
Der Sporttest der Polizei Sachsen findet am ersten von drei Auswahltagen statt, auf dem Gelände des Präsidiums der Bereitschaftspolizei in Leipzig. Geprüft werden drei Disziplinen in fester Reihenfolge: Lauf, Liegestütz, Kasten-Bumerang-Test. Frauen laufen 2000 Meter, Männer 2400 Meter, jeweils mit einer Mindestzeit von 12 Minuten. Bei den Liegestützen zählen mindestens 5 Wiederholungen (Frauen) beziehungsweise 15 (Männer), beim Kasten-Bumerang-Test müssen eine Auftaktrolle und neun Kastenteile innerhalb von 60 Sekunden bewältigt werden (Stand August 2026, polizei.sachsen.de). Das ist ein eigener, auf den Polizeiberuf zugeschnittener Eignungstest. Er hat nichts mit der Sporteignungsprüfung zu tun, die Hochschulen für die Zulassung zu einem Sportstudium verlangen: Ein bestandener Sporttest der Polizei Sachsen ersetzt keinen Hochschul-Eignungstest, und umgekehrt öffnet ein bestandener Hochschultest nicht die Tür zur Polizeiausbildung. Einen Überblick zu Sporttests bei Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr und weiteren Behörden bündelt die Übersicht aller Sporttests.
Für wen der Sporttest gilt
Der Sporttest gehört zum Auswahlverfahren für beide Laufbahnen der Polizei Sachsen: die Ausbildung in der Laufbahngruppe 1.2 (vormals mittlerer Dienst) und das duale Studium in der Laufbahngruppe 2.1 (vormals gehobener Dienst) an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) in Rothenburg. Beide Bewerbungswege durchlaufen dieselben drei Auswahltage mit demselben physischen Eignungstest, unabhängig davon, ob am Ende eine Ausbildung oder ein Studium bei der Polizei steht. Mit einem Sportstudium an einer klassischen Hochschule, also einem Studiengang wie Sportwissenschaft oder Sport auf Lehramt, hat dieser Weg nichts zu tun. Die praktische Ausbildung in der Laufbahngruppe 1.2 findet an einer der Polizeifachschulen in Leipzig, Chemnitz oder Schneeberg statt, unabhängig vom Ort des Sporttests am ersten Auswahltag.
Ablauf: So läuft der Sporttest ab
Das Auswahlverfahren der Polizei Sachsen umfasst drei Tage, die nicht direkt aufeinander folgen, sondern über mehrere Wochen verteilt sind.
Am ersten Auswahltag stehen der computergestützte Fähigkeitstest und direkt im Anschluss der Sporttest an, beide auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei Leipzig. Wer eine Disziplin nicht innerhalb der Mindestanforderung schafft, scheidet für diesen Termin aus dem physischen Eignungstest aus. Der zweite Auswahltag findet ebenfalls in Leipzig statt und besteht aus einem Gruppengespräch zur sozialen Kompetenz und einem strukturierten Einzelinterview. Der dritte Auswahltag, die polizeiärztliche Untersuchung zur Feststellung der Polizeidiensttauglichkeit, findet je nach Terminplanung in Chemnitz, Dresden oder Leipzig statt.
Übungen und Normwerte im Überblick
Die folgenden Werte stammen aus dem Bewerbungs- und Auswahlverfahren der Polizei Sachsen, Stand August 2026. Sie gelten für den physischen Eignungstest am ersten Auswahltag.
| Übung | Anforderung laut Behörde | Quelle |
|---|---|---|
| Lauf (2000 m Frauen, 2400 m Männer) | Mindestanforderung: Strecke innerhalb von 12 Minuten. Volle Honorierung ab einer Zeit bis 9:30 Minuten. | Polizei Sachsen |
| Liegestütz | Mindestanforderung: 5 Wiederholungen (Frauen), 15 Wiederholungen (Männer). Volle Honorierung ab 25 (Frauen) beziehungsweise 35 (Männer). | Polizei Sachsen |
| Kasten-Bumerang-Test | Mindestanforderung: Auftaktrolle und Überwindung von neun Kastenteilen innerhalb von 60 Sekunden. Volle Honorierung ab einer Zeit bis 35 Sekunden. | Polizei Sachsen |
Lauf: 2000 Meter Frauen, 2400 Meter Männer
Rechnerisch bedeutet die Mindestzeit von 12 Minuten auf 2400 Meter ein Tempo von 5 Minuten je Kilometer, auf 2000 Meter ein Tempo von 6 Minuten je Kilometer. Für die volle Honorierung bis 9:30 Minuten sinkt das geforderte Tempo deutlich: Männer müssten die 2400 Meter dafür in knapp 3:57 Minuten je Kilometer laufen. Zur Streckenmessung selbst nennt die Behördenseite keine feste Bahnlänge, geführt wird der Lauf außerhalb der Halle.
Liegestütz
Die Ausführung folgt einer festen Instruktion, die vor der Übung erklärt wird: Hände maximal 80 Zentimeter auseinander, ein Fuß über dem anderen, Körper durchgehend gespannt, Arme bis zur Kinnberührung der Matte beugen und wieder vollständig strecken. Details zur korrekten Ausführung stellt die Polizei Sachsen in eigenen Hinweisen zur Verfügung.
Kasten-Bumerang-Test
Die Übung startet mit einer Rolle vorwärts auf der Start-Ziel-Matte, führt im rechten Winkel um einen Medizinball zu einem Kastenteil, das übersprungen und wieder unterkrochen wird, zurück zum Medizinball und von dort zum nächsten Kastenteil, insgesamt neun Kastenteile. Getestet werden Schnelligkeit, Gewandtheit und Koordination in einer Bewegung.
Wiederholung bei Nichtbestehen
Wer eine Mindestanforderung im physischen Eignungstest verfehlt, hat eine einmalige Wiederholungsmöglichkeit innerhalb von vier bis acht Wochen. Der computergestützte Fähigkeitstest vom ersten Auswahltag muss bei der Wiederholung nicht erneut abgelegt werden, nur der Sporttest selbst. Erst wer alle drei Disziplinen besteht, egal ob im ersten Anlauf oder in der Wiederholung, wird zum zweiten Auswahltag mit Gruppengespräch und Einzelinterview eingeladen. Der Sporttest ist damit die erste von drei Hürden im Auswahlverfahren, aber keine eigenständige Zulassung: Über die endgültige Einstellung entscheidet erst das Zusammenspiel aus allen drei Auswahltagen.
Vorbereitung auf den Sporttest
Die drei Disziplinen verlangen unterschiedliche Fähigkeiten und lassen sich getrennt trainieren. Für den Lauf hilft strukturiertes Ausdauertraining nach dem Prinzip des Cooper-Tests: eine feste Zeit, in der möglichst viel Strecke zurückgelegt wird, wiederholt über mehrere Wochen mit steigendem Tempo. Für die Liegestütze braucht es Kraftausdauer, trainierbar über Sätze mit Vorermüdung, etwa Sprints direkt gefolgt von möglichst vielen Liegestützen. Für den Kasten-Bumerang-Test zählen Technik und Reaktionsschnelligkeit mehr als reine Sprintkraft, deshalb lohnt sich Bewegungstraining mit klaren Wiederholungen der Rolle, des Sprungs über das Kastenteil und des Unterkriechens, bevor die Zeit im Vordergrund steht.
Für den Einstieg empfiehlt die Polizei Sachsen auf ihrer Trainingsseite 5 bis 10 Minuten allgemeines und übungsspezifisches Aufwärmen vor jeder Trainingseinheit, um Herz-Kreislauf-System und die beteiligten Muskeln und Gelenke vorzubereiten. Für den 12-Minuten-Lauf nennt sie zwei getrennte, jeweils vierwöchige Trainingsprogramme, eines für Einsteiger mit einer Zielherzfrequenz von etwa 130 bis 150 Schlägen pro Minute und eines für Fortgeschrittene mit Belastungen bis etwa 170 Schlägen pro Minute. Für den Kasten-Bumerang-Test schlägt sie unter anderem zehn Übungssätze mit jeweils 30 bis 45 Sekunden Steigerungslauf und 60 Sekunden Pause vor. Diese Angaben sind allgemeine Orientierung der Behörde, kein individueller Trainingsplan und kein Ersatz für die sportärztliche Untersuchung am dritten Auswahltag; wer gesundheitliche Einschränkungen hat, klärt die Belastbarkeit vorher ärztlich ab.
Wie sich ein mehrwöchiger Trainingsplan grundsätzlich aufbaut, zeigt der Trainingsplan für den Sporteignungstest; für die Vorbereitung speziell auf Polizei-Sporttests mit Lauf, Kraft und Koordinationsübungen gibt es einen eigenen Trainingsplan Sporttest Polizei.
Die genauen Werte der Polizei Sachsen im Vergleich zu anderen Landespolizeien und zur Bundespolizei stehen in der Übersicht der Sporttests aller Landespolizeien und im direkten Vergleich Landespolizei gegen Bundespolizei. Wer sich für die Bundespolizei statt für die Landespolizei Sachsen bewirbt, findet dort einen eigenen Ablauf mit eigenen Normwerten. Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Lauf- und Kraftdisziplinen mehrerer Behörden stehen gesammelt in der Übersicht Frauen-Normwerte im Vergleich. Zum Nachweis der Sporttauglichkeit vor dem Testtag gibt der Ratgeber zum sportärztlichen Attest einen Überblick über das Verfahren, und Grundlagen zum Begriff Ausdauer erklärt das Lexikon.
Häufige Fragen
Wie oft darf ich den Sporttest bei der Polizei Sachsen wiederholen?
Einmal, innerhalb von vier bis acht Wochen nach dem ersten Versuch. Danach ist keine weitere Wiederholung vorgesehen.
Muss ich beim zweiten Versuch den Fähigkeitstest erneut ablegen?
Nein. Nur der physische Eignungstest wird wiederholt, der computergestützte Fähigkeitstest vom ersten Auswahltag bleibt gültig.
Gibt es beim Sporttest unterschiedliche Werte für Männer und Frauen?
Ja. Beim Lauf gilt für Frauen 2000 Meter, für Männer 2400 Meter, jeweils mit derselben Mindestzeit von 12 Minuten. Bei den Liegestützen liegt die Mindestanforderung bei 5 Wiederholungen für Frauen und 15 für Männer.
Wo findet der Sporttest der Polizei Sachsen statt?
Auf dem Gelände des Präsidiums der Bereitschaftspolizei in Leipzig, direkt im Anschluss an den computergestützten Fähigkeitstest am ersten Auswahltag.
Zählt der Sporttest der Polizei Sachsen für ein Sportstudium an einer Hochschule?
Nein. Es handelt sich um zwei unabhängige Verfahren mit unterschiedlichen Trägern und unterschiedlichen Anforderungen. Ein bestandener Polizei-Sporttest wird von Hochschulen nicht als Sporteignungsprüfung anerkannt.
Was passiert, wenn ich eine Disziplin des Sporttests nicht schaffe?
Wird die Mindestanforderung einer Disziplin verfehlt, endet der physische Eignungstest an diesem Termin. Die einmalige Wiederholung innerhalb von vier bis acht Wochen bleibt möglich.