
Zwei Hochschulen aus unserer Übersicht nennen Kugelstoßen ausdrücklich als Teil der Sporteignungsprüfung: die TU Darmstadt und die Universität Potsdam. An der TU Darmstadt ist Kugelstoßen eine von drei Wahloptionen im Leichtathletik-Block (100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen), mit einer Mindestweite von 7,60 Metern bei Männern (7,25-Kilogramm-Kugel) und 6,75 Metern bei Frauen (4,0-Kilogramm-Kugel). Die Universität Potsdam führt Kugelstoß als Teil ihres Leichtathletik-Blocks (Weitsprung, Kugelstoß, Ausdauerlauf), nennt auf der Prüfungsseite aber weder Kugelgewicht noch Mindestweite. Andere Hochschulen wie die Universität Tübingen oder die Ruhr-Universität Bochum prüfen stattdessen einen allgemeinen leichtathletischen Wurf beziehungsweise nur den Sammelbegriff Wurf, ohne Gerät oder Norm zu benennen.
Was geprüft wird
Kugelstoßen prüft die Explosivkraft von Beinen, Hüfte und Wurfarm in einer einzigen, technisch festgelegten Bewegung. Die Kugel wird nicht geworfen, sondern von der Schulter aus gestoßen, sie darf während der gesamten Bewegung nicht hinter die Schulterlinie zurückgeführt werden. Das unterscheidet Kugelstoßen von zwei verwandten Prüfungsformen, die andere Hochschulen einsetzen. Beim Medizinballwurf wirfst du einen weichen, gepolsterten Ball beidhändig ohne Anlauf, meist von der Brust oder über Kopf, ohne die enge Technikvorgabe des Kugelstoßens. Er testet allgemeine Explosivkraft, nicht die spezifische Stoßtechnik. Beim Schlagwurf wirfst du einen leichten Schlagball (üblich sind 80 Gramm für Frauen, 200 Gramm für Männer) einhändig mit Anlauf, technisch näher am Speerwurf als am Kugelstoßen. Welche der drei Formen eine Hochschule verlangt, legt sie selbst fest. Die vollständige Liste aller geprüften Einzeldisziplinen zeigt der Disziplinen-Überblick.
Anforderungen im Vergleich
Die Tabelle zeigt nur Werte, die in der Datenbasis der jeweiligen Hochschule stehen oder auf der offiziellen Prüfungsseite zu finden waren, Stand August 2026.
| Hochschule | Anforderung Kugelstoßen | Herkunft |
|---|---|---|
| TU Darmstadt | Wahloption im Leichtathletik-Block (2 von 3: 100 m, Weitsprung, Kugelstoßen); M mind. 7,60 m mit 7,25-kg-Kugel, F mind. 6,75 m mit 4,0-kg-Kugel | offizielle Prüfungsseite |
| Universität Potsdam | Teil des Leichtathletik-Blocks (Weitsprung, Kugelstoß, Ausdauerlauf); Kugelgewicht und Mindestweite nicht genannt | Datenbasis und Prüfungsseite |
| Universität Tübingen | leichtathletischer Wurf als Sammelbegriff, Kugelstoßen nicht ausdrücklich genannt; Gerät und Norm nicht genannt | Datenbasis und Prüfungsseite |
| Ruhr-Universität Bochum | Wurf als Teil des Leichtathletik-Blocks, Kugelstoßen nicht ausdrücklich genannt; Gerät und Norm nicht genannt | Datenbasis und Prüfungsseite |
Nur Darmstadt und Potsdam nennen Kugelstoßen wörtlich, und nur Darmstadt veröffentlicht Zahlen zu Gewicht und Weite. Tübingen und Bochum fassen die Wurfdisziplin unter einem Oberbegriff zusammen, der Kugelstoßen einschließen kann, aber nicht muss. Für beide Hochschulen haben wir aktuell kein konkretes Wurfgerät und keine Norm gefunden.
Technik: worauf die Prüfer achten
Zwei Techniken sind beim Kugelstoßen üblich. Der Standstoß ist die einfachere Variante: Du stößt die Kugel aus einer stabilen Schrittstellung, ohne Anlaufbewegung im Ring. Er reicht für die Grundanforderung vieler Hochschulen aus und wird meist zuerst erlernt. Das Angleiten baut zusätzlichen Schwung auf: Du rutschst rückwärts über den Ring, drehst währenddessen Hüfte und Schultern auf und nutzt den Schwung für den Ausstoß. Beim Ausstoß selbst entscheidet die Reihenfolge der Körperspannung über die Weite, erst strecken sich die Beine, dann folgen Hüfte und Rumpf, zuletzt drückt der Arm die Kugel nach vorne oben weg. Ein Abwurfwinkel von etwa 35 bis 40 Grad gilt als günstig, bei zu flachem Winkel verliert die Kugel schnell an Höhe, bei zu steilem Winkel fehlt die Vorwärtsgeschwindigkeit. Prüfer achten außerdem darauf, dass die Kugel während der gesamten Bewegung am Hals bleibt und erst im letzten Moment freigegeben wird.
Training: Aufbau über 8 bis 12 Wochen
Für den Aufbau von Kraft und Technik rechnen viele mit 8 bis 12 Wochen, also rund zwei bis drei Monaten, regelmäßigem Training. In den ersten drei bis vier Wochen steht die Technik im Vordergrund, Standstoß mit leichterem Übungsgerät, dazu allgemeine Kraftübungen für Beine, Rumpf und Schultern. Ab Woche fünf kommt das Angleiten dazu, zunächst ohne Kugel, dann mit dem Wettkampfgewicht. In den letzten drei bis vier Wochen vor dem Termin verschiebt sich der Schwerpunkt auf komplette Stoßversuche unter Zeitdruck, wie er auch am Prüfungstag herrscht, der Trainingsumfang sinkt zum Ende hin.
| Wochen | Schwerpunkt |
|---|---|
| 1 bis 4 | Standstoß-Technik, allgemeine Kraft (Beine, Rumpf, Schultern) |
| 5 bis 8 | Angleiten, Kugel in Wettkampfgewicht |
| 9 bis 12 | komplette Stoßversuche unter Zeitdruck, Umfang reduziert |
Diese Angaben sind allgemeine Orientierung und kein individueller Trainingsplan. Die sportärztliche Untersuchung vor der Sporteignungsprüfung ist ohnehin Pflicht, bei Vorerkrankungen der Schulter, des Rückens oder der Knie klärst du das Training vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin. Einen ausführlicheren Trainingsplan für den Sporteignungstest über 12 Wochen findest du im Kernratgeber zur Vorbereitung.
Typische Fehler am Prüfungstag
Übertreten ist der häufigste Fehler: Wer beim Ausstoß über die vordere Kante des Stoßrings tritt, bekommt den Versuch nicht gewertet. Der zweite häufige Fehler ist ein zu früher Ausstoß, meist aus Nervosität: Wer die Kugel schon während des Angleitens statt nach dem vollständigen Aufdrehen von Hüfte und Schultern abstößt, verliert einen Großteil der möglichen Weite. Ein kaltes Aufwärmen der Schulter vor dem ersten Versuch erhöht zusätzlich das Verletzungsrisiko. Manche unterschätzen die Reihenfolge am Prüfungstag, Kugelstoßen findet oft im direkten Wechsel mit anderen Leichtathletik-Disziplinen statt, kurze Pausen zum Nachlockern der Schulter helfen gegen Krämpfe. Bei der Ausrüstung reicht festes Schuhwerk mit griffiger Sohle, spezielle Stoßschuhe sind für die Sporteignungsprüfung nicht nötig. Wie der gesamte Ablauf vom Check-in bis zur letzten Disziplin aussieht, zeigt der Ratgeber zum Sporteignungstest-Prüfungstag.
Verwandte Begriffe
Standstoß: Kugelstoßen aus einer festen Schrittstellung ohne Anlaufbewegung, die einfachere der beiden gängigen Techniken. Angleiten: Anlauftechnik mit rückwärtigem Gleitschritt durch den Ring, baut zusätzlichen Schwung für den Ausstoß auf. Medizinballwurf: beidhändiger Wurf eines weichen, gepolsterten Balls, den manche Hochschulen anstelle des Kugelstoßens zur Prüfung der Explosivkraft einsetzen. Schlagwurf: einhändiger Wurf eines leichten Schlagballs mit Anlauf, technisch dem Speerwurf ähnlicher als dem Kugelstoßen. Richtwert: die von der Hochschule genannte Mindestweite oder Mindestleistung, ab der die Teildisziplin als bestanden gilt.
Häufige Fragen
Welche Hochschulen aus der Übersicht prüfen Kugelstoßen ausdrücklich?
Nur die TU Darmstadt und die Universität Potsdam nennen Kugelstoßen wörtlich als Teil der Sporteignungsprüfung. Andere Hochschulen wie Tübingen oder Bochum prüfen einen allgemeineren leichtathletischen Wurf, ohne das Gerät festzulegen.
Muss ich für den Sporteignungstest Köln oder in Bayern auch Kugelstoßen können?
In unserer Datenbasis haben wir für den Sporteignungstest der DSHS Köln und für die bayerische BaySpET-Prüfung kein Kugelstoßen gefunden. Beide können andere Wurf- oder Sprungdisziplinen verlangen, verbindlich ist die aktuelle Prüfungsseite der jeweiligen Hochschule.
Ist Kugelstoßen an der TU Darmstadt Pflicht?
Nein. Kugelstoßen ist eine von drei Wahloptionen im Leichtathletik-Block, neben 100-Meter-Lauf und Weitsprung. Du musst zwei der drei Disziplinen absolvieren, nicht alle drei.
Welches Kugelgewicht gilt für Frauen und Männer?
An der TU Darmstadt gilt für Männer eine 7,25-Kilogramm-Kugel mit einer Mindestweite von 7,60 Metern, für Frauen eine 4,0-Kilogramm-Kugel mit einer Mindestweite von 6,75 Metern. Andere Hochschulen können andere Gewichte oder Weiten ansetzen.
Wie unterscheidet sich Kugelstoßen vom Medizinballwurf?
Kugelstoßen ist eine technisch genau festgelegte Stoßbewegung mit einer Metallkugel, ohne Anlauf oder mit Angleiten. Der Medizinballwurf prüft mit einem weichen, beidhändig geworfenen Ball allgemeine Explosivkraft, ohne die Technikvorgaben des Kugelstoßens.
Wie lange sollte ich für Kugelstoßen trainieren?
Als grobe Orientierung gelten 8 bis 12 Wochen für Technik und Kraftaufbau. Wie viel Zeit du tatsächlich brauchst, hängt von deinem Trainingsstand ab. Details zu Fristen und Unterlagen zeigt der Ratgeber zur Sporteignungstest-Anmeldung, Zahlen zum kompletten Trainingsaufbau der Trainingsplan für den Sporteignungstest.
Verbindliche Zahlen nennt immer die Hochschule selbst, zum Beispiel auf der Eignungsprüfung der TU Darmstadt.