmen bleibt statt in den Stütz zu kommen, und zu wenig Schwung aus dem Hang. Wer den Hüftaufzug übt, bekommt meist eine Hilfestellung, die die Hüfte während der Zugphase stützt, bis der Bewegungsablauf ohne fremde Hilfe gelingt. In Turnvereinen und Schulsport gilt der Hüftaufzug als eines der ersten Reck-Elemente überhaupt, viele Bewerberinnen und Bewerber ohne Turnhintergrund üben ihn deshalb gezielt vor dem Prüfungstermin. Übungsreihen dazu, auch für andere Elemente am Boden und Reck, stehen im Ratgeber zum Turnen im Sporteignungstest, einen Überblick über alle geprüften Bereiche gibt die Seite zu den Anforderungen im Sporteignungstest.
Rolle im Sporteignungstest
Am konkretesten benennt die Universität Leipzig den Hüftaufzug: Auf der Prüfungsseite der Universität Leipzig steht er als einer von zehn Teilen des Mehrkampfs in der Eignungsfeststellungsprüfung, zusammen mit Standweitsprung, Schlagkoordination, Stützel, Slalom-Dribbel, Rudertest, 30-Meter-Sprint, Medizinball-Druckwurf und 1500-Meter-Lauf. Die Prüfung findet 2026 an zwei Terminen statt, 20. Mai und 19. Juni.
Andere Hochschulen prüfen Turnen am Reck als Teil ihres Programms, ohne die einzelnen Pflichtelemente auf der Prüfungsseite aufzuschlüsseln. In Mainz gehört Gerätturnen am Reck neben Kondition, Sportspielen und Schwimmen zur Prüfung. In Koblenz steht Reck neben Sprint, Sprungtest, Ballsportarten und Schwimmen auf dem Programm. In Bochum zählt Reck zum Gerätturnen aus Sprung, Boden und Reck. Auch an der TU Dortmund, der Bergischen Universität Wuppertal und der RPTU Kaiserslautern-Landau ist Reck eine von mehreren Turndisziplinen. Zusammengezählt nennen sechs Hochschulen in unserer Hochschulübersicht Reck ausdrücklich als Prüfungsteil, dazu Leipzig mit dem Hüftaufzug als benanntem Einzelelement. Ob der Hüftaufzug an den übrigen fünf Hochschulen als eigenes Pflichtelement geprüft wird, haben wir zum Stand August 2026 nicht gefunden, die Prüfungsseiten nennen nur „Reck“ als Gerät.
Welche Hochschule welche Disziplinen und Termine ansetzt, steht in der jeweiligen Hochschulseite, einen Überblick über alle Prüfungstermine gibt die Terminübersicht. Weitere Fachbegriffe rund um den Sporteignungstest erklären wir im Lexikon.
Verwandte Begriffe
Felgaufschwung: Aufschwung aus dem Stand unter der Stange direkt in den Stütz, technisch anspruchsvoller als der Hüftaufzug, weil der Schwung allein aus dem Stand kommt, ohne den Hang als Ausgangsposition.
Kippe: Element aus dem Hang, bei dem der Körper über eine Streck- und Beugebewegung in den Stütz kommt, baut auf denselben Bewegungsmustern wie der Hüftaufzug auf und gilt als nächster Schritt in der Turnprogression.
Reck: das Gerät, an dem Hüftaufzug, Kippe und Felgaufschwung geturnt werden, und eines der Grundgeräte im Gerätturnen der meisten Sporteignungsprüfungen. Wer den Hüftaufzug sicher beherrscht, hat die Grundlage für Kippe und Felgaufschwung bereits erarbeitet. Der Deutsche Turner-Bund führt Reck als eines der sechs Geräte im Gerätturnen der Männer.